Nach dem großen Interesse am Oppo Find 5 haben wir das Glück einen Leser gefunden zu haben, der derzeit in Asien unterwegs ist und ein Xiaomi MI2S ergattern konnte. Hier ein kurzer Einblick in die Spitzenkonkurrenz aus China - geschrieben von Jan Markhoff

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Überblick - Hardware

Trotz seines deutlich kleineren Displays von „lediglich“ 4,3 Zoll mit einer HD Auflösung braucht sich das XiaomiMI2S aus China nicht vor den ganz großen Namen zu verstecken. Ausgestattet mit einem Quad-Core Qualcomm Snapdragon 600 Prozessor,  welcher auf 1,7 GHz getaktet ist und sich auch im HTC One wiederfindet, sowie 2 GB RAMund einer Adreno 320 GPU, ist die Rechenpower gleichauf mit den derzeitigen Spitzen-Smartphones.

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Intern verbaut sind wahlweise 16 oder 32 GB Speicher, der nicht erweitert werden kann. Der Standard-Akku hat 2000 mAh, wobei es auch einen 3000 mAh Akku zu kaufen gibt. Dieser lässt das schöne Xiaomi MI2S dann allerdings 2 mm dicker werden. Die Abmessungen mit dem normalen Akku betragen 62 x 126,2x 10,2 mm, das Smartphone wiegt 145 Gramm und liegt gut in der Hand. Neben dem Telefon befindet sich im Lieferumfang ein USB Kabel sowie ein Ladeadapter mit Landesstecker (taiwanesisch).

Zu kaufen gibt es das XiaomiMI2S in unterschiedlichen Farben, diese können aufgrund der abnehmbaren Rückseite (Akku austauschbar) leicht dem persönlichen Geschmack angepasst werden. Der Power-Button befindet sich auf der rechten Seite in der Mitte, die Lautstärke-Wippe ist oberhalb angeordnet. Der USB Anschluss befindet sich auf der Unterseite, der Kopfhörereingang auf der Oberseite. Die linke Seite ist komplett frei.

Unterhalb vom Display befinden sich drei Sensortasten, die leider nicht beleuchtet sind. Dies kann im Dunkeln am Anfang zu Verwirrung führen – aber man gewöhnt sich unglaublich schnell daran. Unterhalb der mittleren Sensortaste befindet sich außerdem eine Benachrichtigungs-LED, die sogar in unterschiedlichen Farben blinken kann, sodass zwischen E-Mail, verpasstem Anruf, schwachem Akku und anderem unterschieden werden kann, ohne das Gerät aufwecken zu müssen. Super Sache! Die Rückseite bietet zusätzlich zu der Frontkamera mit 2,1 Megapixeln eine 8 oder sogar 13 Megapixel Kamera mit einer 2.2 Blende, Blitz und BSI Sensor. Welche der Kameras eingebaut ist, hängt vom gewählten internen Speicher ab (Die 32 GB-Version des Xiaomi MI2S bekommt zusätzlich die bessere 13 Megapixel Kamera).

Display und Kamera

Bei vielen günstigen chinesischen Smartphones leiden Display und Kamera unter dem Preis. Dies ist beim Xiaomi MI2S absolut nicht der Fall. Das Display ist trotz der geringeren absoluten Auflösung als (beispielsweise im Vergleich zum HTC One) immer noch knackscharf. Dies liegt auch an den kleineren Displayabmessungen. Mit 342 ppi liegt die Pixeldichte sogar über der des iPhone 5 – eine echte Augenweide. Auch in der taiwanesischen Sonne bleibt das Display ablesbar, auch wenn das etwas schwierig ist.

Die Kamera ist eine der Stärken des Xiaomi MI2S. Mit 13 Megapixeln und einer 2.2 Blende sowie dem BSI Sensor werden Fotos und Videos auch in schlechten Lichtverhältnissen gut aufgenommen, Bildrauschen ist verhältnismäßig gering. HDR wird für Fotos und Videos unterstützt, zusätzlich gibt es Gesichtserkennung, Panorama und einige vorinstalliere Filter. Im professionellen Modus können sogar weitere Kameraeinstellungen wie beispielsweise die Iso-Zahl eingestellt werden. Ein Alleinstellungsmerkmal bietet die Videokamera, welche neben Full HD-Videos auch Slowmotion-Videos mit bis zu 90 Bildern pro Sekunde aufzeichnen kann.

