Star N9500: Vorinstallierte Spyware auf China-Klon des Samsung Galaxy S4 gefunden

Rafael Thiel 34

Die Smartphone-Branche boomt – davon wollen jedoch nicht nur die großen und namhaften Hersteller profitieren. So gibt es zahlreiche Unternehmen, die sich den Erfolg anderer zunutze machen und Kopien beziehungsweise Klone von populären Flaggschiffen auf den Markt bringen. Abgesehen davon, dass diese Geräte in der Regel technisch in allen Belangen dem Namenspatron unterlegen sind, kauft sich der geneigte Pfennigfuchser nach letzten Erkenntnissen teilweise auch Spionagesoftware ein – so geschehen bei einem Klon des Samsung Galaxy S4.

Star N9500: Vorinstallierte Spyware auf China-Klon des Samsung Galaxy S4 gefunden

Es müssen nicht immer gleich 600 Euro ausgegeben werden, um ein neues Galaxy S-Smartphone zu kaufen – denkt sich so manch einer und greift zum günstigen China-Klon. Denn optisch unterscheiden sich die Nachbauten oft nur marginal von ihren namhaften Vorlagen und sind technisch in der Regel noch akzeptabel. Aber ist das die Preisdifferenz von über 400 Euro wert? Denn wie die Sicherheitsforscher von G Data herausgefunden haben, scheinen ebenjene chinesischen Unternehmen ihre Hardware über vorinstallierte Spionagesoftware zu refinanzieren.

Auf dem Star N9500 – einem Klon des populären Samsung Galaxy S4 (Test) – wurde ein Trojaner entdeckt, der in der Lage ist den Benutzer umfassend auszuspionieren. Damit ließen sich etwa Telefongespräche abhören, das Handy durch Einschalten des Mikrofons aus der Ferne in eine Wanze verwandeln und sogar über Premium-SMS oder abgefangene Bankdaten dem Käufer nachträglich Geld aus der Tasche ziehen. Der sogenannte Uupay.D-Trojaner gibt sich dabei als Google Play-Dienst aus und ist tief in der Firmware verankert, weswegen das Entfernen der Schadsoftware äußerst umständlich ist. G Data erklärt, dass dies das erste Smartphone sei, auf dem sie vorinstallierte Spionagesoftware feststellen konnten. Allerdings fanden Sicherheitsforscher von Kaspersky bereits im März dieses Jahres offenbar ähnliche Schadsoftware auf einem Gerät des chinesischen Herstellers Goohi.

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Bild: Das mit Spyware verseuchte Star N9500 ist auch in Deutschland problemlos zu bekommen und wird unter anderem als Zwischenhändler angeboten

Wir empfehlen, auf die aktuell ungefähr 160 Euro für den Galaxy S4-Klon lieber noch etwas draufzulegen und das Originalprodukt zu kaufen oder aber zu preiswerten Alternativen namhafter Hersteller zu greifen. Motorola beispielsweise hat mit dem Moto E (Hands-On) und Moto G (Test) zwei preiswerte und solide Modelle im Portfolio, die einem Noname-Klon vorzuziehen sind.

Quelle: Heise [via DerStandard]

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