Samsung Galaxy S4 Active im Test: High-End für die Nasszelle

Frank Ritter 8

Mit dem Samsung Galaxy S4 Active werfen die Koreaner erstmals ein wasserfestes und staubgeschütztes Smartphone der High-End-Klasse auf den Markt. Als technische Basis dient das reguläre Galaxy S4. In unserem Testbericht beleuchten wir die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zum Schwestermodell.

Samsung Galaxy S4 Active im Test: High-End für die Nasszelle

Samsung hat Mitte 2013 mehrere Geräte vorgestellt, die das Spitzen-Smartphone Galaxy S4 (Test) flankieren. Das abgespeckte und verkleinerte Samsung Galaxy S4 mini (Test) hatten wir bereits vorgestellt und umfangreich getestet, daneben wurden auf dem Event in London auch noch der Smartphone-Kamera-Hybrid Galaxy S4 Zoom und das Outdoor-Smartphone Galaxy S4 Active vorgestellt.

Letzteres ist nun in der Redaktion eingetroffen — wir fühlen dem rigideren S4 auf den Zahn und überprüfen, wo das Samsung Galaxy S4 Active seinem Schwestermodell unterlegen, ebenbürtig oder gar überlegen ist. Wir haben das Samsung Galaxy S4 Active GT-9295 in Grau getestet. Während unseres zweiwöchigen Testzeitraums kam die auf Android 4.2.2 basierende Firmware XXUAMF5 zum Einsatz.

Zum Testmodus

Das Galaxy S4 Active ist technisch in weiten Teilen identisch mit dem Galaxy S4. Da wir uns also wiederholen würden, werden wir nur auf die Unterschiede zum regulären Galaxy S4 eingehen, das sind insbesondere die Optik und Verarbeitung, das Display sowie die Kamera. Wer mehr über die praktisch identischen Leistungswerte, Software, Konnektivität, Speicher und Telefonie erfahren möchte, sollte unseren sehr ausführlichen Testbericht zum Samsung Galaxy S4 lesen. Ein besonderes Augenmerk richten wir schließlich auf die Outdoor-Eigenschaften des Galaxy S4 Active.

Samsung Galaxy S4 Active im Hands-On

Auf dem Unpacked-Event in London konnten wir das Samsung Galaxy S4 Active erstmalig in Augenschein nehmen. Hier unser Hands-On, nebst Test-Tauchgang:

Optik, Haptik und Verarbeitung

Nimmt man das S4 Active aus der Packung, hat man ein Gerät in der Hand, das nicht mehr den Eindruck der Filigranität des Galaxy S4 erwecken will. War die Vorlage noch darauf bedacht, trotz größeren Displays den Größenunterschied zum Vorgängermodell Galaxy S3 durch ein dünnes Gehäuse sowie schmale Tasten zu negieren, ist das Galaxy S4 Active ein Pfundskerl – und stolz darauf.

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Denn das Gerät gibt sich keinerlei Mühe, seine Pfunde im Zaum zu halten: Es ist breiter (71,3 mm gegenüber 69,9 mm), tiefer (9,1 mm vs. 7,9 mm) und länger (139,7 vs. 136,6) als das Galaxy S4. Mit 153 Gramm gegenüber 130 Gramm bringt es zudem auch merklich mehr auf die Waage. Subjektiv gereicht der Umstand dem S4 Active allerdings nicht zum Nachteil, denn in der Bedienung macht die Größe kaum einen Unterschied, das Gerät fühlt sich eher etwas besser in der Hand an und ist auf einer ebenen Fläche liegend dank seines Volumens leichter aufzuheben. Klobig ist das Galaxy S4 Active deswegen aber nicht — nur die wenigsten Hosentaschen dürften zwar Platz für das S4 nicht aber das S4 Active bieten. So signifikant ist der Unterschied dann eben doch nicht.

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Soll heißen: Auch wenn es dem S4 Active vielleicht ein wenig an der schlanken Sexyness des Galaxy S4 fehlt, kam uns im Test dessen Wuchtigkeit gar ein wenig praktischer und alltagstauglicher als das dünne, flächige Gewand des Galaxy S4 vor. Wie gesagt: Dies ist ein persönlicher Eindruck; wer sich unsicher ist, sollte beide Geräte im Laden probeweise in die Hand nehmen.

