Samsung Galaxy S5 & Co.: Top 10 Features, für die man TouchWiz lieben muss

Frank Ritter 46

Samsung wird gerne und häufig für die TouchWiz-Software kritisiert, die auf den Smartphones und Tablets der Galaxy-Serie mitgeliefert wird. Zum Teil zu Unrecht, denn sie bietet so manchen Vorzug – selbst gegenüber dem sakrosankten Stock-Android. Zur Ehrenrettung von Samsungs Software-Oberfläche haben wie eine Liste der 10 besten TouchWiz-Features zusammengestellt, die es in der Form nicht in Stock Android gibt.

Samsung Galaxy S5 & Co.: Top 10 Features, für die man TouchWiz lieben muss

Unter nahezu jedem unserer Postings, der sich mit Samsung-Smartphones oder -Tablets beschäftigt, finden sich diverse Schmähkommentare. Abgesehen von der angeblich mangelnden Verarbeitungsqualität der Samsung-Geräte und der schieren Menge an Features, ist ein Hauptkritikpunkt Samsungs Software, die TouchWiz-Oberfläche. Psychologisch ist diese Menge an Kritik nachvollziehbar, denn Samsung ist unangefochtener Marktführer; fast jeder hat entsprechend eine (häufig extreme) Meinung zu den Geräten. Versucht man als Redakteur einer Android-Seite die Kritik an „TouchWitz“ zu relativieren und an der Realität auszurichten, fängt man sich schnell Vorwürfe ein, „Fanboy“, „gekauft“ oder gar „minderbemittelt“ zu sein. Keine Frage: Die Emotionen kochen hoch beim Thema Samsung.

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TouchWiz ist eine Oberfläche, die polarisiert. Links der Standard-Homescreen auf dem Samsung Galaxy Note 3 (2013), rechts auf dem Samsung Galaxy S5 (2014).

Unbenommen: Es gibt einiges an TouchWiz zu kritisieren – vom Feature Bloat über Apps, die die Funktionalität der ebenfalls mitgelieferten Google-Anwendungen mehr schlecht als recht und vor allem unnötigerweise nachbilden bis hin zu Design-Inkonsistenzen. Dabei wird aber oft übersehen, dass Samung auch einige wirklich nützliche Funktionen, Bedienkonzepte und Apps in seine Software-Suite integriert hat – diese möchte ich benennen. Hier also meine Top 10-Liste an wirklich gelungenen Features in TouchWiz – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

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Samsung-Galaxy-Reihe: Fingerabdruck speichern.

1. Helligkeitsregler in der Benachrichtigungsleiste

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Kein mir bekanntes Smartphone hat eine wirklich gelungene automatische Helligkeitsregelung, fast immer kommt mir das Display schlicht zu dunkel vor. Samsung macht aus dieser Not immerhin eine Tugend und baut in die Benachrichtigungsleiste einen Schieberegler für manuelle Kontrolle der Bildschirmhelligkeit ein, den ich täglich mehrere Male nutze. Tagsüber habe ich die Helligkeit meist auf etwa 60 Prozent. Wenn es dunkel ist, dimme ich die Helligkeit auf ein Minimum, wenn ich mich im Sonnenlicht befinde kann ich den Regler notfalls auf die vollen 100 Prozent hochschieben. Nutzer, die die automatische Helligkeitsanpassung mögen, können sie sogar relativ dazu justieren. Für mich ist dieser Schieberegler ein unverzichtbares Feature, das ich jedes Mal vermisse, wenn ich ein AOSP-basiertes ROM oder ein Gerät mit Vanilla Android teste.

2. Die Schnelleinstellungs-Buttons

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Benachrichtigungsleiste herunterziehen und mit einem Tap Bluetooth, GPS oder WLAN ausmachen – das geht in TouchWiz wie in Stock Android. In TouchWiz ist das System aber deutlich durchdachter und flexibler.

