Galaxy Note 8 mit kleinerem Akku: Samsung-Manager nennt die Gründe

Rafael Thiel 12

Der Akku des Galaxy Note 8 bietet viel Angriffsfläche für Kritik. Wieso ist denn die Kapazität so gering? Dafür gibt es gute Gründe, wie der Samsung-Chef in einem Interview betont. Besagte Gründe wirken aber ein wenig scheinheilig.

Samsung Galaxy Note 8 im Hands-On – erster Eindruck: KNALLER!

Nachdem Samsung gestern die offiziellen Laufzeiten für standardisierte Nutzungsszenarien veröffentlichte, entflammte Kritik am kleinen Akku des Galaxy Note 8. Schon im Vorfeld der Präsentation ließen die durchgesickerten Spezifikationen die ein oder andere Augenbraue in die Höhe zucken. Diese Skepsis wurde nun lediglich bestätigt. Denn unterm Strich gibt auch Samsung zu, dass das Galaxy Note 8 einige Stunden kürzer durchhält als das Galaxy S8 Plus oder das Galaxy Note 7 – mit kleinerem Akku bei größerem Display ist das wenig überraschend.

Im Interview mit dem Korea Herald rechtfertigt Koh Dong-jin, Chef von Samsung Mobile, die Entscheidung zugunsten des kleineren Akkus. So sei ein ausschlaggebendes Kriterium der Prozessor gewesen, der im effizienten 10-nm-Verfahren gefertigt ist. Dadurch, so DJ Koh, konnte man die Energieeffizienz des Geräts um 30 Prozent steigern. Zudem können Nutzer den Energieanspruch über Softwarefunktionen optimieren, um die Laufzeit zu erhöhen. Abschließend könne der Samsung-Mobile-Chef damit auch einen sicheren Akku garantieren.

Wegen der Sicherheit: Samsung wollte erneuten Skandal vermeiden

Auf den ersten Blick wirken die Argumente plausibel, muten aber, wie eingangs angesprochen, auch ein bisschen scheinheilig. So besitzt beispielsweise das Galaxy S8 Plus ebenso einen 10-nm-Prozessor, denselben um genau zu sein, und kann trotzdem auf einen 200 mAh größeren Akku zurückgreifen. Die 30 Prozent höhere Energieeffizienz bezieht sich also lediglich auf das Galaxy Note 7 aus dem Vorjahr. Den Nutzer mit Softwarefunktionen in die Pflicht zu nehmen, die zumeist auf Kosten der Funktionalität gehen, ist ebenso mehr Ausrede denn Argument.

Nur der Verweis auf die Sicherheit ist nachvollziehbar, dürfte Samsung doch alles daran gelegt haben, den Skandal des Note 7 nicht zu wiederholen. Das Note 7 aus dem Vorjahr plagte ein entflammbarer Akku, der schlussendlich zu einem Produktionsstopp führte. Wenngleich unbestätigt, hat mutmaßlich auch der S-Pen zum kleineren Akku beigetragen, da der Stift schließlich auch im Gehäuse unterkommen muss. Aufgrund der Erfahrungen mit dem Vorgänger entschied sich Samsung wohl für eine konservative Akku-Strategie – nachvollziehbar, resultiert aber trotzdem in einer Schwäche des Note 8. Lohnt sich also der Kauf, bei einem Preis von 999 Euro?

Quelle: Korea Herald via Phone Arena

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* gesponsorter Link