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Was die Verarbeitung angeht, hat Samsung beim Galaxy S4 Active deutliche Fortschritte gegenüber dem Galaxy S4 gemacht. Dass ein wasserfestes und staubdichtes Gerät anders verarbeitet sein muss, versteht sich zwar von selbst, das Galaxy S4 Active ist aber eben auch besser verarbeitet.

Fangen wir auf der Vorderseite an: Die sieht dem regulären Galaxy S4 noch am ähnlichsten, abgesehen von den Buttons auf der Unterseite, auf die wir gleich noch zu sprechen kommen. Das in der Diagonale 5 Zoll messende Display nimmt prozentual nicht mehr einen so großen Teil der Gerätefront wie beim S4 ein, das Gerät wirkt aber dennoch symmetrisch und in Bezug auf das Design in sich schlüssig. Unter der Glasfront, die nur von Aussparungen für die Hörmuschel und die Buttons an der Unterseite durchbrochen wird, findet sich wieder eine subtile Textur, allerdings werden hier die horizontal-unregelmäßigen „Bürstungen“ des Galaxy S3 verwendet, nicht die gleichmäßigen „Noppen“ des S4. Eine oben und unten leicht abgerundete Form kommt der natürlichen Handhaltung entgegen und erinnert neben den Galaxy S-Geräten der letzten beiden Generationen auch an Galaxy Nexus und Nexus 4.

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An der Oberseite haben wir es wie gehabt mit der horizontalen Samsung-typischen Hörmuschel zu tun, direkt darunter prangt der Firmen-Schriftzug, links und rechts flankiert von Sensoren für Helligkeit und Näherung sowie der Frontkamera. Ein dünner Streifen, den man mit dem Finger noch erspüren kann und der in das seitliche Plastikband übergeht, rahmt die Gerätefront ein.

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Rechts und links wird das Gerät von jenem vergleichsweise breiten Plastikstreifen in Metall-Optik gesäumt, in den die Tasten für Lautstärke (als Wippe, links) und Power (rechts) eingelassen sind. Nach oben und unten hin verjüngt sich der Plastikrahmen und macht Platz für zwei schmale Streifen aus Gummi, die auch über einen kleinen Teil auf der Rückseite gestülpt sind.

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Oben findet man im Gummistreifen die 3,5 mm-Klinkenbuchse für Kopfhörer und Headsets sowie der IR-Blaster. Die beiden dafür notwendigen Löchern hat Samsung nicht mehr profan ins Plastik gefräst, stattdessen sind diese praktisch ins Gummi integriert, was beim direkten Vergleich der beiden Geräte einen himmelweiten Unterschied in der wahrgenommenen Wertigkeit darstellt.

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Unten befindet sich eine wasserdichte Abdeckung, unter der sich der micro-USB-Port zum Laden und Verbinden des Galaxy S4 Active mit dem Rechner verbirgt. Dieser sitzt relativ fest und ist nur unter Einsatz eines Fingernagels zu öffnen.

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Auf der Rückseite werden die horizontalen Gummistreifen oben und unten von insgesamt 4 Metallschrauben festgehalten – diese dienen nicht nur der Stabilisierung des Gummis, sondern stellen auch ein markantes optisches Merkmal dar, das der Galaxy S4 Active-Rückseite eine rustikale optische Note verleiht.

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Der abnehmbare Akkudeckel und damit der größte Teil der Rückseite ist aus einem Hartplastik-Material gefertigt, das sich an der Oberfläche deutlich weniger glatt, eher leicht gummiert anfühlt. Oben im Akkudeckel eingelassen ist eine Aussparung für die Kameralinse nebst LED direkt darunter sowie unten links für den Lautsprecher.

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Optisch und haptisch gefällt uns das Galaxy S4 Active im Fazit deutlich besser als das Galaxy S4: Das Plastik auf der Rückseite ist härter, weniger glatt und fühlt sich insgesamt alltagstauglicher an als das Galaxy S4. Eingeschränkt sei gesagt, dass das Gehäuse des S4 Active bei Druckausübung durchaus ein leichtes Knarzen von sich geben kann.

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Die Hardware-Buttons gefallen uns ebenfalls einen Tick besser als beim Vorbild. Wer kapazitive oder gar Software-Tasten gewöhnt ist, muss sich freilich erst einmal umstellen, denn neben Home (Mitte) erfordern auch die Tasten für Menü (links) und Zurück (rechts) physischen Druck zum Auslösen. Da das Gerät für die Outdoor-Nutzung konzipiert ist, macht das aber Sinn, denn so kann man das Active auch beispielsweise mit Handschuhen noch gut bedienen. Zumal jeder die Drucktasten zu schätzen lernen wird, der in einer hektischen Spielesession gerne mal daneben greift, auf anderen Geräten dann versehentlich auf eine kapazitive Home-Taste tappt und sich damit aus dem Spiel wirft.