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Akku

Der Akku hält bei mir bei starker Nutzung ungefähr einen Tag. Die „Display time on“ mit einer Akkuladung liegt bei 4h 35min – ein akzeptabler Wert. Für besonders starke Nutzer gibt es wie gesagt noch den 3000 mAh Akku, mit dem auch der zweitägige Einsatz möglich wird.

Benutzeroberfläche / Betriebssystem

Viele von euch kennen vielleicht die Custom Rom MIUI, die mit einer großen Auswahl von Anpassungen überzeugen kann. Das Xiaomi MI2S ist sozusagen das Nexus-Gerät für diese Rom. Beim ersten Start kann lediglich zwischen Chinesisch und Englisch gewählt werden, wahlweise können später aber auch deutsche Roms geflasht werden, grundlegende Kenntnisse vorausgesetzt. Das Design des Betriebssystems ist stark an iOS angelehnt. So kann im hauseigenen „Themes Store“ auch jetzt schon kostenlos das „iOS 7 Theme“ runtergeladen werden. Mit Kopierschutz nimmt man das hier scheinbar nicht so genau. Aber auch typische Android Themes stehen zur Verfügung, sodass für jeden etwas dabei ist (Screenshots sind mit dem Standard-Theme aufgenommen).

Die Themes sind ein sehr einfacher und überzeugender Weg, das Design der Benutzeroberfläche komplett den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Einzeln und unabhängig voneinander geändert werden können so beispielsweise Taskleiste, Batterieanzeige,  Telefon- und SMS-App und die Icons für alle Apps. Neben der optischen Anpassbarkeit bietet die mitgelieferte Software einiges an innovativen Funktionen. So werden im Musik Player nur Dateien ab einer bestimmten (einstellbaren) Größe angezeigt, um Audioaufnahmen auszublenden.

Spam-SMS werden erkannt und automatisch aussortiert (gibt es hier in Asien sonst sehr viel!) und es gibt ein Antivirusprogramm sowie eine Backupfunktion. Diese benutze ich besonders vor dem Updaten der Telefonsoftware. Wöchentlich (!) gibt es eine neue Version von MIUI die bequem über WLAN installiert wird und das Telefon so immer auf dem neuesten Stand hält. Derzeit basiert das System auf Android 4.1.1 und läuft butterweich. Butterweich auch, weil Übergangsanimationen mit 60 fps aufgelöst und angezeigt werden – ein wirklich einmaliges Erlebnis ganz ohne Verzögerung.

Fazit und Preis

Was die Chinesen hier auf die Beine stellen ist wirklich erste Sahne. Mit dem „kleineren“ Display und der gleichzeitig starken Leistung geht man einen anderen Weg als HTC oder Samsung – meiner Meinung nach den richtigen. 4,3 Zoll sind für mich noch komfortabel mit einer Hand zu bedienen und geben dem Akku und der Hose eine gute Chance. Eine Schande, dass das Gerät bisher in Deutschland bzw. ganz Europa nur über Umwege zu haben ist, da es ausschließlich in China, Hongkong und Taiwan (hier hab ich es gekauft) vertrieben wird. Bestellseiten sind auch komplett in Chinesisch gehalten – an dieser Stelle nochmals vielen Dank an meine nette Kollegin Kobe, ohne die ich das Xiaomi Mi-2s niemals hätte bestellen können.

Der krönende Abschluss

Dieses High-End-Smartphone kostet mit 32 GB Speicher und besserer Kamera knapp 11.000 New Taiwan Dollar und damit halb so viel wie das HTC One hier in Taiwan, dem Heimatland von HTC. Umgerechnet sind das gerade mal 270 Euro für das XiaomiMI2S. Wem auch 8 Megapixel und 16 Gb interner Speicher reichen, der kommt sogar mit lediglich 240 Euro ans Ziel. Klare Kaufempfehlung für jeden der Englisch (oder sogar Chinesisch) sprechen kann und eine Reise nach Asien macht!  Einziger Wermutstropfen: derzeit ist das Gerät in ganz Taiwan ausverkauft und kann auch nicht mehr bestellt werden.

Danke an dieser Stelle auch noch einmal an Jan Markhoff, der uns seinen Testbericht zum Xiaomi MI2S direkt aus Taiwan hat zukommen lassen und der an dieser Stelle auch noch eine private Nachricht hinterlassen wollte: „Lieber Papa, auf diesem Wege nachträglich nochmal alles gute zum Vatertag! Dein Jan“.

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