Sony Ericsson Xperia arc S: Testbericht zum Flaggschiff-Update

Frank Ritter 1

Sony Ericsson präsentierte im September auf der IFA ein kleines Update zu seinem bisherigen Spitzenmodell des Jahres 2011, dem Xperia arc: das arc S. Einziger Unterschied: Das Gerät hat eine CPU, die mit 1,4 statt 1 GHz getaktet ist. Wir nehmen das Gerät in unserem Kurztest unter die Lupe.

Sony Ericsson Xperia arc S: Testbericht zum Flaggschiff-Update

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Verarbeitung und Handling

Das Xperia arc S ist aus Plastik gefertigt, aus glattem Plastik um genau zu sein – das sorgt für hässliche Fingerabdrücke, vor allem, wenn man sich für die schwarze Version entschieden hat. Auch die wackelige und sehr biegsame Rückenschale wirkt so, als ob sie bei einem ungünstigen Fall abspringen kann und sorgt so nicht für Begeisterung.

sony ericsson xperia arc s

Einen besseren Eindruck hinterlassen die Buttons. Sony hat auf kapazitive Tasten verzichtet und verbaut durchgehend „echte“ Hardwaretasten. Sie sind leicht erfühlbar und besitzen einen guten Druckpunkt. Allenfalls die sehr kleine Power-Taste ist ein wenig zu stark in das Gehäuse eingelassen – wenn man sie mit der rechten Hand zu drücken versucht, betätigt man mit dem Handballen versehentlich oft die Kamerataste.

Das Xperia arc S liegt gut in der Hand, was an der schmalen und dünnen, aber nicht zu dünnen Form liegt. Sanft abgerundete Kanten erhöhen den guten Eindruck – man glaubt nicht, ein Gerät der 4,2-Zoll-Displayklasse in Händen zu halten. Die Tatsache, dass die Android-Steuerungstasten Xperia-typisch ganz unten am Gerät liegen, nervt am Anfang, man gewöhnt sich aber nach einigen Tagen der Benutzung daran.

Sony Ericsson Xperia arc S vs. Galaxy Nexus

Dünn, aber kein Rekordhalter: Das Xperia arc S (links) im Tiefenvergleich mit dem Galaxy Nexus

Display

sony ericsson arc s display

Das LCD-Display des arc S produziert gestochen scharfe und farbintensive Bilder mit guten Kontrastwerten. Das Display ist allerdings nicht allzu blickwinkelstabil. Die von Sony entwickelte Mobile Bravia-Displayengine optimiert Bilder und Fotos noch zusätzlich, lässt sich aber von Farbtreuepuristen auch abschalten. Wie schon im Xperia ray fehlt eine Einstellung zur automatischen Anpassung der Helligkeit an die Umgebung – schade. Im Sonnenlicht lässt sich das Display trotzdem noch passabel ablesen.

Software

Die auf Android 2.3.4 „Gingerbread“ basierende Software im arc S ist identisch zu der im Sony Ericsson Xperia ray. In Kurzform: Sehr flüssiger Launcher mit sinnvollen Features und angenehme Tastatur, aber relativ viel vorinstallierte Software, die nicht jeder braucht. Mehr Informationen zur Software in unserem Sony Ericsson Xperia ray-Testbericht.

Performance

Sony Ericsson holt mit seiner angepassten Software mehr aus der verbauten Hardware heraus als die meisten anderen Android-Hersteller: Der um 40 Prozent erhöhte Takt wirkt sich zusätzlich positiv auf die Leistungsfähigkeit des Smartphones aus und lässt beinahe vergessen, dass man es „nur“ mit einem Singlecore-Smartphone zu tun hat. Gelegentliche Mikro-Ruckler auf dem Homescreen und leider auch bei der Aufnahme von Videos in 720p trüben den Eindruck, aber nur minimal.