Die Tasten für Power und Lautstärke sind gut platziert, als Rechtshänder ist es allenfalls etwas schwierig, im Telefongespräch die Lautstärke-nach-oben-Taste zu treffen. Positiv herauszuheben ist der knackige Druckpunkt und die leichte Schraffur der Buttons. Zusammengefasst: Wenn Druck-Buttons, dann so wie im Galaxy S4 Active.

Halten wir fest: Es ist abhängig von persönlichen Präferenzen, ob man mit der etwas wuchtigen Form und der „maskulinen“ Optik des Galaxy S4 Active etwas anfangen kann. Lässt man sich darauf ein überzeugt das Gerät in Sachen Verarbeitung durchaus. Nein, das Galaxy S4 Active ist keine Laufsteg-Schönheit wie das HTC One (Test). Aber es überzeugt durch seine herbe Formsprache und seine zwar nicht perfekte, aber gute Verarbeitung.

Das Display im Galaxy S4 Active

Samsung verbaut im Galaxy S4 Active genau wie im Galaxy S4 ein Display mit 5 Zoll und Full HD-Auflösung (1920 x 1080). Dennoch sind die Unterschiede zwischen beiden Geräten signifikant.

Im Galaxy S4 Active wird auf das von den meisten Spitzengeräten der Firma gewohnte AMOLED-Display verzichtet, stattdessen verbaut Samsung ein TFT-Panel. Diese Entscheidung ist eine gute, denn für ein Smartphone mit Outdoor-Konzept sind LC-Panels ob ihrer deutlich höheren Maximalhelligkeit besser für den Einsatz im Tageslicht geeignet. Der Unterschied ist signifikant: Hält man im prallen Sonnenlicht ein Galaxy S4 neben ein S4 Active, kann man das Active bei der auch für LC-Verhältnisse sehr anständigen Maximalhelligkeit deutlich besser ablesen.

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In puncto Bildschärfe bewegen wir uns mit 441 ppi in Bereichen, in denen es keine vom menschlichen Auge wahrnehmbaren Schärfeunterschiede gibt. Ob man das S4 Active mit seiner RGB-Matrix nun neben ein Galaxy S4 mit PenTile-Matrix oder gar das Galaxy S3 mit „nur“ 306 ppi hält — selbst in der direkten Vergleichssituation lassen sich höchstens sehr subtile Unterschiede erkennen. Im Alltag nimmt man all diese Displays als scharf wahr.

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Es sei noch erwähnt, dass die automatische Helligkeitsregelung eher erratisch funktioniert und meist ein deutlich zu dunkles Bild produziert. Wir empfehlen die praktischerweise in der Benachrichtigungsleiste untergebrachte manuelle Helligkeitsregelung zu benutzen. In den meisten Situationen reicht ein Helligkeitswert um 50 % völlig aus. Beim Galaxy S4 muss der Regler für dieselbe Helligkeit deutlich weiter nach rechts gezogen werden.

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Samsung Galaxy S4 (links) und Samsung Galaxy S4 Active im Displayvergleich mit je höchster Helligkeitsstufe. Hinweis: Die Unterschiede sind in der Realität deutlicher sichtbar als auf unseren Fotos.

Neben der Helligkeit unterscheiden sich beide Smartphones aber auch im Farbbild: So ist das Galaxy S4 Active deutlich blasser, positiv formuliert: realistischer, was die Sättigung angeht. Das Schwarz ist im S4 Active nicht perfekt und hält auch den Vergleich mit guten LC-Panels wie im HTC One nicht Stand. Vor allem, wenn man nicht hundertprozentig frontal draufblickt, kann der Farbton nicht überzeugen. Dafür ist das Weiß wiederum sehr hell. Die Farbtreue aus seitlichen Betrachtungswinkeln ist beim Galaxy S4 Active insgesamt nicht ganz so gut wie bei dessen AMOLED-Pendant, aber nach wie vor brauchbar.

