Sony Xperia Z1 Testbericht: Ein Fazit mit gemischten Gefühlen

Jens Herforth 2

Sony hat mit dem Xperia Z1 erneut gezeigt, dass das Unternehmen weiß, wie man gute Smartphones baut. Ob der Nachfolger die Fehler des kantigen Vorreiters ausbügelt oder ob Sony sich wieder unverzeihliche No-Gos erlaubt hat, erfahrt ihr in unserem Testbericht.

Sony hat Anfang des Jahres mit dem Xperia Z einen großen Wurf gelandet. Full-HD Display, schneller Prozessor, interessantes und neues Design, endlich ein Sony Smartphone ohne Ericsson Brand. Der Fortschritt war bemerkenswert, doch leider nicht ohne Makel.

Mein Eindruck vom Sony Xperia Z: Das Display hatte Schwierigkeiten mit dem Kontrast, das kantige Design lag wie ein störender Fremdkörper in der Hand und die Kamera hätte (für Sony) wirklich besser sein können. Nun, ein gutes halbes Jahr später, stellt Sony das Xperia Z1 vor. Ich muss gestehen, ich ging mit gemischten Gefühlen an diesen Test.

Hier geht es zum Videoreview des Sony Xperia Z1

Technische Spezifikationen

·         Display: 5-Zoll, Auflösung 1920 x 1080 Pixel, 441 ppi, Helligkeit: 500 cd
·         Prozessor: 2,2 Ghz Quad-Core, Snapdragon  800, Adreno 330 GPU
·         RAM: 2 GB RAM
·         Speicher: 16 GB Flash
·         per MicroSD-Karte erweiterbar
·         Android 4.2
·         WLAN, GSM/UMTS/HSPA+/LTE
·         Kamera: 20,7-Megapixel, Bionz-Bildprozessor, Zeiss-Objektiv
·         Akku: 3.000 mAh
·         Gesprächszeit: (bis zu) 14 h (UMTS)
·         Besonderheiten: Staubdicht/Wasserdicht nach IP 55/IP 58
·         Größe: 14,4 x 7,4 x 0,85 Zentimeter
·         Gewicht: 169 Gramm

Erster Eindruck, Design und Verarbeitung

Mein erster Eindruck vom Sony Xperia Z1 war sehr gut. Während man beim Z noch drückende Kanten in der Handfläche hatte, schmiegen sich die runden Ecken des Z1 wesentlich angenehmer in die Hand. Das Display hat eine starke Leuchtkraft (500 candela), der Prozessor ist pfeilschnell und das Z1 ist trotz offener Stellen am Lautsprecher und Klinkeneingang wasserfest. Dazu wurde das gute Stück aus einem Block Aluminium gefertigt, was dem Handling eindeutig zu Gute kommt. Und man, wie toll die Standardtastatur ist!

Sony hat dem Xperia Z1 wieder eine Rückseite aus Glas verpasst. Das sieht solange schick aus, bis man das Gerät in die Hand genommen hat. Fingerabdrücke befinden sich leider überall auf dem Smartphone. Dafür, dass das es so edel sein möchte, wird es leider zu schnell sehr schmuddelig.

Leistung

Leistungstechnisch kann dem Z1 nur die teurere Konkurrenz etwas vormachen. Der Snapdragon 800 lässt das System butterweich durch das Menü schweben, Apps und aufwändige Spiele laden schneller und die Kamera hat in der Live-Ansicht fast keine Verzögerung. Wer sich das Xperia Z1 zulegt, wird dank des wirklich starken Prozessors in Sachen Leistung so schnell keine Engpässe erleben.

Display

Jetzt wird es schwierig. Das Problem ist, dass wir in diesem Jahr Geräte auf den Tisch bekommen haben, die im Display-Bereich die Messlatte verdammt weit oben angesetzt haben. Das Samsung Galaxy S4, das Note 3, das HTC One, das LG G2 - sie alle haben ein HD-AMOLED oder -IPS Panel verarbeitet und bieten damit einen Sehkomfort der Seinesgleichen sucht. Und was verbaut Sony in ihr aktuelles Flaggschiff? Ein TFT-Display. Genauer gesagt ein Sony Triluminos mit X-Realitiy for mobile.

Versteht mich nicht falsch, das Display ist knackig! Es ist dank Full-HD unglaublich scharf, stromsparend und sehr farbintensiv! Außer man schaut nicht direkt von vorne auf das Display, sondern von der Seite oder aus einem etwas spitzeren Winkel. In diesem Moment wird der Inhalt des Displays heller, fad und unlesbar. Ein grauer Schleier legt sich über das Gerät.

Hier geht es zum Videoreview des Sony Xperia Z1

Zu allem Überfluss gibt es auch noch eine Display-Splitterschutzfolie auf dem Xperia Z1. Der Gedanke ist zwar ganz nett, hat aber mehr Nachteile als Vorteil. Die Folie bekommt schnell und leicht Kratzer und ist zu allem Überfluss schwer vom Display zu lösen (nicht zu empfehlen!). Ich habe es allein in den ersten fünf Tagen geschafft, drei dünne aber sichtbare Kratzer in die Folie zu bekommen. Bei einem teuren High-End Gerät stelle ich mir das anders vor.

Software/Bloatware

Natürlich versucht auch Medienmogul Sony seine Verbraucher auf die eigenen Filme und Musik aufmerksam zu machen. Mit der „Walkman“ App wird daher nicht einfach nur Musik wiedergegeben, sondern man erhält auch gleichzeitig die Möglichkeit, sich an dem Repertoir der Sony Gruppe zu bedienen. Anfangs zu Testzwecken kostenfrei, danach gegen einen fairen Aufpreis von 9,99€ pro Monat. Erinnert an Spotify, allerdings nur mit Inhalten aus dem Sony-Universum.

Gleiches gilt für die „Film“ App. Hiermit werden entweder eure selbst gefilmten Videos dargestellt oder eben die im Sony Store gekauften Titel. Übrigens wurden nicht alle Videocodecs unterstützt. Eine Player-Alternative sollte also installiert werden. Der Sinn hinter der PSN App erschließt sich mir leider nicht. Es werden zwar Apps und Spiele angeboten, doch hier fand ich für das Z1 weder besondere Exklusivtitel noch erwähnenswerte Vergünstigungen, wie man es z.B. von Samsung kennt.

Neben McAfee Security und TrackID befindet sich auch Evernote, Box, File Commander, TuneIn Radio und OfficeSuite auf dem Smartphone. Laut der Deinstallationsauswahl können alle Applikationen vom Gerät entfernt werden. Schön! Die Oberfläche vom Z1 ist ein wenig angepasst, allerdings auf eine schöne Art und Weise. Anfangs hat mich die Tastatur des Z1 wirklich sehr überrascht. Es war das erste Mal, dass ich bei einem Testgerät nicht sofort das Bedürfnis hatte, Swiftkey zu installieren.

Richtig ärgerlich: Sony hat es auch in der aktuellen Version nicht geschafft, übersichtliche Shortcuts zu programmieren. Stattdessen gibt es nur eine Reihe von fünf Einstellungen. Auch hier hat die stärkste Konkurrenz die Nase vorn. Leute, macht da was!

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