Samsung Galaxy S5: Gerätedesigner verteidigen Plastik-Rückseite

Tuan Le 31

Einer der größten Kritikpunkte, die sich Samsung in der Vergangenheit immer wieder anhören musste, ist das Design der hauseigenen Smartphones. Auch wenn beim Samsung Galaxy S5 die Hochglanzrückseite der Vorgänger einer matten Textur wich, scheint die Wahl von Polycarbonat – im Volksmund schlicht Plastik genannt – immer noch Skepsis hervorzurufen. In einem Interview bezogen die Designer des Galaxy S5 zum ersten Mal explizit Stellung, warum man auf Kunststoff statt Metall setzt.

Samsung Galaxy S5: Gerätedesigner verteidigen Plastik-Rückseite

Dass man hervorragende Smartphones mit Aluminium-Unibody ohne Probleme herstellen könnte, hat Samsung in der Vergangenheit eigentlich des Öfteren bewiesen. Nur leider setzte der südkoreanische Hersteller hierbei stets auf das, aus unserer Sicht, falsche OS: Sowohl die Samsung-Wave-Reihe als auch das Samsung Omnia 7 besaßen schicke Aluminium-Gehäuse, allerdings Bada beziehungsweise Windows Phone als Betriebssystem. Offenbar ist Samsung der Meinung, dass Metall und Android beziehungsweise TouchWiz nicht so wirklich zusammenpassen, wie nun im Interview von engadget mit einer ganzen Reihe hochrangiger Designer bei Samsung erläutert worden ist.

Samsung-Galaxy-s5-design-konzept

Anders als vielleicht zu erwarten gewesen wäre, scheint Samsung weiterhin fest an Polycarbonat als Material der Wahl zu glauben und dies keineswegs als Schwäche des Galaxy S5 zu sehen. Bislang galt die gängige Argumentation, dass Plastik nun einmal haltbarer und robuster als ein Gehäuse aus Aluminium ist, da letzeres schnell zerkratzt und verbeult werden kann. Interessanterweise scheint dies aber nur die halbe Wahrheit zu sein - laut Senior Product Designer Dong Hun Kim sei Polycarbonat bewusst aus optischen und haptischen Gründen bevorzugt worden (dt. Übersetzung von uns):

Unsere Hauptziele waren der praktische Nutzen, Freundlichkeit und ein menschlicheres Design. Wir wollten etwas mit einer angenehmen Oberfläche … einem guten Halt. Hätten wir Metall verwendet, so hätte sich das Design schwer und kalt angefühlt. Mit Plastik hingegen wirkt die Textur wärmer. Wir glauben, dass unsere Nutzer die Geräte sowohl wärmer als auch einladender betrachten werden. Dieses Material war am besten geeignet, um visuell Präsenz widerzuspiegeln und besser, um unser Design-Konzept zu symbolisieren.

Unverblümt bedeutet dies also, dass Samsung beim Galaxy S5 nicht das Image eines kalten High-End-Boliden erzeugen wollte, sondern das eines freundlichen, einladenden Gerätes für jedermann. Dass dabei der Luxus-Vibe eines HTC One (M8) abhandenkommt, scheint man dabei billigend in Kauf zu nehmen - kein Wunder, da man schließlich nicht nur die Tech-begeisterten Nutzer, sondern vor allen Dingen die breiten Massen im Blick hat, wie Jeeyeun Wang, Samsungs Principal User Experience Designer erklärte. Das moderne Smartphone sollte idealerweise kein kaltes Stück Metall sein, keine „harte, smarte Maschine“, sondern ein „Fashion-Produkt“, so Wang. Hierzu passe Polycarbonat als Material nun einmal deutlich besser, gerade in Kombination mit unterschiedlichen Farben.

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Nun ist vielleicht die Wahl von Polycarbonat begründet worden, nicht allerdings die ungewöhnliche Struktur der Rückseite mit ihren golfballartigen Mulden. Hyejin Bang, Colors Material and Senior Designer, bezeichnete die Rückseite des Galaxy S5 als einladend und freundlich, verglich diese sogar mit Lammfell. Zugleich wollte das Design-Team optisch - vor allem bei der Farbvariante „Electric Blue“ - einen metallischen Glanz erzeugen. Das Ergebnis sei eine Mischung aus unterschiedlichen Texturen und optischen Facetten, anstatt sich wie bei vorangegangenen Smartphones nur auf Polycarbonat oder nur auf Aluminium festlegen zu müssen vereine das Galaxy S5 viele Aspekte unterschiedlicher Oberflächen in sich.

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Samsung möchte also vornehmlich ein Smartphone bieten, welches so gut wie jedem gefällt – laut Wang habe man sich beim Galaxy S2 auch in Sachen Software noch vornehmlich um die technisch versierten Kunden gekümmert, doch seitdem sei der Kundenkreis nun einmal erheblich gewachsen, was wohl einen Image-Wechsel erforderlich machte. Bislang scheint die Strategie von Samsung aufzugehen, denn die vorläufigen Verkaufszahlen des Galaxy S5 sind hervorragend.

Geht Samsung bei der Produktgestaltung den richtigen Weg? Lohnt sich eine Premium-Variante des Galaxy S5 für den Hersteller somit überhaupt? Schreibt uns eure Meinung wie immer unten in die Kommentare.

Quelle: engadget

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