Ubuntu Edge: Crowdfunding gescheitert, Projekt am Ende

Sven Kloevekorn 22

Vor einem Monat hatten wir über das Projekt Ubuntu Edge berichtet und die Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo dazu. Die Ubuntu-Mutterfirma Canonical wollte ambitionierte 32 Millionen Dollar einsammeln, um die Entwicklung eines Dualboot-Smartphones zu finanzieren, das entweder mit Android oder als Desktop-PC-Ersatz mit Ubuntu Linux hätte laufen sollen. Jetzt ist die Crowdfunding-Frist abgelaufen, und das Finanzierungsziel wurde um nicht weniger als 20 Millionen Dollar verfehlt, was das Aus für das Projekt bedeutet.

Die Idee klang viel versprechend und sorgte dementsprechend für Aufmerksamkeit: Ein 4,5-Zoll-Smartphone mit High End-Quad Core-SoC, 4 GB RAM, 128 GB Flashspeicher, 720p-Display und zwei LTE-Antennen. Unter Android hätte es als normales Smartphone genutzt werden können, auf dem sich aber auch ein Ubuntu Linux booten lässt, das zusammen mit externer Peripherie den Einsatz des Gerätes als vollwertigen Desktop-PC ermöglicht hätte. Mit der Finanzierung sah es zunächst gut aus, denn in den ersten Tagen konnten bereits einige Millionen eingesammelt werden. Gleichwohl hatten wir in unserem Artikel bereits die Frage aufgeworfen, ob dieses bisher ambitionierteste Crowdfunding-Projekt im Hinblick auf die enorme Summe von 32 Millionen Dollar Aussicht auf Erfolg haben könnte. Zum Vergleich: Für die Entwicklung der Pebble Watch wurden über Kickstarter 10,3 Millionen Dollar eingesammelt, was den bisherigen Rekord markierte.

Der Enthusiasmus der ersten Tage hielt bei den Backern aber nicht lange an, denn mit den bis zum Stichtag gesammelten 12,8 Millionen Dollar hat das Projekt gerade einmal 40 % der geplanten Summe erreicht – trotz mehrfach angepasster Preise. Jono Bacon, seines Zeichens Community Manager von Ubuntu, äußerte in einem Interview mit dem WebStandard, dass es nun zwar kein Ubuntu Edge geben werde, die Aktivitäten rund um Ubuntu Phone aber keineswegs aufgegeben würden. So sei das Ubuntu Edge nur „ein Pfeil im Köcher“ gewesen. Das Projekt Ubuntu Phone hat sich zum Ziel gesetzt, Hardwarehersteller davon zu überzeugen, in eigener Regie Smartphones für das gleichnamige Mobilbetriebssystem zu entwickeln. Über den Stand der Verhandlungen wollte Bacon im Interview aber wegen bestehender Geheimhaltungsabkommen nichts sagen. Aus Marketingsicht zeigte er sich trotz allem zufrieden mit der Crowdfunding-Aktion für das Ubuntu Edge: Das große Interesse und die breite Berichterstattung hätten bewiesen, dass durchaus Bedarf an einem solchen Gerät bestehe.

Quellen: Gizmodo, derStandard

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung