ASUS new PadFone A86 im Test: Aller guten Dinge sind vier

Amir Tamannai 19

PadFone, PadFone 2, PadFone Infinity, The new PadFone: ASUS beschert uns dieser Tage die mittlerweile vierte Version seines Steckbaukastens aus Smartphone und Tablet-Dock. Die Unterschiede der jüngsten Modelloptimierung sind dabei auf dem ersten Blick marginal — und dennoch machen sie das innovative Konzept erstmalig so richtig salonfähig, weil Preis und Marktpositionierung diesmal stimmen und die Basisspezifikationen vollständig auf der Höhe der Zeit sind. Wir haben das Update des Updates des Padfone 2 ausgiebig ausprobiert und klären im Testbericht, was das new Padfone besser macht und wo es weiterhin hakt.

ASUS new PadFone A86 im Test: Aller guten Dinge sind vier

Da musste ich gerade schmunzeln, als ich mir unseren Artikel zum PadFone Infinity zu dessen Vorstellung auf dem MWC 2013 im Februar dieses Jahres noch einmal durchlas — oder besser die Kommentare darunter: Unser prophetischer Leser Bling postulierte damals, dass ASUS dann wohl zu Weihnachten ein „PadFone 4 alias Infinity 2 mit S800/Adreno 330“ veröffentlichen würde. Hut ab, lieber Bling, Du solltest dich als Branchenexperte oder -Analyst verdingen. Mit dem new PadFone haben die Taiwaner nämlich genau das getan und das Infinity, das seinerzeit das Padfone 2 um edlere Optik, besser Auflösung un ein potenteres SoC optimierte, noch einmal mit frischer Hardware aktualisiert.

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So werkelt im Inneren der Kombi nun tatsächlich der Snapdragon 800 statt des S600 (respektive des S4 Pro) und inzwischen lösen sowohl die Tablet-Einheit als auch das Smartphone-Display — anders als noch beim PadFone 2 — mit Full HD auf. Außerdem wurden Akku und Display des Smartphones vergrößert und das Handset endlich mit einem micro SD-Kartenslot ausgestattet — allesamt willkommene Ergänzungen. Vielleicht die wichtigste Maßnahme: Das new Padfone kann nun auch ohne Tablet-Dock erworben werden; womit ASUS genau genommen sogar als Smartphone-Hersteller im High End-Segment debütiert; und das überdies mit einem kleinen Paukenschlag: Für nur 549 Euro UVP (16 GB-Modell) geht das auch unter der Bezeichnung Padfone A86 kursierende Gerät an den Start; das sind rund 100 Euro weniger, als andere Hersteller für vergleichbare Smartphones verlangen. Noch ist das Gerät nicht flächendeckend verfügbar, sehr wahrscheinlich ist aber, dass dieser Preis in den nächsten Wochen noch merklich sinken wird. In Kombination mit dem Full HD-Dock müssen dann zwar 799 Euro (UVP) hingeblättert werden — das sind aber immerhin 200 Euro weniger, als die Taiwaner noch für das Infinity veranschlagt hatten. Und: Das Bundle geht einigen Händlern bereits für knapp unter 700 Euro über den virtuellen Tresen.

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Auf dem Papier macht ASUS mit dem neuen Padfone A86 also alles richtiger, als bei den interessanten aber dann teilweise doch ein wenig am Markt vorbei konzeptionierten Vorgängern. Wie sich das neue Paket im Alltag schlägt und vom Padfone 2 abhebt, klären wir im Folgenden. Ob der gegeben Ähnlichkeit zum PadFone 2 werden wir lediglich auf die Unterschiede und Neuerungen des jüngsten Ablegers eingehen — wer sich umfassend über die Basics und das grundsätzliche Konzept sowie dessen Nutzen im Alltag informieren möchte, dem sei unser Testbericht zum PadFone 2 aus dem Dezember 2012 an Herz gelegt.

Design, Haptik, Verarbeitung

Anders als das PadFone 2, aber wie beim Infinity, spendiert ASUS dem neuen PadFone eine Alu-Rückseite, die dem Smartphone ein sehr edles, aber auch kaltes Look-and-Feel verleiht — und es 10 Gramm schwerer (145 Gramm) schwerer macht. Das ist in Anbetracht des Zugewinns an Wertigkeit aber völlig vertretbar, zumal das etwa erhöhte Gewicht auch dem mit 5 Zoll leicht gewachsenen Display und den damit verbundenen ebenfalls etwas größeren Dimensionen von 143,5 x 72,8 x 8,9 Millimetern geschuldet ist. Tatsächlich ist das Padfone A86 kein kompaktes Gerät: Legt man es direkt an ein HTC One oder ein Nexus 5, ist es nicht nur marginal breiter sondern vor allem ein gutes Stück länger.

