Turing Phone: Unverbiegbar, unhackbar, unwahrscheinlich [Update]

Tuan Le 6

„Ultrasicher und stärker als Stahl“ – so bewirbt das Unternehmen Turing Robotic Industries das hauseigene Topmodell und versucht, mit dem Turing Phone deutlich aus der Masse der Mitbewerber zu stechen: Während das Smartphone gegen physische Schäden durch ein sogenanntes Liquidmorphium-Gehäuses geschützt ist, sorgen komplexe Privacy Keys im Inneren für den Schutz der persönlichen Informationen vor unbefugtem Zugriff.

Turing Phone: Unverbiegbar, unhackbar, unwahrscheinlich [Update]

Update: Wider erwarten ist nun tatsächlich die Vorbestellungsphase für das Turing-Phone gestartet – genau genommen handelt es sich hierbei aber eher um ein Reservierung, bei der man sich für eine der drei Farbvarianten Beowulf, Pharao oder Cardinal sowie die 16, 64 und 128 GB-Version vormerken lassen kann. Zudem wurden nun auch konkrete Preise genannt: 610, 740 beziehungsweise 870 US-Dollar werden für das Smartphone fällig. Dennoch ist aktuell zur Registrierung lediglich die Angabe der eigenen Anschrift und E-Mail-Adresse notwendig, Zahlungsinformationen müssen noch nicht hinterlegt werden. Weiterhin schuldig bleibt uns der Hersteller allerdings einen konkreten Release-Termin für das Smartphone.

Turing-Phone-bestellung

Liquidmorphium ist der Stoff, aus dem Smartphone-Träume gemacht sind - wenigstens sieht das Syl Chao, seines Zeichens der Chef von Turing Robotic Industries, so. Die Metalllegierung soll widerstandsfähiger und effizienter im Hinblick auf die Verarbeitung als Stahl oder Aluminium sein. Beste Voraussetzungen also, um in einem Smartphone als Gehäusematerial zum Einsatz zu kommen. Das Turing Phone trägt die im Gerät zum Einsatz kommende Innovation optisch dann auch deutlich zur Schau — in der rotsilbernen Variante erinnern die scharfen Kanten und das industrielle Design des Turing Phone eher an eine Erfindung vom Iron Man Tony Stark als an aktuelle Smartphones. Der Fingerabdrucksensor am Rahmen gehört da noch zu den unspektakulärsten Features: So wurde eine spezielle Nanobeschichtung im Inneren verwendet, die selbst bei eindringendem Wasser die sensiblen Komponenten des Turing Phone beschützt.

turing-phone-seite

Interessant ist auch, dass anstelle eines herkömmlichen USB-Ports ein Magnetport auf der Unterseite zu finden ist. Die restlichen Spezifikationen sind indes nicht revolutionär, aber durchaus annehmbar: Das 5,5-Zoll-Display löst mit Full HD auf, befeuert wird das Smartphone vom Snapdragon 801-SoC mit einer Taktung von 2,5 GHz. Außerdem gibt es 3 GB DDR3 RAM sowie 16, 64 oder 128 GB internen Speicher. Der Akku soll eine Kapazität von 3.000 mAh besitzen, die Kameras mit 13 MP beziehungsweise 8 MP auflösen. Mit Abmessungen von 151,8 x 77,10 x 9,05 Millimeter ist das Turing Phone nicht unbedingt kompakt oder schlank, über das Gewicht macht der Hersteller bislang noch keine Angaben.

Turing-Phone-Rendering

Turing Key: Spezieller Code ermöglicht eindeutige Identifizierung

turing-phone-rueckseite

Darüber hinaus soll das Smartphone auch software-seitig state-of-the-art sein und hohe Sicherheitsanforderungen erfüllen. Auf Grundlage von Android 5.1 Lollipop hat Turing Robotic Industries eine neue Oberfläche entwickelt, deren System-Applikationen fast alle eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unterstützen. Zudem kommt jedes Turing Phone mit einem speziellen Code, dem so genannten Turing Key. Dieser wird durch zahlreiche komplexe Sicherheitsmechanismen geschützt und soll dadurch nahezu unmöglich von Hackern in Erfahrung gebracht werden können. Sinn hinter dem Key ist die eindeutige Identifizierung des jeweiligen Nutzers, beispielsweise zur Tätigung von Einkäufen. Der Dienstleister muss hierzu ebenfalls einen Turing Key über eine entsprechendes API in die jeweilige App einbinden, danach sollen sichere Einkäufe auch ohne die Übertragung von sensiblen Daten möglich sein. Nettes Gimmick: Mit dem Turing Phone will man auch eine neue Kryptowährung ähnlich Bitcoin mit dem Namen Turing Coin einführen – jeder Käufer eines Turing Phone soll eine Einheit der Währung erhalten.

turing-phone-magnet-safe

Turing Phone: Bislang noch viele Unklarheiten

Turing-phone-foto

Laut Turing Robotic Industries soll das Smartphone ab dem 31. Juli vorbestellt werden können, doch wann es auf den Markt kommen wird, ist im Moment völlig unklar. Derzeit arbeitet der Konzern noch an einer neuen Akkulösung, die vermutlich erst in 8 Monaten fertiggestellt wird. Des Weiteren könnte es Rechtsstreitigkeiten mit Apple geben, da Cupertino die Exklusivrechte an der Verwendung der rechtlich geschützten Metalllegierung Liquidmetal besitzt und es sich bei Liquidmorphium wohl nur um eine Abwandlung desselben handelt.

In der Theorie klingt das Turing Phone durchaus nach einem attraktiven Gerät, doch ob es letzten Endes die Erwartungen erfüllen kann, bleibt abzuwarten. Der aktuelle Stand der Entwicklung des Gerätes scheint gerade auf der Software-Ebene noch nicht allzu weit fortgeschritten zu sein. Ob die Turing Key-Verschlüsselung tatsächlich dazu in der Lage sein wird, Hacker mit fachlicher Expertise abzuhalten, ist ebenfalls fraglich. Primär macht das bis dato völlig unbekannte Unternehmen Turing Robotic Industries eher den Eindruck, man wolle einen möglichst großen Hype um das Smartphone generieren; ob das Turing Phone diesem gerecht werden kann - und ob es überhaupt in dieser Form auf den Markt kommt -, muss sich noch zeigen.

Quelle: Wired, Macrumors via Venture Beat, Android Police

OnePlus One bei Amazon kaufen *

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

Weitere Themen

* Werbung