Sonys neue Xperia-Oberfläche orientiert sich an Stock Android

Frank Ritter 8

Anfang der Woche berichteten wir über eine Initiative Sonys, bei der eine Handvoll Nutzer des Xperia Z3 aus Schweden einen exklusiven Blick auf die neu gestaltete Benutzeroberfläche der Smartphones erhaschen werden. Die Nutzer werden im Rahmen dieses geschlossenen Betatests obskurerweise zu Stillschweigen verpflichtet. Nun hat Sony aber vorab selbst verlauten lassen, wohin der Kurs geht: Weniger optische Anpassungen, weniger eigene Apps und ein Look, der frappant an Stock-Android erinnert.

Sonys neue Xperia-Oberfläche orientiert sich an Stock Android

Sonys eigene Android-Benutzeroberfläche hat sich in den vergangenen Jahren gefühlt relativ wenig verändert. Ob das nun der Grund für die anhaltenden Probleme des japanischen Konzerns auf dem Smartphone-Markt sind, sei mal dahingestellt. Not tut ein Neuanstrich so oder so durchaus.

Wie der Hersteller im eigenen Blog bekanntgab, ist das neue UI deutlich enger an Stock Android angelehnt und verzichtet offenbar auch auf Sony-eigene Features, allerdings nicht alle. Sony zufolge ist der aktuelle Entwicklungsstand, den die Betatester zu sehen bekommen, allerdings noch nicht als finales UI zu werten, vielmehr wolle man mit dem auf nur 500 schwedische Xperia Z3-Nutzer beschränkten Kreis eruieren, was an diesem Stil gut ankomme und was weniger. Wie genau die Software final aussehen wird, ist also noch nicht bekannt, hierzu werden wir wohl in der kommenden Woche mehr erfahren.

sony-xperia-new-ui-beta-App-drawer
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Die beiden im Blog-Artikel präsentierten Screenshots zeigen aber bereits einige Details: Der App-Drawer referenziert danach zwar noch nicht das mit Android 5.0 Lollipop eingeführte Karten-Layout, Ordner auf dem Homescreen sehen nicht gestapelt aus und das Uhren-Widget bleibt das von Sony bekannte. Dafür nutzt Sony deutlich stärker die AOSP-Apps, auch Icon-Schriftart, -Größen, App-Drawer-Button und Software-Buttons sind so, wie Google sie schuf. Im App-Drawer sind derweil noch einige Sony-Apps zu sehen: Album, Music, What’s New, Kamera, Support und Xperia Lounge.

Verantwortlich für diesen neuen Weg dürfte sich die seit Jahr und Tag gegenüber der Nutzerschaft offen agierende Software-Abteilung von Sony zeigen, die auch nach der Übernahme des Ericsson-Teils von Sony im Jahr 2012 weiter im schwedischen Lund weilt. In der Vergangenheit unterstützte diese regelmäßig Custom ROM-Entwickler wie FreeXperia, CyanogenMods Unterdivision für Sony-Geräte, veröffentlichte Quellcodes und Treiber-Binaries als Basis für Custom ROMs und war selbst ein wichtiger Zulieferer von Patches im Android Open Source Project. Mit Alin Jerpelea stellte Sony sogar einen Entwickler aus der Custom ROM-Community an. Insofern ist diese Hinwendung zu Vanilla Android nur folgerichtig, auch wenn wir uns in dem Zusammenhang bereits seit Langem fragen, warum es bislang noch kein Nexus-Gerät von Sony gab. Einen Neuanstrich hat die Sony-Software dringend nötig. Und mit den aktuellen Avancen in Richtung Stock Android geht Sony damit einen, zumindest aus unserer Sicht, richtigen Weg.

Quelle: Sony Mobile Blog

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