Samsung Galaxy S-Tuning: Root, Lagfix, mehr Leistung, neue Funktionen

Frank Ritter 77

Willkommen zurück zu unserer kleinen Samsung Galaxy S-Tuning-Artikelserie. Am Donnerstag haben wir den alternativen Speedmod-Kernel auf dem SGS installiert. Heute wollen wir das Galaxy S mit Speedmod-Kernel über das Recovery-Menü optimal einstellen ist und somit ein deutliches Plus an Leistung herausholen.

Samsung Galaxy S-Tuning: Root, Lagfix, mehr Leistung, neue Funktionen

Das Recovery-Menü ist in nahezu allen Handys vorhanden. Es lässt sich meist über eine spezielle Tastenkombination beim Einschalten des Geräts aufrufen. Darüber lassen sich in der Regel einige geheime Einstellungen treffen, Firmware-Patches einspielen und mehr. Mit dem Speedmod-Kernel erhält das Samsung Galaxy S eine modifizierte Recovery-Variante: Das in der Android-Welt beliebte ClockworkMod Recovery, angereichert mit diversen Optionen, die die Hackinggemeinde speziell für das Galaxy S entwickelt hat.

Bevor wir loslegen, müssen vier Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Auf dem Handy sollte eine Froyo-Firmware, also ein Android in Version 2.2 oder 2.2.1, installiert sein.
  2. Außerdem solltet ihr den Speedmod-Kernel geflasht haben.
  3. Das Handy sollte voll geladen sein.
  4. Bitte alle Lagfixes vorher deaktivieren, zum Beispiel Voodoo oder OCLF. (Wer nicht weiß, was das ist, wird einen solchen wahrscheinlich auch nicht installiert haben — in dem Fall einfach ignorieren)

Samsung Galaxy S: ClockworkMod Recovery-Menü booten

In das Recovery-Menü kommt man fast auf die gleiche Weise wie in den Download-Modus, allerdings muss die „Lautstärke-hoch“-Taste gedrückt werden. Also: Gerät ausschalten, dann Lautstärke-hoch, Home und Power drücken. Dann die Knöpfe loslassen, sobald das Samsung-Logo auf dem Bildschirm erscheint. Oben im Video zeige ich, wie’s geht.

sgs-cwm

Jetzt sollte man sich im Hauptmenü von Clockworkmod Recovery wiederfinden. Folgende Oberpunkte werden aufgeführt (kann je nach Kernel und Version variieren, aber im Groben dürfte es stimmen):

  • reboot system now (System neu starten)
  • apply sdcard:update.zip (update.zip-Patch entpacken & installieren)
  • wipe data/factory reset (System zurücksetzen)
  • wipe cache partition (Cache-Partition löschen)
  • install zip from sdcard (beliebige ZIP entpacken & installieren)
  • backup and restore (System sichern und wiederherstellen)
  • mounts and storage (Laufwerke „einhängen“ oder formatieren)
  • advanced ClockworkMod features (Erweiterte Funktionen von CWM)
  • advanced SpeedMod features (Erweiterte Funktionen des Speedmod-Kernels)

Um durch die Menüs zu navigieren, verwenden wir die Lautstärketasten, zum Bestätigen die „Power“-Taste an der rechten Seite. Über „Go back“ kommt man immer eine Ebene zurück. Ja, tatsächlich.

Bilderstrecke starten
10 Bilder
Samsung Galaxy: 9 Smartphones, die ein Wendepunkt waren.

Tweaks und Lagfix: Das sind die besten Einstellungen

samsung galaxy s speedmod features

Fast alle interessanten Einstellungen finden sich unter advanced SpeedMod features. Hier nacheinander folgende Punkte aufrufen und bestätigen:

  • ROOT / Install Superuser -> Simple: install busybox+su: Damit erhält man Root-Rechte. Unabdingbar für einen Android-Fan, der etwas auf sich hält.
  • TWEAK options: Für mehr Performance im Gerät einfach Kernel VM Management und Misc Battery Tweks einschalten. IO Scheduler hat sich in meinen Tests eher als Systembremse herausgestellt. Unter dem Menü steht jeweils in Weiß geschrieben, welche Optionen derzeit aktiv sind.
  • COLOR & BRIGHTNESS options: Mit dem Speedmod-Kernel kann man das Display viel stärker herunterregeln als standardmäßig. Wer sich bei Dunkelheit mal vom Super AMOLED-Screen des SGS geblendet fühlte, wird das zu schätzen wissen. Die Option ist auch zum Stromsparen sinnvoll. Also: Disable darkest auto-brightness level sollte AUS sein. Des weiteren kann man in diesem Menü auch die Farbtemperatur von „neutral“ auf „warm“ oder „kalt“ einstellen. Geschmackssache.
  • BLN options: BLN steht für „Backlight Notifications“. Wer die Option im Kernel aktiviert, kann die App BLN control verwenden. Mit dieser kann man einstellen, dass die Hintergrundbeleuchtung der SGS-Touchkeys (Menü & Zurück) über eingegangene Mails und andere Ereignisse informiert, ähnlich wie der Trackball im Nexus One. Empfehlung: Einschalten und ausprobieren. Ich habe mich daran gewöhnt und möchte die Funktion nicht mehr missen.

sgs lagfix menü

Als Letztes kümmern wir uns um die LAGFIX options. Lagfix bedeutet, dass das Dateisystem im Samsung Galaxy S geändert wird — vom weniger performanten rfs, das Samsung beim Samsung Galaxy S einbaut, auf das optimierte und von Google empfohlene ext4. Eine systemweite Steigerung der Geschwindigkeit von Lese- und Schreibzugriffen ist die Folge. Oder ohne Technikgebabbel: Das Gerät wird noch ein bisschen schneller.

Nacheinander aktivieren wir im Lagfix-Menü also:

  • Enable lagfix: Convert DATA to ext4
  • Convert SYSTEM to ext4 / RFS -> Yes
  • ext4 mount options -> Use FASTER mount opts (auch wenn das nicht die Empfehlung ist, ich habe mit der Einstellung bessere Erfahrungen gemacht)
  • Zum Schluss unter Custom Filesystem Conversion überprüfen, dass folgende Optionen gesetzt sind (beziehungsweise dahingehend ändern: DATA_FS=ext4; CACHE_FS=ext4nj; DBDATA_FS=ext4; Rest: alle auf false.

Nun immer auf Go Back gehen und anschließend reboot system now wählen. Das Handy wird sich nun ein- oder zweimal neustarten, dabei werden die Dateisysteme auf Nachfrage nach ext4 konvertiert, was einige Zeit dauern kann. Entsprechende Nachfragen vom System einfach bestätigen. Danach hat man ein wesentlich schnelleres Samsung Galaxy S. Viel Spaß damit!

Im nächsten Teil unserer Miniserie zum Tuning des Samsung Galaxy S zeigen wir, wie man sich ein eigenes Firmware-ROM zusammenbasteln kann und dieses installiert.

Interessiert am Gerät?

Neue Artikel von GIGA ANDROID

* gesponsorter Link