Es bleibt eine Geschmackssache, ob man das Display des Galaxy S4 Active mag: Puristen, die die Sätte der AMOLED-Farben nicht leiden können, dürfte das Panel versöhnen, eingefleischte AMOLED-Fans werden vielleicht ein wenig enttäuscht sein (und sich trotzdem nach ein paar Tagen an diesen Screen gewöhnt haben). Die beste Displaywahl hinsichtlich des Outdoor-Konzepts hat Samsung hier aber dennoch getroffen und einen scharfen und hellen Screen verbaut – dessen einzige Schwäche, den Schwarzwert, man schnell zu dulden lernt.

Die Kamera im Samsung Galaxy S4 Active

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Im Gegensatz zum Galaxy S4 kommt im S4 Active eine Kameraeinheit zum Einsatz, die mit nur 8 MP statt 13 MP auflöst. Zudem kommen Aufnahmen mit 8 MP wie üblich auch nur dann zustande, wenn man Fotos im 4:3-Bildverhältnis aufnimmt. Im Quasi-Standard für Digitalfotos, 16:9, beläuft sich die Auflösung gar nur auf 6 MP – beim Galaxy S4 sind es dann aber immerhin noch 9,6 MP.

In Situationen, in denen die Lichtverhältnisse optimal sind, kommt das Galaxy S4 Active trotz der geringeren Auflösung beinahe an sein Schwestermodell heran: Fast alle Details lassen sich auch auf den Fotos der nominell schlechter auflösenden Kamera des S4 Active erkennen. Seine Schwächen zeigt die Kamera vielmehr in suboptimalen Umgebungen.

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Wenn sich das Motiv bewegt, muss man schon besonderes Glück haben, es im richtigen Moment zu erwischen, da das Galaxy S4 Active eine starke zeitliche Verzögerung nach dem Druck auf den Aufnahme-Button aufweist. Das HTC One und HTC One mini, ja sogar das Galaxy S3 zeigen, dass das inzwischen deutlich besser geht. Außerdem weisen die Bilder bei Bewegung recht häufig starke Unschärfe- und Verwisch-Effekte auf. Auch eine manuelle Justierung von ISO-Werten oder die Aktivierung von bestimmten Presets oder des Bildstabilisators bringt da nicht viel.

Ein weiterer zu nennender Kritikpunkt an der Bildqualität des S4 Active ist, dass einige Bilder einen uns unerklärlichen Rotstich aufweisen. Das Problem tritt nur bei einem geringen Teil der Bilder auf und selbst da erratisch — stärkere dunkle Anteile im Motiv scheinen das Problem zu begünstigen. In einem Fall half es, den automatischen Weißabgleich auf die Voreinstellung für künstliches Licht zu ändern, um des Problems Herr zu werden. Wir hoffen, dass dieser Rotstich softwareseitig zu beheben ist und ein zukünftiges Firmware-Update Besserung bringt.

In Sachen Video sieht es besser aus: Die Bildqualität ist meist gut und der Software-Bildstabilisator verrichtet seinen Dienst zuverlässig. Auch das automatische Nachschärfen und das Touch-to-Focus-System sind schnell, wenn auch nicht so schnell wie bei den Konkurrenzgeräten von HTC. Der automatische Weißabgleich kommt uns eine Spur zu scharf vor.

Kommen wir zur Foto-Software: Samsung stattet das Galaxy S4 Active mit prinzipiell derselben App wie das Galaxy S4 aus. Lediglich die (aus unserer Sicht nutzlose) Dual Shot-Funktion wurde entfernt, bei der man Fotos der Frontkamera in einem Rahmen in das Bild der Hauptkamera einfügen kann. Stattdessen hinzugekommen ist ein Wasser-Modus. Da der Touchscreen unter Wasser nicht benutzt werden kann, kann man im Aqua Mode den Auslöser durch Druck auf eine Lautstärke-Taste betätigen.

Erwähnt sei noch, dass jener Bug beim S4 Active nicht mehr auftritt, der noch beim Galaxy S4 und S4 mini dazu führte, dass man bei Erhöhung des Kontrastes in einem Instagram-Foto merkwürdige grüne Farbverfälschungen erhielt.

Die Outdoor-Tauglichkeit des Samsung Galaxy S4 Active

Das SGS4 Active ist staub- und wasserdicht nach IP67. Das bedeutet, dass das Gerät keinerlei Staub ins Innere lässt und auch versehentlichen Kontakt mit Wasser übersteht — laut Standard beinhaltet das mindestens einen Tauchgang bis 1 Meter Wassertiefe für 30 Minuten. Wobei nicht gesagt ist, dass das Galaxy S4 Active nur so viel „aushält“, dies sind lediglich die Mindestwerte des Standards, den das Gerät erfüllt.

