Samsung Galaxy S5: 40 Prozent weniger Verkäufe als erwartet, Samsung-Führungswechsel im Gespräch [Gerücht]

Tuan Le 20

Die Hiobsbotschaften für Samsung wollen einfach nicht abbrechen: Gab es in den letzten Wirtschaftsquartalen bereits deutliche Gewinneinbrüche für die Südkoreaner zu verzeichnen, werden die Fehleinschätzungen des Konzerns nun an den Verkaufszahlen des Samsung Galaxy S5 deutlich. Insgesamt verkaufte Samsung von seinem Flaggschiff 40 Prozent weniger Einheiten als ursprünglich angenommen. Als Konsequenz könnte ein Führungswechsel in Samsungs mobiler Division anstehen.

Samsung Galaxy S5: 40 Prozent weniger Verkäufe als erwartet, Samsung-Führungswechsel im Gespräch [Gerücht]

Bereits im August kündigte Samsung angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Probleme Umstrukturierungen innerhalb des Unternehmens an, doch für die einbrechenden Verkaufszahlen scheint man noch kein Gegenmittel gefunden zu haben. Wie das Wall Street Journal berichtet, haben die Südkoreaner bei der Produktion des Samsung Galaxy S5 die Nachfrage völlig überschätzt und letzten Endes nur 12 Millionen Geräte verkauft. Das mag im ersten Moment nach einem guten Ergebnis klingen, doch tatsächlich hatte Samsung große Hoffnungen gehegt und die Produktion auf 20 Millionen zu verkaufende Galaxy S5 ausgelegt, wodurch aktuell ein erheblicher Überschuss an Smartphones vorhanden ist. Um dem entgegenzuwirken, hat man Werbekampagnen gestartet und wieder stärker ins Marketing investiert – auch in Deutschland ist der Preisnachlass beim Galaxy S5 spürbar geworden, zuletzt etwa mit der heute gestarteten Cashback-Aktion ist das Smartphone kaum teurer als noch das Galaxy S4. Dieses verkaufte sich im gleichen Zeitraum 16 Millionen Mal.

Die Ursache für die wirtschaftlichen Probleme sind nicht unbedingt auf die immer wieder kritisierte mangelnde Innovation zurückzuführen, sondern vor allem auf die starke Konkurrenz in Asien. Während die Marktanteile in den USA sogar ein Stück weit ausgebaut werden konnten, musste Samsung in China eine Halbierung der Verkaufszahlen hinnehmen. Aufstrebende Unternehmen im Mobilfunksektor wie Lenovo, Huawei und Xiaomi machen Samsung im asiatischen Raum ernste Konkurrenz und sind als der Hauptgrund dafür zu sehen, weshalb Samsungs Spitzenposition in den Verkaufsstatistiken mittlerweile in Bedrängnis kommt. Zu einem erheblich günstigeren Preis können die Konkurrenten gerade im Low- bis Mid Range-Bereich die gleiche Leistung bieten. Marktanalysten sehen Samsungs Vernachlässigung dieses Bereichs als Hauptursache für die wirtschaftlichen Probleme in Asien an.

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Der (noch?) amtierende Chef von Samsung Mobile: JK Shin (Bild: Samsung)

Möglicherweise sieht sich Samsung angesichts der Umstände sogar dazu gezwungen, einen Führungswechsel in der mobilen Abteilung durchzuführen. Der bisher amtierende Chef JK Shin soll möglicherweise seinen Posten räumen, als Nachfolger ist der Chef der Abteilung für die Entwicklung von Prozessoren und Displays, Kwon Oh-Hyun, im Gespräch. Dieser könnte in Zukunft beide Positionen übernehmen und durch eine Zusammenführung der Bereiche eine gezieltere Ausrichtung des Unternehmens erreichen. Dazu würde auch die Nachricht passen, dass Samsung im kommenden Jahr 30 Prozent weniger Smartphone-Modelle vorstellen wird, gesichert ist der Führungswechsel aber noch nicht.

Was ist eurer Meinung nach der Grund für die Probleme bei Samsung? Meldet euch in den Kommentaren zu Wort.

Quelle: Wall Street Journal [via The Verge]

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