Das in Russland entwickelte YotaPhone, welches neben einem regulären LCD ein rückseitiges E-Ink-Display aufweisen kann, war lange Zeit von der Bildfläche verschwunden. Nun gibt es ein neues Lebenszeichen: Im November soll das innovative Smartphone in den Verkauf gehen, zunächst allerdings nur auf dem Heimatmarkt.

Die Idee hinter dem YotaPhone ist so genial wie einfach: Auf der Rückseite des Smartphones befindet sich ein stromsparendes E-Ink-Display, das Inhalte des primären Bildschirms in einer Art Screenshot dauerhaft anzeigen kann, ohne Energie zu verbrauchen. So lässt sich unterwegs nicht nur stromsparend lesen, auch Kalendereinträge, entgangene Anrufe und dergleichen können auf dem zweiten Display angezeigt werden. Hier unser YotaPhone-Hands-On vom MWC 2013:

Trotz oder gerade ob dieses innovativen Ansatzes fiel es schwer, Unterstützer für das Projekt zu finden, und so soll es noch bis November dauern, bis das YotaPhone auf den Markt kommt. Doch selbst dann rechnet man mit geringen Absätzen: Russlands größter Smartphone-Einzelhändler Euroset hat nur 70.000 Exemplare bestellt, andere Vertreiber sind noch weniger optimistisch. Bei einem angestrebten Preis zwischen 20.000 Rubel und 25.000 Rubel (460 Euro bis 576 Euro) dürfte sich der Andrang dann auch in Grenzen halten. Ob und wann der vertrieb international gestartet wird, kann noch nicht gesagt werden.

Abseits des innovativen Dual-Screen-Ansatzes reiht sich das YotaPhone in die Mittelklasse ein: Qualcomms Snapdragon S4 Pro und eine Auflösung von 1280×720 Bildpunkten bei 4,3 Zoll Bildschirmdiagonale gehören lange nicht mehr zur Oberklasse, reichen aber für die gängigsten Einsatzszenarien vollkommen aus.

Dass die Entwickler des YotaPhone trotz aller Widrigkeiten den richtigen Riecher hatten, zeigen ähnliche Produkte, die in dessen Windschatten mittlerweile angekündigt sind. Neben dem Alcatel One Touch Hero (Hands-On) mit e-Ink-Cover gibt es auch für Apples iPhone und das Samsung Galaxy Note 2 eine Schutzhülle mit integriertem E-Ink-Display – das Gajah InkCase.

Quelle: High-tech.mail.ru [via Android Community]