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Durchaus aller Ehren wert ist die Tatsache, dass Samsung es geschafft hat, trotz der wasserdichten Qualitäten eine abnehmbare Rückabdeckung zu entwerfen. Der Trick sind dünne Streifen aus abdichtendem Material, die an der Innenseite des Akkudeckels angebracht sind und das Innenleben so vor eindringendem Wasser schützen. Dieser Schutz ist aber auch nur dann gewährleistet, wenn die Abdeckung für den micro-USB-Port eingelegt ist — auch wenn dies stets ein bisschen fummelig ist, sollte man sich angewöhnen, sie zu schließen. Der offen liegende Klinken-Anschluss ist allerdings wasserdicht und benötigt keine zusätzliche Abdeckung.

Die Fotos, die das S4 Active unter Wasser schießt, sind nicht der Rede wert, zumal die empfohlene Maximal-Wassertiefe von einem Meter auch keine Korallenriff-Schnorcheleien im Urlaub zulässt – überdies wird die Benutzung im Salzwasser sowieso nicht empfohlen. Auch für das Planschen in der Badewanne ist das S4 Active nicht unbedingt geeignet, da sehr heiße Wassertemperaturen um die 40°C bereits in Bereichen liegen, die sich dauerhaft schädlich auf die Akku-Lebensdauer auswirken können.

Und trotzdem ist die erhöhte Rigidität des Samsung Galaxy S4 Active ein Segen. Zum einen, weil Missgeschicke immer wieder passieren können und auch passieren. Bereits als psychologische Rückversicherung sind die Outdoor-Eigenschaften des Gerätes enorm viel Wert: „Nein, ich werde mein Handy jetzt nicht in der Spüle versenken … aber gut zu wissen, dass ich es könnte“. Interessanterweise führt dies auch zu einem anderen Umgang mit dem Smartphone. Während man die meisten Geräte entweder als fragiles Etwas verwendet, die wie ein rohes Ei behandelt werden müssen, nimmt man das Galaxy S4 Active schnell als einen Gebrauchsgegenstand wahr, der auch mal schmutzig oder nass werden kann. Denn, und das ist der andere große Alltags-Vorteil des Smartphones, man kann es jederzeit abwaschen und abtrocknen — und hat wieder ein glänzendes, sauberes Smartphone in der Hand.

Ein Nachteil — oder zumindest ein Wermutstropfen — ist die Tatsache, dass der Touchscreen des Samsung Galaxy S4 Active praktisch unbrauchbar wird, sobald er mit Wasser in Berührung kommt. Selbst die Berührung des Displayglases mit lediglich einem nassen Finger hat bereits Phantom-Reaktionen des Touchscreens zur Folge, die eine normale Bedienung des Gerätes unmöglich machten. Auch nach einem Wasserbad muss das S4 Active zunächst gut trocken gewischt werden, um es wieder normal benutzen zu können. Das hat Sony mit dem Xperia Z (Test) Anfang des Jahres besser gelöst, hier war zumindest eingeschränktem Touch-Funktionalität auch bei nassem Bildschirm gewährleistet.

Weitere Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Samsung Galaxy S4 Active und Galaxy S4

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Wie erwähnt ist das Galaxy S4 Active in anderen als den erwähnten Punkten praktisch identisch zum Galaxy S4, weswegen wir diese Punkte hier nicht erneut nennen werden. Lediglich ein paar wichtige Details seien hier noch genannt, die uns im Testzeitraum aufgefallen sind.

