Xperia XZ3 im Test: Warum nicht gleich so, Sony?

Kaan Gürayer 8

Sony bleibt sich treu: Nur sechs Monate nach dem Xperia XZ2 präsentieren die Japaner bereits den Nachfolger. Im Test konnte das Xperia XZ3 zwar überzeugen, auf eine wichtige Frage blieb das Sony-Smartphone die Antwort aber schuldig. 

Sony Xperia XZ3 im Hands-On-Video

Sony Xperia XZ3 Hands-On.

Im Rahmen der IFA 2018 hat Sony das Xperia XZ3 (Hands-On-Video oben) aus der Taufe gehoben. Der traditionsreiche Konzern bleibt damit seiner bisherigen Mobilfunkstrategie treu, jedes Jahr gleich zwei Smartphone-Flaggschiffe derselben Modellreihe auf den Markt zu bringen. Auf das Xperia XZ2 folgt nun das Xperia XZ3. Welchen Unterschied sechs Monate ausmachen, haben wir im Test zum Xperia XZ3 herausgefunden.

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Sony Xperia XZ3 im Test: Unser Fazit

„Warum nicht gleich so, Sony?“, schoss uns nach dem Test des Xperia XZ3 durch den Kopf. Im Vergleich zum Vorgänger bietet Sonys neuestes Top-Smartphone zwar nur Detailverbesserungen, aber manchmal ist Feinschliff bereits genug, um zur Konkurrenz aufzuschließen. Das Xperia XZ3 merzt viele Kritikpunkte des Vorgängers aus und kann jetzt mit einem OLED-Display punkten, hat einen größeren Akku verpasst bekommen und ist dank einer dringend benötigten Rosskur schlanker und leichter geworden. Auch der unverschämt-nervige AVG-Virenscanner des Vorgängers ist nun Geschichte. In vielerlei Hinsicht ist das Xperia XZ3 also das geworden, was das Xperia XZ2 von Anfang an hätte sein sollen.

Makellos ist das Xperia XZ3 aber nicht: Enttäuscht waren wir vor allem von der 19-MP-Kamera des Sonys, die nur durchschnittliche Ergebnisse erzielt und gegenüber dem Vorgänger sogar zurückfällt. Kritik verdient ebenso das extrem rutschige Glasgehäuse sowie die unbequeme Platzierung des Fingerabdrucksensors und des Powerbuttons, die nach unserem Empfinden deutlich zu tief angebracht sind. Wenig gefallen hat uns auch der grobschlächtige Vibrationsmotor und einige Softwarefeatures, die eher Gimmick denn nützlich sind. Hier hat Sony weitere Hausaufgaben vor sich.

Insgesamt wirkt das Xperia XZ3 wie ein notwendiger Zwischenschritt auf Sonys mühsamen Weg, wieder ein ernstzunehmender Wettbewerber für Samsung, Huawei und Co. zu werden. In vielen Punkten ist das Xperia XZ3 auf Augenhöhe mit der Konkurrenz, schafft es aber noch nicht, sie auch zu überrunden. Und trotz der Fortschritte fehlt auch dem Xperia XZ3 eine unverkennbare Botschaft, ein Alleinstellungsmerkmal. Die Frage, warum Käufer 799 Euro (UVP) für Sonys neues Top-Smartphone ausgeben und nicht zu den reichlich vorhandenen Alternativen greifen sollten, kann das Xperia XZ3 nicht beantworten. Immerhin: Sonys Trippelschritte in die richtige Richtung lassen uns mit Spannung das Xperia XZ4 erwarten.

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Sony Xperia XZ3 im Test: Bewertung

  • Verarbeitung, Haptik und Design: 4/5
  • Display: 4/5
  • Kameras: 3/5
  • Software: 4/5
  • Performance: 5/5
  • Telefonie und Audio: 5/5
  • Konnektivität und Speicher 4/5
  • Akku und Alltag: 4/5

Gesamt: (gerundet) 83 %

Sony Xperia XZ3 im Test: Das hat uns gefallen

  • Hervorragend verarbeitetes Glasgehäuse (einen detaillierten Blick aufs Design gibt’s hier)
  • Hochauflösendes OLED-Display
  • Abgerundete Displayränder erzeugen Luxus-Feeling
  • Exzellente Performance
  • Aktuelles Android 9 Pie ohne signifikante Herstelleranpassungen
  • Fingerabdrucksensor funktioniert schnell und zuverlässig
  • Gute Telefonqualität
  • Dedizierter Kamerabutton
  • Laute, gut klingende Stereolautsprecher
  • Keine Displaylücke („Notch“)
  • 3.300-mAh-Akku hält gut über einen Arbeitstag und ist schnell wieder aufgeladen

Sony Xperia XZ3 im Test: Das fanden wir nicht so toll

  • Kamera nur durchschnittlich (einen ausführlichen Einblick in die Vor- und Nachteile seht ihr hier)
  • Grober Vibrationsmotor
  • Extrem rutschiges Glasgehäuse
  • Fingerabdrucksensor und Powerbutton zu tief positioniert
  • Zu weiche Druckpunkte bei Powerbutton und Lautstärkewippe
  • Kein Kopfhöreranschluss
  • „Dynamische Vibration“-Feature nur ein Gimmick
  • Extrem sensibles Gyroskop, das den Bildschirminhalt bereits bei leichten Neigung drehen lässt
  • Seitensensor (Zusatzmenü der abgerundeten Bildschirmränder) arbeitet unzuverlässig: Mal aktiviert er sich versehentlich, mal aktiviert er sich trotz Doppeltipp gar nicht

Sony Xperia XZ3 im Test: Technische Daten im Überblick

Display 6,0 Zoll,  2.880 x 1.440 Pixel, OLED, Gorilla Glass 5
Prozessor Qualcomm Snapdragon 845
GPU Adreno 630
Arbeitsspeicher 4 GB RAM
Interner Speicher 64 GB, erweiterbar per microSD-Karte
Hauptkamera 19 MP, Autofokus, LED-Blitz, 3D-Modus, HDR-Videos in 4K, Zeitlupenvideos mit 960 Bildern pro Sekunde bei Full HD
Frontkamera 13 MP mit f/1.9-Blende
Akku 3.300 mAh, Quick Charge 4, USB-Typ-C
Betriebssystem Android 9.0 Pie
Maße 183 x 73 x 9,9 mm
Gewicht 193 Gramm
Sonstiges WLAN 802.11b/g/n/ac, GPS, Bluetooth 5.0, NFC, LTE (Cat18), Single- und Dual-SIM-Versionen, IP68-zertifiziert, Stereo-Lautsprecher

Auf der nächsten Seite: Die Alternativen zum Sony Xperia XZ3 

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