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Der grau-violette Alu-Rücken des neuen PadFone ist mit einer leichten Längsschraffur versehen und geht an den Seiten nahtlos über eine abgeschliffene Kante, ähnlich der des HTC One, in den Gehäuserand über. Schaut man sich dieses und andere Details genauer an, erkennt man mit Staunen, wie hochwertig das Smartphone auch im Detail verarbeitet ist: Auf dem linken Rand sitzen der edle Power-Button und die mit gravierten Plus- und Minus-Zeichen versehen Lautstärkewippe, darüber ansprechend mit schräger Kante ausgefräst die Öffnung für den Lautsprecher, rechts sind der Nano-SIM-Schlitten und die Abdeckung für den micro SD-Slot perfekt in das Metall eingelassen. Der obere und untere Teil des Rahmens besteht zwar, mutmaßlich aus Gründen der Empfangsqualität, aus Kunststoff, das ist aber zum einen derart gut optisch auf Metall getrimmt, dass wir lange drücken und kratzen mussten, um überzeigt zu sein, dass es sich dabei wirklich nicht ebenfalls um etwas dunkleres Alu handelt; zum anderen wurden auch hier die Details, wie zum Beispiel die Buchse für das Headset (auch das ist übrigens sehr schick designt) am oberen Rand mit akribischem Schmuckring, so sauber und schön gestaltet, dass ich versucht bin festzuhalten: Im Detail und von hinten betrachtet ist das PadFone A86 noch einmal deutlich schmucker als das HTC One — allerdings wirkt das HTC-Gerät von vorne auf uns insgesamt dennoch schicker, weil graziler und ob der frontseitigen Lautsprecher im Antlitz interessanter. Dennoch muss an dieser Stelle ein großes Lob an ASUS‘ Design- und Fertigungsabteilung ausgesprochen werden, denn so viel Präzision und Hingabe bei der Verarbeitung eines Smartphones sieht man selten.

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Eine weitere Ähnlichkeit zum HTC One offenbart sich auf der Rückseite: Unten, unterhalb des ebenfalls edel eingelassenen silbernen PadFone-Schriftzuges verläuft quer ein Streifen, der die Antenne beherbergt. Ganz oben findet sich dann noch die 13 MP-Kamera und mittig der LED-Blitz. Zum micro-USB-Port am unteren Rand lässt sich positiv festhalten, dass dieser nunmehr keinen proprietären Stecker erfordert, obwohl über ihn auch die Verbindung zum Dock hergestellt wird — auch hier hat ASUS im Vergleich zum Vorgänger sinnvoll und im Sinne des Nutzers verbessert.

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Die Front ist wie angedeutet etwas langweiliger geraten, als der Rücken vermuten lässt: Das aufgesetzte 5 Zoll-Full HD-Display wird oben sichtbar von der 2 MP-Frontkamera und daneben vom rechteckigen Hörergrill mit eingelassenem Silbersteg unterbrochen, Licht- und Näherungssensor erkennt man bei genauem Hinsehen oben rechts. Unten, über dem ASUS-Logo sind die zeitweise beleuchteten Softtouch-Buttons für „Zurück“, „Home“ und „Multitasking“. Erstaunlicherweise fehlt dem neuen Padfone allerdings eine Benachrichtigungs-LED.

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Nichts geändert hat sich im Vergleich zum Infinity an der Tablet-Einheit des neuen PadFone: Hier haben wir es weiterhin mit einem grauen Kunststoffrücken zu tun, der auf der linken Seite einen Mono-Lautsprecher aufweist, während rechts (oben) Powerbutton und Lautstärkewippe positioniert sind. Am linken Rand gibt es noch einen micro-USB-Port, da der des Smartphones ja beim Einstecken nicht mehr zugänglich ist, Kamera und Kopfhörerbuchse des 5 Zollers werden aber auch im Tablet-Modus weiterhin genutzt.

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Das Display des Padfone A86

Die guten Nachrichten vorweg: Sowohl Smartphone- als auch Tablet-Einheit lösen nun in Full HD auf (Smartphone: 1920 x 1080, Tablet: 1920 x 1200) und sind damit beide im Jahr 2013 angekommen. Der IPS-Screen der Phones ist dabei für unseren Geschmack stets etwas zu dunkel, weswegen wir den entsprechenden Schiebregler immer beinahe auf Anschlag, mindestens aber im oberen Viertel positioniert haben; die Helligkeitsautomatik kann
dann auch getrost vergessen werden, sie regelt derart weit runter, dass es selbst in lichtarmen Umgebungen anstrengend ist, etwas auf dem Display zu erkennen.