  • Die Performance ist praktisch identisch und auf einem sehr hohen Niveau. Wiewohl man die Benchmark-Ergebnisse beim Galaxy S4 und damit wohl auch beim S4 Active mit Vorsicht genießen sollte, haben wir in den relevanten Benchmarks Scores gemessen, die denen des Galaxy S4 im Rahmen normaler Messungenauigkeiten entsprachen.
  • Auf dem Homescreen gibt es erfreulicherweise keine Mikroruckler mehr - hier hat Samsungs Software-Abteilung wohl den einen oder anderen Performance-Killer eliminiert.
  • Samsung hat ein neues Software-Goodie eingebaut, das sogar recht nützlich ist. Unter EinstellungenMein GerätTaschenlampe kann man einen Shortcut für die Aktivierung der Foto-LED einrichten, um sie als Taschenlampe zu verwenden. Ist die Option aktiv, muss man bei ausgeschaltetem Display nur die Lautstärke-nach-oben-Taste kurz gedrückt halten und die Lampe springt an. Drückt man auf Lautstärke-nach-unten, schaltet sich die „Taschenlampe“ wieder ab. In einem Fall verursachte die Funktion allerdings einen harten Absturz nach Neustart, als ein im Hintergrund laufender Podcast-Client offenbar mit der Taschenlampen-Funktion um die Nutzung Lautstärke-Taste „konkurrierte“.
  • Die Akustik des Lautsprechers am S4 Active ist minimal besser als beim regulären S4, was wohl am tieferen Gehäuse als Klangkörper liegt. Nach wie vor wischt das HTC One aber mit beiden Galaxy S4-Modellen den Fußboden, was die Akustik angeht.
  • Wie schon beim S4 hatten wir gelegentlich Verbindungsprobleme zum Datennetz von Vodafone an Stellen, wo andere Geräte problemlos Empfang haben. Diese Probleme traten aber nur sporadisch auf und behoben sich in der Regel schnell von selbst.
  • Sofern man die Displayhelligkeit nicht auf Anschlag einstellt, gibt es keinen merklichen Unterschied in der Akkulaufzeit zwischen Samsung Galaxy S4 und Samsung Galaxy S4 Active. Beide Geräte haben mit ihren (übrigens identischen) 2600 mAh-Akkus in der Regel genug „Saft“, um auch bei häufiger Nutzung über den Tag zu kommen. Häufiges Spielen oder die Nutzung zum Anschauen längerer Videos verkürzen diese Zeit aber ob des 1080p-Displays und der dafür abgerufenen Prozessor-Leistung deutlich.

Persönliches Fazit zum Samsung Galaxy S4 Active

Würde ich mit dem Galaxy S4 Active Kite- und Windsurfen, Tropfsteinhöhlen erforschen oder gar den Mount Everest besteigen? Nein, ganz sicher nicht – das liegt aber weniger am Gerät, sondern vorrangig an mir. Aber auch in meinem etwas profaneren Alltag als Familienvater hat sich das Gerät bewährt. Denn das Galaxy S4 Active ist das erste von mir getestete Smartphone, bei dem ich nicht Blut und Wasser schwitzen muss, wenn meine zweieinhalbjährige Tochter es in die Hand nimmt, bei dem ich keine Panik haben muss, es auf den Spielplatz oder ins Freibad mitzunehmen und das ich bei arger Verschmutzung einfach mal unter fließendes Wasser halten kann. Super!

Nur schade, dass es so schwierig ist, vernünftige Fotos damit zu schießen, denn mein Kind zappelt — so wie alle Kinder — gerne herum und die Kamera fängt viel zu häufig nur verwischte oder merkwürdig rotstichige Motive ein. Der kluge Papa sorgt also vor und schießt deshalb gleich fünf Fotos hintereinander. Trotz der Schwäche im Kamera-Bereich erhält das Galaxy S4 Active von mir das Tauglichkeitssiegel für Familienväter.

Ist das Galaxy S4 Active damit das bessere S4, wie manche Reviews behaupten? Nein, denn dazu besitzt es tatsächlich eine zu schwache Kamera. Für welches der beiden Geräte man sich entscheidet, ist damit eine Frage der Präferenzen: Wer Filigranität und Fotoqualität bevorzugt, nimmt das reguläre S4, wer ein helleres Display, bessere Verarbeitung und ein Robustheit schwitzendes Smartphone sucht, landet beim Galaxy S4 Active. Schön, dass man die Wahl hat — und für das nächste Galaxy S-Modell wünschen wir uns aber ganz verwegen eine Zusammenführung dieser Aspekte.

Testfazit zum Samsung Galaxy S4 Active im Video

Unterschiede zwischen Samsung Galaxy S4 und S4 Active im Video

Wertung

  • Display: 5/5
  • Verarbeitung, Haptik und Design: 4/5
  • Software: 4/5
  • Performance: 5/5
  • Telefonie und Audio: 4/5
  • Kamera: 3/5
  • Konnektivität und Speicher: 5/5
  • Akku und Alltagstauglichkeit: 5/5

Insgesamt: 4,4/5

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Pro

  • Wasserfest
  • Helles Full HD-Display
  • Top-Konnektivität

Kontra

  • Kamera mit Fehlern und Problemen
  • Aufgeblähte Software
  • Polarisierendes Design

Galerie zum Galaxy S4 Active

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Bildergalerie: Samsung Galaxy S4 vs. Samsung Galaxy S4 Active

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