Zunächst sind die wichtigsten Einstellungen bereits in der normalen Benachrichtigungsleiste enthalten. Die Leiste gibt, wenn man sie von rechts nach links wischt, weitere Schalter frei. Sinnvoll ist auch die Möglichkeit, per Langdruck auf den Button direkt in das entsprechende Menü zu gelangen, etwa um ein Bluetooth-Gerät zu koppeln oder sich in ein neues WLAN einzuwählen.

Zieht man die Benachrichtigungsleiste hingegen mit zwei Fingern nach unten, hat man sofort alle Buttons auf einmal im Blick, ähnlich wie bei Stock Android. In den Einstellungen kann zudem festgelegt werden, welche der Buttons angezeigt werden sollen und in welcher Reihenfolge. Flexibler und mächtiger geht’s nicht – hier könnte sich Stock Android mit der eigenen, eher halbgaren Implementation durchaus ein Scheibchen abschneiden.

3. Neustart statt Ausschalten

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Eigentlich ein profanes Feature, das es neben TouchWiz auch in zahlreichen anderen Herstelleroberflächen gibt, von Custom ROMs nicht zu reden – nur eben nicht in Stock Android. Wer länger auf den Power-Button drückt, bekommt nicht nur die Möglichkeit angezeigt, das Gerät auszuschalten, sondern stattdessen gleich das Gerät neu zu starten. Google weigert sich seit Jahren beharrlich, diese nützliche Komfortfunktion hinzuzufügen, Samsung hat sie selbstverständlich in TouchWiz integriert.

4. S Beam

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Mit Android 4.0 hatte Google das Beam-Feature eingeführt. Damit kann man beispielsweise einfach Bilder von einem NFC-fähigen Gerät zum nächsten zu schicken, indem man die beiden Rückseiten aneinander hält. Technisch gesehen wird dabei eine Bluetooth-Verbindung zwischen beiden Geräten aufgebaut, über welche die Daten sodann verschickt werden. Samsung erweiterte Beam kurz darauf abwärtskompatibel und nannte das Ganze S Beam. Unterschied: Zwischen zwei kompatiblen Geräten werden Daten entweder im lokalen Netz per WLAN verschickt oder sogar über eine eigens eingerichtete Wifi Direct-Verbindung. Der Datentransfer ist auf diese Weise viel, viel schneller. Ein Video von 1 GB Größe kann so in wenigen Sekunden von einem Gerät zum anderen gebeamt werden.

5. Multi Window

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Zwei oder mehr Apps auf einem Bildschirm – das geht unter Android nicht, stimmt’s? Stimmt nicht. Samsung hatte seinen Multi Window-Modus seinerzeit mit dem Samsung Galaxy Note 2 eingeführt und seitdem auf zahlreiche Geräte gebracht. Hier unser erstes Hands-On zu dem Feature von Ende 2012:

Wie funktioniert das? Per Langdruck auf den Zurück-Button erscheint eine verschiebbare Lasche am Bildschirmrand. Tappt man darauf, erscheint eine Seitenleiste mit App-Icons. Nun einfach ein Icon per Drag & Drop auf eine der Bildschirmhälften ziehen, schon kann man diese und die vorher geöffnete App parallel benutzen. Das Ganze läuft zwar nicht immer so perfekt wie bei einem Desktop-Betriebssystem, ist aber dennoch in vielen Situationen nützlich.

Mit den jüngst erschienenen Tablets der Galaxy TabPRO und NotePRO-Reihe wird dieser Modus gar noch erweitert – um Drag & Drop-Funktionalität und die Möglichkeit, bis zu vier App-Fenster parallel zu nutzen.

6. Die S Pen-Software

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Bleiben wir bei der Note-Serie. Denn Samsung hat mit dem Stylus S Pen für diese ein Hardware-Alleinstellungsmerkmal geschaffen und einige Software drumherum gestrickt. Davon ist ein großer Teil recht nützlich. Zu nennen ist etwa die S Note-App, in der man handschriftliche Notizen speichern kann, die sehr gute Texterkennung für Handschrifterkennung in Textfeldern sowie die Möglichkeit, Screenshots aufzunehmen, direkt mit Notizen oder Kritzeleien zu versehen und weiterzuversenden. Auch Drittanbieter-Apps wie das Zeichenprogramm AutoDesk SketchBook oder die Kritzel-App Papyrus unterstützen den druckempfindlichen Stylus dank des von Samsung freigegebenen S Pen-API vorbildlich. Fazit: Bislang konnte kein Hersteller von Android-Geräten einen Stylus softwareseitig so ausreizen wie Samsung.

