Was ist ein Blog – und was ist ein Blogger?

Marco Kratzenberg

Das Wort Blog ist eine seltsame Mischung und allein schon deswegen nur schwer zu verstehen. Ursprünglich gedacht war es als eine Art Web-Tagebuch (WebLog). Eine regelmäßig aktualisierte Seite, auf der man persönliche Erlebnisse oder seine Meinung zu Tagesthemen veröffentlichte.

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Mittlerweile gibt es solche Blogs zu jedem nur erdenklichen Thema. Da berichten Menschen von Ihrer Katze, andere stellen regelmäßig Firmenneuigkeiten online oder warnen von aktuellen Virenbedrohungen. Blogs wie Der Postillon kommen als Onlinezeitung daher und unterhalten täglich Hunderttausende von Fans. Während man anfangs noch in der Lage sein musste, selbst eine Webseite dazu zu erstellen, gibt es heute sehr gute kostenlose Software zu diesem Zweck und viele Anbieter ermöglichen euch, in wenigen Minuten ein eigenes Blog zu starten.

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12 verrückte Blogs, die du nur bei Tumblr findest.

Was ist ein Blog und was eine Homepage?

Auch wenn heutzutage einige Blogger ihr Blog als ihre „Homepage“ bezeichnen würden, gibt es dabei einen technischen Unterschied. Die klassische Homepage war gedacht als Internetauftritt, auf der eine Person sich und ihre Leistungen mehr oder weniger ausführlich vorstellte. Die entscheidende Eigenschaft dieser Homepages war und ist, dass sich der Inhalt nur selten ändert und höchstens mal aktualisiert wird.

Das Blog oder der Blogbeides ist richtig – hat da ein anderes Konzept. Die Absicht dieser Internet-Tagebücher liegt darin, dass sie stetig ergänzt und aktualisiert werden. Bei manchen Bloggern sogar mehrmals am Tag. Dementsprechend sind Blogs so aufgebaut, dass die neuste Meldung immer am Anfang der ersten Seite steht, während ältere Beiträge nach unten rutschen. Strukturiert werden Blogs dann meist nur durch Schlagwörter und Kategorien. Ein Blog kann jeder schnell starten – meist sogar kostenlos und ohne Programmierkenntnisse.

Seit wann gibt es Blogs - und warum?

Das Wort Weblog, aus dem dann später Blog wurde, gibt es bereits seit 1997! Zuerst wurde diese Publikationsform von Journalisten genutzt, die eine schnelle Veröffentlichung ihrer Texte wollten – unabhängig von den Zyklen der Printpresse. Nach und nach nutzten diese Technik dann auch Leute ohne professionellen journalistischen Hintergrund, die dafür aber jede Menge Sendungsbewusstsein hatten. Denn auf diese Weise konnte man eine interessierte Leserschaft erreichen, ohne den Stil oder Inhalt seiner Texte von einem Herausgeber kontrollieren lassen zu müssen.

Logischerweise sank damit nach einiger Zeit die durchschnittliche Qualität von Blogs und es wurde schwerer, lohnenswerte Blogs zu finden. Das Ansehen dieser Publikationsform sank, aber die Technik wurde immer einfacher. Das führte dann irgendwann dazu, dass sich mehr und mehr wirklich gute Schreiber und Fotografen für diese Art der Selbstpublikation interessierten. Und schließlich wurde zwangsläufig auch die Allgemeinheit darauf aufmerksam, dass sich hier eine Art von Webseiten etabliert hatte, auf denen man fundierte Tipps, interessante Perspektiven und eine aktuelle Berichterstattung fand.

Der folgende Video-Ausschnitt aus „White House Down“ zeigt euch, welchen Stellenwert Blogs mittlerweile in der Gesellschaft haben. Hier trifft der Präsident der USA ein junges Mädchen und lässt sich von ihr für einen Video-Blog interviewen:

White House Down: Emily Cales Video Blog.

Langfristig führte das dazu, dass Blogs eine ernstzunehmende Konkurrenz zu den herkömmlichen Medien wurden. Hohe Besucherzahlen und eine gute Werbeakzeptanz auf solchen Blogs sorgte für einen Werbeumsatz, der einem Autor seinen Lebensunterhalt sichern konnte. Und so wurden nicht wenige Blogger weltweit bekannte Größen, ohne jemals eine Zeile für eine Zeitung geschrieben zu haben.

Wie wird man ein Blogger?

Generell gibt es zwei Möglichkeiten, ein eigenes Blog zu starten und zu veröffentlichen. Krisenfest und selbstbestimmt ist die Option des selbstgehosteten Blogs. Dabei installiert man eine geeignete Blogsoftware, wie etwa WordPress, auf gemietetem Webspace und richtet auch alles selbst ein. Hier gibt es weder die Zensur eines öffentlichen Anbieters, noch muss man eventuell unerwünschte Werbeeinblendungen fürchten.

Die Alternative ist, auf einen der zahlreichen Blogdienste zurückzugreifen. Diese sind in der Regel kostenlos und sehr leistungsfähig. Dafür blenden sie aber meist Werbung auf den Blog-Seiten ein und man hat weder Einfluss auf den Inhalt der Werbung, noch verdient man selbst daran. Geeignete Anbieter sind zum Beispiel WordPress.com oder der Google-eigene Service Blogger. Es dauert bei diesen Diensten nur wenige Minuten, bis man sein eigenes Blog gestartet hat. Dabei stehen sehr viele Layouts zur Verfügung. Direkt nach der Anmeldung ist das Blog unter einer einfach zu merkenden Adresse wie benutzername.wordpress.com erreichbar. Jetzt muss man nur noch eine gute Idee haben.

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