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Ebenfalls negativ fiel uns auf, dass weiße Flächen immer mit einem leichten Stich ins Grau-Gelbe dargestellt werden. Dafür sind die Blickwinkel toll und auch die ausreichende Schärfe ist bei der Auflösung von 1920 x 1080 Pixel natürlich jederzeit gegeben. Die genannten Mankos gelten ebenso wie die Minuspunkte auch für das Tablet: Die Full HD-Auflösung ist eine willkommene Verbesserung gegenüber dem PadFone 2, wenngleich ASUS die auch schon im Infinity realisiert hatte. Auch das Tablet leuchtet aber latent zu dunkel und zeichnet bei weißen Flächen ein leicht gelbstichiges Bild.

ASUS-new-PadFone-A86-Tablet-close

Ansonsten sind aber alle Farben und die Schwarzwerte auf den Displays des neuen PadFone kräftig und insgesamt machen die Screens in der Benutzung Spaß — sie sind nur eben nicht die besten ihrer Klasse.

ASUS-new-PadFone-A86-Display1

Hardware und Performance

Der deutlichste Unterschied zwischen neuem PadFone und PadFone Infinity beziehungsweise PadFone 2 ist das verbaute SoC: Statt Snapdragon 600 oder S4 Pro kommt im A86 ein ausgewachsener Snapdragon 800 zum Einsatz und damit der schnellste derzeit erhältliche Chipsatz für mobile Geräte mit Android-OS. Ihm zur Seite stehen, wie inzwischen ebenfalls Standard in der High End-Klasse, 2 GB RAM. Diese beiden Fakten schlagen sich in der Leistungsfähigkeit nieder und lassen das A86 sowohl im Alltag als auch in Benchmarks, wie erwartet, in der absoluten Oberklasse mitmischen.

Benchmark ASUS new Padfone LG G2 Sony Xperia Z1
Antutu 4.0.1 Total 34621 35043 34201
Antutu UX (Multitask/Dalvik) 6408/3622 6882/3649 6401/3511
Antutu CPU (integer/float) 3415/3823 3260/3494 3216/3382
Antutu RAM (Operation/Speed) 1617/2558 1477/2649 1463/2602
Antutu GPU (2D/3D) 1634/9813 1615/9440 1643/9547
Antutu I/O (Storage/Database) 1036/695 1912/665 1761/675
CF-Bench 1.3 Overall 37005 33240 34902
CF-Bench Java 35047 30954 32696
CF-Bench Native 399944 36669 38211
GFXBench 2.7
(2.7 T-Rex HD Offscreen)
1290 Frames
23 fps
1221 Frames
22 fps
1285 Frames
23 fps
GFXBench 2.7
(2.5 Egypt HD Offscreen)
6862 Frames
61 fps
6381 Frames
56 fps
6779 Frames
60 fps
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Top-Performance bringt das neue Padfone also auf den 5 Zoll-, aber eben auch auf den 10 Zoll-Screen der Tablet-Einheit und dadurch avanciert es neben Samsungs Galaxy Note 10.1 2014 zum aktuell schnellsten erhältlichen Tablet dieser Größenordnung. Und das spürt der Nutzer natürlich äußerst angenehm vorrangig beim Spielen von grafikintensiven Games, aber eben auch in allen anderen Bereichen der Anwendung.

So sehr mancher sich möglicherweise im Vorfeld über diese erneute Modellpflege ASUS‘ gewundert haben mag — mit dem Upgrade auf den Snapdragon 800 haben die Taiwaner eine gute Maßnahme ergriffen, das neue PadFone leistungstechnisch in der allerersten Liga zu platzieren — und dass der Preis für Smartphone und Kombi im Vergleich mit dem Vorgänger nicht gestiegen, sondern im Gegenteil sogar gesunken ist, macht die innovative Kombination aus Smartphone und Tablet-Monitor insgesamt zu einem ziemlich attraktiven Bundle; oder eben nur Smartphone.

ASUS-new-PadFone-A86-Tablet-Drawer

Ein kurzes Wort zur Software: ASUS installiert auf dem neuen PadFone Android 4.2.2 und legt darüber sein gewohnt dezentes aber funktionales UI, das kaum mit Bloatware, aber zahlreichen sinnvollen Ergänzungen — beispielsweise gute Schnellzugriffe in der Benachrichtigungsleiste — aufwartet. Ob und wann es das Update auf Android 4.3 oder gar 4.4 geben wird, dazu ist aktuell noch nichts bekannt.

