Samsung Galaxy S5: Exynos 6-CPU-Generation entfernt sich von ARM-Referenzarchitektur

Frank Ritter 7

Samsung wird an der Prozessorarchitektur der nächsten Exynos-Generation einige Veränderungen vornehmen, das orakelt jedenfalls die Gerüchteküche aktuell: So sollen die Exynos-Chips der 6. Generation, die mutmaßlich im Samsung Galaxy S5 verbaut werden werden, deutlich stärker von ARMs Referenzarchitektur abweichen und auf bessere Skalierbarkeit zugunsten höherer Energieeffizienz optimiert sein.

Samsung Galaxy S5: Exynos 6-CPU-Generation entfernt sich von ARM-Referenzarchitektur

Samsungs Chipabteilung hat es aktuell nicht leicht: Zum einen, weil die aktuelle Chipgeneration, repräsentiert durch den Octa Core-Prozessor Exynos 5410, nicht in ausreichender Menge produziert werden konnte, um alle Samsung Galaxy S4 zu bestücken — Gerüchten zufolge besitzen lediglich 10 bis 30 % aller weltweit produzierten Geräte Samsungs hauseigenen Chipsatz. Zum anderen ist der Chip auch nicht gerade der ressourcenschonendste SoC: So ist der Exynos 5410 trotz acht verbauter Prozessorkerne im Grunde nur ein Quad Core-Chip, denn es sind zu jedem Zeitpunkt maximal vier Kerne aktiv. Grund ist, dass die zugrundeliegende ARM big.Little-Architektur nur zwischen den vier stromsparenden und niedriger getakteten Cortex-A7-Kernen und den vier hochperformanten A15-Cores umschalten, nicht jedoch beide Sets gleichzeitig aktiv haben kann. Zudem sind alle vier aktiven Cores stets auf denselben Takt festgelegt.

Anders hingegen Hauptkonkurrent Qualcomm: Weil die Firma sich stärker von ARMs-Referenzarchitektur entfernen, skalieren Snapdragon S4 Pro, 600 und 800 besser, auch wenn die Chips nur vier Kerne besitzen. So können jederzeit, abhängig von der aktuellen Leistungsanforderung, Kerne an- und wieder abgeschaltet werden, die einzelnen Kerne mit unabhängigen Taktraten betrieben werden. Effekt: Qualcomm dominiert 2013 mit seinen Snapdragon-Chips, selbst Samsung baut, neben allen anderen relevanten Herstellern, in seine Galaxy S4-Flaggschiffe Qualcomm-Chips ein; sicherlich mit Zähneknirschen.

Mit der im nächsten Jahr anstehenden und dann vermutlich auch im Samsung Galaxy S5 zum Einsatz kommenden Exynos 6-Prozessorgeneration dürfte Samsung ein wenig mehr an der Effizienzschraube drehen: Gerüchten zufolge, die etnews aufgeschnappt hat, plant Samsung für Anfang 2014 Mobil-Prozessoren mit einer „angepassten ARM-basierten“ Architektur. Das heißt, dass man zwar weiterhin kompatible Prozessoren baut, die mit ARM-Lizenz ausgestattet sind, diese sich aber weiter vom Referenzdesign entfernen und entsprechend stärker optimiert sein können – so wie Qualcomm und Apple es schon seit Jahren tun. Technisch will man sich bei der Entwicklung, die in Samsungs R&D-Zentrum in Texas stattfindet, insbesondere um eine Erhöhung der Bandbreite zwischen CPU und Flash- wie Arbeitsspeicher bemühen, aber auch eine höhere Energieeffizienz ist ein Ziel. Insgesamt plane Samsung, laut der Insiderquelle der etnews, eine Prozessorarchitektur zu schaffen, die der von Qualcomm ebenbürtig ist.

Bleibt zu hoffen, dass Samsung dieses Ziel erreicht, sonst droht eine totale Qualcomm-Monokultur in der Mobilprozessor-Oberklasse — und das kann in niemandes Interesse sein.

Quelle: etnews [via SamMobile]

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