Hitzetest: Xperia Z3 Plus bleibt bei 4K-Aufnahme kühler als Galaxy S6

Kaan Gürayer 5

Scharf, aber strapaziös: Videoaufnahmen in 4K sind aufgrund ihrer Detailschärfe nicht nur eine Augenweide, sie beanspruchen auch den verbauten Prozessor aufs Äußerste und sorgen damit für eine erhöhte Wärmeentwicklung. Im direkten Hitzetest zwischen dem Galaxy S6 und Xperia Z3 Plus scheint überraschenderweise aber Sonys Topmodell den kühleren Kopf zu bewahren – trotz der Tatsache, dass im Xperia Z3 Plus der für seine notorische Hitzeentwicklung bekannte Snapdragon 810 verbaut ist. 

Eigentlich hat die Geschichte längst ihr Urteil über den Snapdragon 810 gefällt: Qualcomms aktuelles SoC, das in Smartphones wie dem HTC One M9 oder dem LG G Flex 2 seinen Dienst verrichtet, gilt aufgrund seiner Wärmeentwicklung als Reinfall. Umso erstaunlicher, dass der Chip während der Videoaufnahme in 4K aber offenbar merklich kühler als die Konkurrenz in Form des Exynos 7420 aus dem Hause Samsung läuft.

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Streng wissenschaftlich ist der Test natürlich nicht, den der YouTuber mit dem Nickname „Aems Grant“ durchgeführt hat. Für seinen Vergleich schnappt er sich einerseits ein Sony Xperia Z3 Plus, in Japan auch als Xperia Z4 bekannt, andererseits ein Samsung Galaxy S6.

In Samsungs aktuellem Smartphone-Flaggschiff arbeitet der Exynos 7420, der zwei Quad Core-Prozessoren miteinander verbindet. Beim ersten Vierkerner sind leistungsstarke A57-Kerne verbaut, die mit maximal 2,1 GHz takten. Der andere Quad Core-Chip besitzt A53-Kerne, die einen Takt von bis zu 1,5 GHz bieten. Gefertigt wird der Exynos 7420 im 14-nm-Verfahren. Der Snapdragon 810 verbindet ebenfalls zwei Vierkern-Prozessoren, wobei der erste Quad Core-SoC vier A57-Kerne besitzt, die mit maximal 2,0 GHz takten. Der zweite besteht aus vier A53-Kernen, die eine Taktfrequenz von 1,5 GHz besitzen. Im Gegensatz zum Samsung-Chip allerdings, wird der Snapdragon 810 noch im veralteten 20-nm-Verfahren gefertigt.

Snapdragon 810 bei 4K-Videoaufnahme deutlich kühler

Aber genug der schnöden Einzelheiten, wie schnitten Snapdragon 810 und Exynos 7420 nun im Vergleich ab? Die Temperatur der verbauten Chips wurde während des Tests mit dem Tool CPU-Z für Android gemessen. Vor dem Start besaß der Exynos 7420 eine Temperatur von gut 35 Grad Celsius, der Snapdrgaon 810 hingegen von etwas mehr als 32 Grad Celsius. Anschließend wurde für mehrere Minuten Videomaterial in 4K aufgenommen. Das Samsung Galaxy S6 begrenzt die 4K-Aufnahmen softwareseitig auf maximal 5 Minuten, das Xperia Z3 Plus besitzt hingegen keine solche Einschränkung. Nach 5 Minuten war also für das Samsung-Smartphone der Test beendet, bei Sonys Flaggschiff stoppte der Tester nach weiteren 1:20 Minuten die Aufnahme.

Das überraschende Ergebnis: Direkt nach dem Test betrug die CPU-Temperatur beim Exynos 7420 stattliche 74 Grad. Wohlgemerkt handelt es sich bei diesem Wert um die Innentemperatur des Chips, andernfalls würden sich Nutzer auch ganz schnell Verbrennungen an den Händen zuziehen. Die Temperatur des Exynos 7420 fiel dann zwar relativ schnell, mit der des Snapdragon 810 konnte sie aber nicht mithalten. Denn dieser wies eine Innentemperatur von lediglich 52 Grad auf – dass, obwohl das Xperia Z3 Plus knapp anderthalb Minuten länger im 4K-Hitzetest war.

Wärmeentwicklung hängt von vielen Faktoren ab

Wie eingangs bereits erwähnt: der Test ist nicht wissenschaftlich. Ob und inwieweit sich ein SoC erhitzt, hängt natürlich auch von anderen Faktoren ab – zum Beispiel, wie die Komponenten intern angebracht sind und welches Gehäusematerial ein Smartphone besitzt. Zumindest bei letztgenanntem herrscht aber Parität: Sowohl das Samsung Galaxy S6 als auch das Sony Xperia Z3 Plus besitzen schließlich rückseitig Elemente aus Glas.

Auf die Schnelle lässt sich nicht klären, wie die überraschenden Testresultate also zustandekommen. Möglicherweise war auf dem Sony Xperia Z3 Plus bereits der Software-Fix installiert, mit dessen Rollout Sony vor einigen Tagen gegen die Überhitzungsprobleme der Kamera-App des Z3 Plus begonnen hat. Allerdings soll dieser Fix ersten Tests zufolge noch nicht die Verbesserungen bringen, die sich das japanische Unternehmen eigentlich erhofft hat.

Quelle: Aems Grant@YouTube

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