7. Smart Stay

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Wenn man einige Zeit auf den Bildschirm starrt, etwa um einen längeren Text zu lesen, geht irgendwann der Bildschirm aus. Samsung hat 2012 mit dem Galaxy S3 die simple, aber geniale Smart Stay-Funktion eingeführt, die genau das verhindert. Kurz vor dem Ausschalten des Bildschirms überprüft die Frontkamera, ob der Nutzer gerade noch auf das Display schaut – erkennbar an einem kleinen Augensymbol in den Notifications. Falls das Gerät registriert, dass es gerade betrachtet wird, bleibt der Bildschirm an.

8. Benachrichtigungsleiste öffnen in Vollbild-Apps

Befindet man sich in einer Vollbild-App, zum Beispiel einem Spiel, wird die Benachrichtigungsleiste normalerweise ausgeblendet. Das macht Sinn, schließlich stört sie sonst das Spielerlebnis. Trotzdem möchte man manchmal auf sie zugreifen, etwa wenn während des Spiels der vertraute Messenger-Ton bimmelt und man einen schnellen Blick riskieren will, von wem die Nachricht stammt.

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Eigentlich müsste man dazu die App verlassen. Nicht so bei Samsung: Eine Wischbewegung von oben bringt die Benachrichtigungsleiste zum Vorschein. Per Wischbewegung nach unten kann man sie sogar komplett herunterziehen – alles, ohne die aktive Anwendung zu verlassen. Wer jetzt einwendet, dass Stock Android das seit Version 4.4 auch kann: Stimmt. Bei Samsung funktioniert es aber in allen Apps, nicht nur in solchen, die an den Immersive Mode angepasst wurden.

9. Der Video-Player

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Der Video-Player von Samsung ist deutlich besser als alles, was die Konkurrenz aufbietet. Dank unkomplizierter Kontrollen, Zoom-Funktion in Videos, einem „floatenden“ Player-Fenster, Support für externe Untertitel und zahlreiche verbreitete Dateiformate macht der Player einfach Spaß. Cool: Lässt man den S Pen oder Finger auf Geräten mit dem „Air View“-Feature über dem Zeitstrahl schweben, erhält man ein Vorschaubild des Videos an genau dieser Stelle. Einzig die Tatsache, dass im Player seit dem Galaxy Note 3 und Galaxy S5 keine Videofiles mit AC3-Audio mehr unterstützt werden, trübt den Videospaß.

10. Energiesparmodus

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In der Regel benötigt man die massive Rechenpower moderner Smartphones gar nicht. Prozessoren skalieren zwar schon von selbst die Leistung je nach Anforderung, mit dem in vielen aktuellen Samsung-Smartphones integrierten Stromsparmodus kann man die Akkulaufzeit aber noch weiter verlängern, indem die maximal mögliche Leistung zusätzlich „gedeckelt“ wird. Und oh Wunder: Zumeist merkt man gar nicht, dass das Smartphone „an der Leine ist“. Außerdem werden dem Nutzer, je nach Gerät und Softwareversion noch weitere Stellschrauben angeboten, mit denen er die Akkulaufzeit seines Smartphones optimieren kann.

Damit sind wir am Ende unserer Liste, die naturgemäß nicht alles abdecken kann. Samsung-Nutzer unter unseren Leser, bekennt euch: Was mögt ihr an TouchWiz? Group Play oder die WatchON-Fernbedienungs-App? Der Dateimanager oder der Exchange-Support in E-Mails? Gefällt euch gar der TouchWiz-Launcher besser als der von Google? Egal was, lasst es uns wissen – in den Kommentaren.

Dieser Themenschwerpunkt wurde inspiriert von einem reddit-Thread.

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