Sony Xperia Z5 Plus könnte 4K-Display verbaut haben

Kaan Gürayer 2

Wenn der passionierte Steak-Esser zum Veganer mutiert oder der überzeugte Atheist plötzlich Gott findet –Kehrtwenden sind immer bemerkenswert. Eine 180-Grad-Drehung der ganz besonderen Art könnte nun Sony hinlegen: Seit Jahren kritisiert der japanische Hersteller den Pixelwahn der Konkurrenz und blieb stoisch der Full HD-Auflösung treu. Das kolportierte Sony Xperia Z5 Plus könnte mit dieser Politik jetzt brechen – und ein Display mit 4K-Auflösung an Bord haben. 

Sony Xperia Z5 Plus könnte 4K-Display verbaut haben

Den Kollegen vom gut vernetzten Xperia Blog wurde das User Agent Profile (UAProf) des Sony E6833 zugespielt, das eine größere Version des Xperia Z5 sein und den dortigen Daten zufolge ein Display mit einer Auflösung von 3.840 x 2.160 Bildpunkten besitzen soll. Zudem soll das Gerät vom Snapdragon 810 angetrieben werden, wie die Modellbezeichnung des Chips (MSM8944) unmissverständlich klarmacht.

Kurz zur Klärung, was ein User Agent Profile (UAProf) überhaupt ist: Damit kann sich ein Gerät von einer Webseite identifizieren lassen, ohne eine komplette Liste mit all seinen Daten senden zu müssen. Stattdessen wird einfach auf eine URL verwiesen, wo der Hersteller alle notwendigen Daten wie Auflösung, verbauten Prozessor und weitere Spezifikationen auflistet. Ein komplettes oder zumindest teilweise komplettes User Agent Profile kann demnach ziemlich stichhaltige Hinweise auf die Hardware von noch unveröffentlichten Smartphones oder Tablets liefern, weshalb das UAProf des Sony E6833 also Ernst zu nehmen ist.

Abgesehen von der Auflösung und dem Prozessor geben die Daten im User Agent Profile allerdings nichts mehr preis. An dieser Stelle würde vor allem die Displaydiagonale interessieren, um aus dieser fast schon absurd hohen Auflösung das Maximum an Pixeldichte herauszuholen. Auf einer Displaydiagonalen von 5,5 Zoll hätte das Sony Xperia Z5 Plus beispielsweise eine Pixeldichte von 801 ppi, bei 6 Zoll wären es immer noch 743 ppi. Zum Vergleich: Das Samsung Galaxy S6 oder LG G4 kommen mit ihren WQHD-Displays auf eine Pixeldichte von 575 beziehungsweise 534 ppi.

Xperia-Z5-4K-display-UAProf

Xperia Z5 Plus: Gilt Sonys Einwand mit der Akkulaufzeit nicht mehr?

Interessant dürfte ferner die Frage sein, wieso Sony nun auf 4K-Displays setzt? Immerhin hat man vor nicht allzu langer Zeit noch erklärt, dass WQHD-Auflösungen Unsinn seien und man lieber bewusst auf Full HD setze, um die Akkulaufzeiten zu schonen. Dieser Sinneswandel entbehrt nicht einer gewissen Ironie, da ja 4K nochmal ein gutes Stück schärfer als WQHD ist und nach Sonys damaliger Argumentation der Akkulaufzeit sogar einen noch größeren Schaden zufügen sollte. Möglicherweise möchte Sony mit einem 4K-Display ja Samsung zuvorkommen, die ihrerseits

Kritisch ist außerdem der Snapdragon 810 zu sehen, der offenbar im Xperia Z5 Plus stecken soll. Ob Qualcomms aktueller High-End-Chip, der bekanntlich mit Hitzeproblemen zu kämpfen hat, die beste Wahl für ein Smartphone mit prozessorintensivem 4K-Display ist, sei mal dahingestellt. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass Content, der eine 4K-Auflösung wirklich voll ausreizt, noch immer Mangelware ist.

Marketing-Effekt von hochauflösenden Displays

Über Sinn und Unsinn von solch extrem hochauflösenden Displays kann man zwar vortrefflich streiten, eines ist aber nicht von der Hand zu weisen: Der Marketing-Effekt. Der unbedarfte Nutzer, der noch immer die Mehrheit ausmacht, steht im Media Markt vor dem Regal und sieht zwei Smartphones – eines mit WQHD-Display, ein anderes mit 4K-Display. Mindestens 8 von 10 werden sich für das Gerät mit 4K-Display entscheiden. Ob es praktische Vorteile hat, vielleicht sogar mehr schadet als nutzt, spielt keine Rolle. Möglicherweise hat es Sony mit dem Xperia Z5 Plus ja auf diese Kunden abgesehen.

Am Ende überwiegt aber trotz des UAProfs eine leichte Skepsis: Vor kurzem wurde von der Japan Display Inc. zwar ein Tablet-Display mit 4K-Auflösung vorgestellt – ein kleineres 4K-Display für Smartphones lässt aber noch auf sich warten. Neben Toshiba und Hitachi ist Sony am Joint Venture beteiligt und bezieht von dort die Bildschirme für seine Smartphones und Tablets.

Quelle: Xperia Blog  Hinweis: Das Artikelbild zeigt das Sony Xperia Z3. 

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