Hochinteressantes Projekt, das die Ubuntu-Community da anschiebt. Mit dem Ubuntu Edge will man 2014 ein 4,5 Zoll-Smartphone für Enthusiasten mit Android und Ubuntu Linux im Dual Boot-Modus auf den Markt bringen, das nicht nur State-of-the-Art-Spezifikationen und ein herausragendes Design vereint, sondern auch ausschließlich über eine Indiegogo-Crowdsourcing-Kampagne verkauft wird - mit dem ambitionierten Finanzierungsziel von 32 Millionen Dollar.

 

Ubuntu Edge

Facts 

Im Mai 2014 soll das Ubuntu Edge auf den Markt kommen und dürfte damit aller Wahrscheinlichkeit nach direkt dem Samsung Galaxy S5 Konkurrenz machen. In Sachen Spezifikationen klotzt man entsprechend ran: Neben dem bei Finalisierung der Hardware schnellsten verfügbaren Quad Core-Prozessor sollen in dem Smartphone mindestens 4 GB RAM und 128 GB Flashspeicher verbaut werden. Mag das für ein Android-Smartphone aus heutiger Sicht noch ein wenig überdimensioniert klingen, ist das Dual Boot-System ebenfalls darauf ausgelegt, ein vollständiger Ubuntu-PC zu sein, den man, an entsprechende Peripherie angeschlossen, ohne Kompromisse als Linux-basierten Bürorechner verwenden und mit denselben Apps und Daten nutzen kann. Ein hybrider Ubuntu-Modus, der aus der Android-Umgebung gestartet werden kann, wird auch den Zugriff auf Android-Apps gewähren (siehe unsere Ubuntu für Android Videodemo auf der CES 2013).

Hier eine Video-Demo der Software-Umgebung:

Auch die übrigen Hardware-Spezifikationen des Ubuntu Edge lesen sich hervorragend: Ein 720p-Display auf einer Display-Diagonale von 4,5 Zoll soll den optimalen Kompromiss aus Bildschirmgröße und Bedienbarkeit repräsentieren, letzteres vor allem auch für die in Ubuntu for Phones vorherrschenden Bildschirmgesten. Bewusst hat man sich für ein kleineres Display mit „nur“ 720p (334 ppi) entschieden, weil jenseits von 300 ppi Pixeldichte vom menschlichen Auge keine Unterschiede in der Schärfe mehr ausgemacht werden können, wichtiger sind den Ubuntu-Designern Werte wie die Maximalhelligkeit, Sättigung und Farbtreue. Extrem kratzfestes Saphirglas schützt das Display, zwei LTE-Antennen sollen optimale Daten-Konnektivität sowohl in Amerika als auch in Europa sicherstellen.

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Beim vergleichsweise kantigen Metall-Design legt man auf höchste Verarbeitungsqualität Wert. Schließlich soll im Ubuntu Edge noch ein neuartiger Silizium-Anoden-Akku verbaut werden, der deutlich mehr Kapazität als herkömmliche Akkus desselben Volumens verspricht. Eine 8 MP-Kamera soll überdies besonders gute Ergebnisse bei schlechten Lichtverhältnissen produzieren.

Hier das Indiegogo-Projektvideo zum Ubuntu Edge:

Das klappt eh nicht, will man da in einem ersten Impuls in den Raum rufen, denn eine Crowd-Finanzierung von umgerechnet über 24 Millionen Euro scheint zunächst einmal kaum vorstellbar. Zum Vergleich: Das höchstfinanzierte Kickstarter-Projekt bislang war die Pebble Watch mit rund 10,3 Millionen Dollar (7,8 Millionen Euro).

Sollte die Ubuntu Foundation es allerdings schaffen, auch nur im Ansatz dasselbe Interesse hervorzurufen, könnte es mit der Finanzierung tatsächlich klappen, denn das Ubuntu Edge ist natürlich ungleich teurer als die Smartwatch. Die ersten Geräte sind für 600 US-Dollar (ca. 460 Euro) verkauft worden, der reguläre Preis beträgt nun 830 Dollar (ca. 630 Euro). Zurzeit sind dann auch bereits rund 10 % des Finanzierungs-Ziels erreicht. Wir berichten natürlich über weitere Entwicklungen zum Projekt.

Ubuntu Edge bei Indiegogo [via reddit]