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Kamera

Beim PadFone 2 hatten wir die verbaute 13 MP-Kamera noch kritisieren müssen, die Ergebnisse sowohl in Foto- als auch in Videoform waren sehr durchwachsen. Auch das neue Padfone kommt mit einem 13 MP-Modul daher, diesmal stimmen uns die Schnappschüsse aber erfreulicherweise glücklicher. Auch die Kamera-App gefällt derweil mit gutem UI und vielen Optionen und Bildoptimierungen, die schnell und intuitiv erreichbar sind.

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Die Fotos sind allesamt guter Durchschnitt, ach was, auf dem Niveau von aktuellen Oberklassegeräten — ohne dabei aber besonders herauszustechen. Besonders gut gefallen uns die Makroaufnahmen, beim Fotografieren sollte der Nutzer aber grundsätzlich darauf achten, manuell zu fokussieren, denn der Autofokus hat für unseren Geschmack zu oft unscharfe Bilder produziert.

Die 1080p-Videos, die das neue PadFone aufzeichnet, sind zwar deutlich besser als noch beim Vorvorgänger, aber immer noch nicht allererste Sahne: Deutlich wird das Fehlen einer Option zur Bildstabilisierung am insgesamt sehr ruckeligen Video und bei schnellen Schwenks stellt sich ein fast schon Inception-esker Rolling Shutter-Effekt ein.

Alles in allem ist die Kamera des PadFone A86 aber in Ordnung und spielt wenigstens in Sachen Fotografie auch endlich in der Oberklasse mit.

Sound, Konnektivität und Speicher

Anders als beim PadFone 2, wo der Lautsprecher noch auf dem Rücken des Gerätes platziert war, sitzt dieser nun am rechten Rand, in der Horizontalen also obenauf. Das ist nach unserem Empfinden die zweitbeste Postion, nach den seitlich-frontalen Boxen bei HTCs One-Serie — beim neuen PadFone ist somit sichergestellt, dass der Speaker so gut wie nie von der haltenden Hand oder Fingern abgedeckt werden kann.

ASUS-new-PadFone-A86-speaker

Und laut ist er auch noch, der Mono-Speaker, allerdings klingt er zuweilen und vor allem am Anschlag etwas dünn, blechern und schließlich scheppernd, wenn man es denn mit der Lautstärke übertreibt. Das gilt auch für die Box in der Tableteinheit. Dennoch: Filme, Spiele und Musik bei Zimmerlautstärke machen mit dem neuen Padfone auch akustisch Spaß — wenn auch nicht unbedingt etwas her.

ASUS-new-PadFone-A86-Headset

Für ein etwaiges weiteres Update der PadFone-Reihe empfehlen wir ASUS allerdings abermals, doch wenigstens im Tablet-Dock Stereo-Lautsprecher, idealerweise mit Ausrichtung nach vorne, zu verbauen.

Neu und sehr willkommen ist der micro SD-Kartenslot an der Smartphone-Einheit, auch weil das neue PadFone hierzulande lediglich mit 16 GB internem Speicher verkauft wird. Mobile nimmt das Smartphone via DC-HSPA oder LTE mit dem Netz Verbindung auf, für Konnektivität zuhause oder im Büro sorgt Dual-Band WLAN bis hoch zum ac-Standard.

ASUS-new-PadFone-A86-back-side

Zur Positionierung in Maps und anderen Anwendungen setzt das neue PadFone auf A-GPS und GLONASS, die Ortung kommt fix zustande, wenn auch auf Anhieb nicht so richtig präzise, sofern die unterstützende Standortbestimmung durch Netzwerke ausgeschaltet ist — hier dürfte das Alugehäuse eine latent hemmende Rolle spielen.

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Akku und Alltag mit des neuen PadFone

Einen 2.400 mAh-Akku verbaut ASUS im neuen PadFone, das klingt nicht nach allzu viel Ausdauer — dennoch muss man sich keinerlei Sorgen machen, mit dem A86 nicht über den Tag zu kommen: Den kürzesten Nutzungszeitraum, den ich mit dem Gerät ohne Zwischenstopp erreicht habe, waren 18 Stunden, und da hatte ich auch ordentlich Anomaly 2 und überhaupt sehr viel mit dem Smartphone selbst gespielt. In der Regel, sprich bei normaler Nutzung mit zig synchronisierenden Konten und Display-Helligkeit auf 100 Prozent waren am Ende eines Tages meist noch 40 Prozent Akkukapazität übrig. Hinzu kommt noch die Akkukapazität des Tabletdocks, das seinerseits noch einmal satte 5.000 mAh zusätzlich in die Waagschale wirft.

