RedTube Porno-Abmahnwelle: Andere Portale betroffen & Aufrufe selbst generiert? (Update)

Martin Malischek 20

Es gibt Neuigkeiten der Anwaltskanzlei Urmann+Collegen (U+C): Die Kanzlei macht auch vor anderen Portalen nicht Halt, die Täter wurden bereits ermittelt. RedTube sei lediglich „ein Testballon“ gewesen, in den nächsten Monaten bekommen auch Nutzer anderer Portale Post von den Rechtsanwälten. Alle Infos zur RedTube-Abmahnwelle findet ihr hier.

Das Geschäft mit Pornos ist wohl nicht nur für die Portalbetreiber selbst lukrativ, sondern auch für Rechtsanwälte. So kündigten die mittlerweile für die Porno-Abmahnwelle bekannten Rechtsanwälte an, auch bei weiteren Portalen Nutzer ermittelt zu haben.

Wie kam der Rechtsanwalt an die IP-Adressen?

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Nicht nur die abgemahnten Filmchen selbst sind schlüpfrig, sondern auch die Ermittlung der Nutzerdaten, die urheberrechtlich geschütztes Material angesehen haben. So ist immer noch nicht bekannt, wie genau die für die Rechtsanwaltskanzlei ermittelnde Software-Firma an die Daten gekommen ist. Recherchiert man ein wenig, findet man heraus, dass beide Parteien sich die gleiche Anschrift teilen. Urmann ist sich sicher, dass die Gerichte zu seinem Urteil kommen werden, auch wenn er hierbei unterschiedliche Rechtsausgänge erwartet.

Urmann ist sich sicher: Seine Abmahnungen halten vor Gericht Stand

Während der Großteil von Rechtsanwälten davon ausgeht, dass man für das Streamen von illegal beschafften Filmen nicht belangt werden kann, ist er zuversichtlich: „Herunterladen in den Arbeitsspeicher beim Streaming“ stellt „eine Vervielfältigung im Sinne des Urheberrechts-Gesetzes“ dar, sagte er der Zeitung Welt. Spätestens „in fünf bis acht Jahren“ wird sich die Rechtslage eindeutig im Sinne des abmahnenden Anwalts klären, versichert er.

In den Abmahnungen wird ein Schadensersatz von 250€ gefordert und außerdem die Zustimmung einer Unterlassungserklärung, keine weiteren urheberrechtlich geschützten Güter anzusehen.

Update: Aufrufe selbst generiert?

Mehreren Usern zu Folge scheint der Verdacht nahe, die Anwaltskanzlei hat die Besuche der Seite selbst generieren lassen. Es gibt auf Porno-Webseiten Anzeigen, die wie Videos der Seite eingebettet sind, deren Bilder jedoch nicht zur tatsächlichen Seite führen, sondern auf eine wahllos beworbene. Auch die abgemahnten Videos wurden hierfür gebucht. Zur letztendlichen Zielseite wurde mehrmals umgeleitet, hierbei fand möglicherweise die Auslesung der IP-Adressen statt. Ein Auszug:

http://hit.trafficholder.com/transfer.php?http://49655.movfile.net
http://49655.movfile.net/
http://49655.retdube.net/

Das lässt sich einerseits aus Browser-Verläufen verschiedener User widerspiegeln, aber auch aus der plötzlich ansteigenden Anzahl von Aufrufen, die einen Tag vor der Erfassung der abgemahnten Nutzer beginnt. Die für die Umleitung genutzten Domains wurden anonym registriert. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, steht der Kanzlei eine Strafe wegen gewerbsmäßigen Betrug bevor.

Seid ihr noch auf dem aktuellsten Stand der Dinge? Hier könnt ihr alles zur RedTube-Abmahnwelle nachlesen.

Quelle: heise, heise (danke an unseren Leser Sven W. für den Hinweis auf Google+)
Foto via shutterstock, II

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