Samsung Galaxy S5: Hersteller verklagt Magazin wegen angeblich fehlerhafter Berichterstattung

Tuan Le 16

Dass mit Samsung nicht gut Kirschen essen ist, dürften etwaige Rivalen vor Gericht bereits mitbekommen haben. Aktuell ist das südkoreanische Magazin ETNews von einer Schadensersatzklage in Höhe von 200.000 Euro betroffen, aufgrund negativer Berichterstattung „über die Kamera“ des Samsung Galaxy S5, wie es vielerorts heißt. Doch worum genau ging es überhaupt im besagtem Artikel?

Samsung Galaxy S5: Hersteller verklagt Magazin wegen angeblich fehlerhafter Berichterstattung
Update vom 10.04.2014: Wir haben uns aus unternehmensnaher Quelle noch einmal bestätigen lassen, dass es bei der bewussten Klage darum ging, dass eine offensichtliche Falschmeldung nicht richtiggestellt wurde – selbst nach mehrfacher Aufforderung nicht. Allein schon im Interesse der Anleger war Samsung gezwungen, gegen das Medium juristisch vorzugehen.

Um es vorweg zu nehmen – die negativen Zeilen über die Kamera des Samsung Galaxy S5 fielen nicht im Zuge eines Testberichts, denn ETNews hat bislang gar kein Review zu dem kommenden Smartphone verfasst. Vielmehr ist der Grund für die Verärgerung des koreanischen Herstellers, wie Media Today berichtet, ein Artikel vom 17. März über Lieferprobleme beim Samsung Galaxy S5 aufgrund von Problemen bei der Produktion des komplexen ISOCELL-Kameramoduls sowie ein weiterer Artikel mit gleichem Thema vom 25. März.

ETNews-Samsung-Klage-bericht-Zeitung

Vorrangig geht es Samsung anscheinend um die Aussage von ETNews, dass der Hersteller Probleme bei der Fertigung der Kamera beziehungsweise der Linse habe und konsequenterweise auch darum zu verneinen, dass es Lieferschwierigkeiten zum Launch des Galaxy S5 geben könnte oder dass man gar qualitativ minderwertige Kamera-Module verbaut, um doch noch rechtzeitig liefern zu können.

Sofern es hier tatsächlich keine Probleme gibt, ist die Klage von Samsung sogar einigermaßen verständlich, denn schließlich möchte man etwaige Vorbesteller nicht unnötig beunruhigen oder gar von einer Vorbestellung abhalten. Selbst nach dem Brand einer ganzen Fabrik wurde der Hersteller nicht müde zu betonen, dass es nicht zu Verzögerungen beim Verkaufsstart kommen würde. ETNews beharrt allerdings weiterhin darauf, dass die Befürchtungen im Falle der Produktion der Kamera-Linse legitim gewesen seien und scheint sich vor Gericht gegen Samsung behaupten zu wollen.

Zu der Klage wurde nach dem allgemeinen medialen Interesse nun sogar bereits ein deutsches Statement herausgegeben, welches über den tatsächlichen Sachverhalt allerdings Stillschweigen wahrt:

Nach Veröffentlichung falscher Angaben, die unser Geschäft und den Wert unserer Marke beschädigen können, hat Samsung Electronic ETNews um eine Korrektur ersucht. Um Verbraucher zutreffende Informationen zu liefern, haben wir eine Reihe an Korrekturen gefordert. Leider wurde dies ignoriert und wir wählen den Rechtsweg als letzten Ausweg

Fraglich ist nach wie vor allerdings, was Samsung nun mit der Klage noch bezwecken möchte. Da ETNews sich uneinsichtig zeigt, dürften die Streitigkeiten sich noch viele Wochen und Monate hinziehen und der Imageschaden durch aktuelle Berichterstattung aufgrund dieser Klage dürfte erheblich größer sein, als die Artikel über die Lieferprobleme selbst. Eventuell möchte Samsung hier einen Präzedenzfall schaffen und sich gegen derartige Probleme in Zukunft schützen, doch ob der Rechtsweg wirklich die ideale Lösung für das Problem gewesen ist, darf weiterhin angezweifelt werden.

Seht ihr die Äußerungen – sofern unwahr – von ETNews ebenso kritisch wie Samsung? Oder stellt die Klage in euren Augen nach wie vor einen Eingriff in die Pressefreiheit dar? Sagt’s uns in den Kommentaren.

Quelle: ETNews, areamobile, Media Today [via Appleinsider, Google Translate]

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Korrektur: In einer ersten Artikelversion lautete die Überschrift dieses Artikels „Samsung Galaxy S5: Hersteller verklagt Magazin wegen negativer Berichterstattung“. Um eventuelle Missverständnisse zu vermeiden, haben wir sie neutraler formuliert. Auch einen ironisch gemeinten Satz im Artikel-Anreißer haben wir nachträglich entfernt.

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