Benchmark-Scores

  • CF-Bench: 6497/2516/4108 (Position zwischen Nexus S und Motorola Atrix, Java-Performance sogar besser als im Tegra 2-Gerät)
  • AnTuTu: 3559
  • Quadrant (drei Versuche): 1682/1925/2047

In Games macht das Sony [link id=1207305]Ericsson Xperia arc S eine gute Figur. Sowohl 2D-als auch 3D-Spiele bereiteten dem Gerät keine Probleme.

Kamera

Die Fotos des arc S weisen eine Auflösung von 8 MP auf und sind scharf, farbstark und detailliert, besitzen jedoch einen latenten Graustich. Bei schlechten Lichtverhältnissen fällt die Leistung des Bildsensors ab, Bildrauschen und Farbverfälschungen sind das Resultat. Wie bei Geräten der Singlecore-Klasse üblich ist die Videoauflösung auf 720p beschränkt, damit kann man aber leben. Gut gefallen hat uns, dass Videos mit Stereoton aufgenommen werden. Unverständlicherweise fehlt aber eine Frontkamera – Videotelefonie ist mit dem arc S also nicht möglich. Die gute Foto- und Camcorder-App mit Fullscreen-Vorschau und Panorama-Option sowie die dedizierte Taste zum Starten der Kamera, Scharfstellen und Knipsen runden den dennoch guten Eindruck, den das arc S als Kamerahandy macht, ab.

Testbilder

Testvideo

Konnektivität

Neben den gängigen Smartphone-Standards (WLAN, HSDPA, GPS, Kompass) besitzt das Xperia arc S auch einen HDMI-Ausgang, mit dem Bilder und Videos direkt auf dem Fernseher angezeigt werden können. Mit Ausnahme eines einzigen WLAN-Aussetzers konnten wir im Test keine Probleme ausmachen.

Alltagstauglichkeit

sony ericsson xperia arc s rückseite

Der 1500 mAh-Akku bringt soliden Standard mit und hält bei typischer Nutzung etwa einen Arbeitstag durch. Als Telefon macht das arc S ebenfalls gut: Sowohl Sender als auch Empfänger verstehen sich laut, deutlich und glasklar.

Erwähnt werden muss allerdings auch, dass unser Testgerät regelmäßig neustartete, wenn man es mit zu viel Schwung auf einer ebenen Fläche ablegte. Nach kurzer Recherche im Internet erwies sich, dass dieses Problem nur einige wenige Geräte betrifft. Wir konnten uns für den Testzeitraum auf MacGyver-Art behelfen, indem wir ein wenig Papier zwischen Akku und Deckel klemmten, wonach die Neustarts nicht mehr auftauchten. Sollte das Problem bei euch auch auftreten, empfehlen wir jedoch den Umtausch des Smartphones.

Fazit

Das Xperia arc S ist ein gutes Android-Smartphone der Mittelklasse. Vorhandene Ärgernisse wie die Fingerabdrücke anziehende und nicht sonderlich stabile Rückabdeckung, sowie die fehlende Frontkamera sind verschmerzbar, angesichts der sonst guten Kamera, der überwiegend flüssigen Performance und natürlich des günstigen Preises. Wer bereits ein Xperia arc ohne S besitzt, muss jetzt jedoch nicht zum Fachhändler rennen, denn der reale Leistungszuwachs der CPU wirkt sich im Alltag nicht allzu stark aus.

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Wertung

Display: 3/5
Verarbeitung und Haptik: 3/5
Software: 4/5
Performance: 3/5
Konnektivität: 3/5
Alltagstauglichkeit: 4/5
Telefonie: 5/5
Kamera: 4/5

Gesamt: 3,6/5

Pro

  • Gutes Handling
  • Flüssige Benutzeroberfläche
  • Kamera macht gute Bilder

Contra

  • Plastikmaterial zieht Fingerabdrücke an
  • Wenig stabiler Rückdeckel
  • Keine Frontkamera

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