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So schön das Alu-Gewand des neuen PadFone ist, es birgt zwei kleine Nachteile, die sich im Alltag bemerkbar machen: Zum einen ist es wie erwähnt merklich schwerer als beispielsweise ein Nexus 5, zum anderen liegt es gerade jetzt in der kalten Jahreszeit zeitweise unangenehm kühl in der Hand. Das sind marginale und systemimmanente Kritikpunkte, dennoch mögen sie für manchen Nutzer im Alltag eine Rolle spielen.

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In Sachen Telefonie und Konnektivität bewegte sich das neue PadFone stets im grünen Bereich, uns sind keine diesbezüglichen Aussetzer, Verbindungsabbrüche oder Ähnliches untergekommen. Was uns allerdings verständnislos zurücklässt, ist die Tatsache, dass das neue PadFone weiterhin keine Benachrichtigungs-LED hat — das mag für manch einen nebensächlich sein, für zahlreiche Nutzer ist dieses Feature im Alltag aber sehr wichtig und vor allem inzwischen bei beinahe jedem Gerät selbst in der Einsteigerklasse Standard.

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Fazit zum neuen PadFone

So muss Modellpflege aussehen! Besserer Chipsatz, bessere Verarbeitung, bessere Vermarktung, besserer Preis und viele kleine Detailverbesserungen — kurzum (und um das Wiewort „besser“ noch ein wenig mehr zu strapazieren): ASUS macht mit dem neuen PadFone alles besser als noch beim PadFone 2 und dessen Upgrade, dem Infinity.

ASUS-new-PadFone-A86-dock (2)

Das A86 ist schnell, betörend schön, hat nunmehr einen micro SD-Slot, löst in beiden Nutzungs-Konstellationen mit Full HD auf, läuft lange mit einer Akkuladung und kostet gar nicht mal so viel. Wie erwähnt liegt der UVP für das Smartphone bei 549 Euro, für das Bundle bei 799 Euro. Letzteres wird wie erwähnt zum Teil aber bereits für Preise knapp unter 700 Euro verkauft, was ein wahnsinniges Schnäppchen bedeutet: Hier gibt es zum Kostenpunkt manches High End-Smartphones noch ein 10 Zoll-Tablet dazu.

Naja, nicht ganz, denn die grundsätzliche Kritik an Konzept PadFone gilt auch für das Neue: Es ist eben kein Smartphone plus Tablet, sondern ein Smartphone plus Tablet-Monitor mit zusätzlichem Akku. Man erhält nicht zwei, sondern maximal anderthalb Geräte — wohlgemerkt mit dem Vorteil, auf ein auf den Nutzer eingerichtetes und individualisiertes OS in beiden Konstellationen zurückgreifen zu können. Das kann zuweilen praktisch sein, wird demjenigen, der zwei unabhängig voneinander funktionierende Geräte möchte, aber nicht reichen.

ASUS-new-PadFone-A86-cam

Dennoch: Für unter 700 Euro sollten alle, die den Kauf eines schicken High End-Smartphones erwägen und Inhalte ab und an auch in 10 Zoll genießen möchten, das neue PadFone in jedem Fall auf dem Schirm haben. Und wer nur ein schickes und potentes Full HD-Smartphone haben möchte, der darf das 549 Euro-günstige Smartphone für sich ebenfalls in den Kreis der engeren Kandidaten packen — ob Xperia Z1, LG G2 oder eben ASUS new PadFone ist schlussendlich nur eine Frage des Geschmacks.

Wertung

  • Display: 4/5
  • Verarbeitung, Haptik und Design: 5/5
  • Kamera: 4/5
  • Software: 4/5
  • Performance: 5/5
  • Multimedia und Audio: 4/5
  • Konnektivität, Telefonie und Speicher: 5/5
  • Akku und Alltagstauglichkeit: 4/5
  • halber Punkt Abzug für fehlende Benachrichtigungs-LED: - 0,5

Insgesamt: 4,3/5

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Pro

  • Beeindruckend hochwertige Verarbeitung
  • Sehr performant
  • Sowohl allein als auch mit Tablet-Dock zum fairen Preis

Kontra

  • Display zu dunkel und mit Gelbstich
  • Scheppernder Lautsprecher
  • Für einen 5 Zoller recht groß und schwer

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