Welche iGoogle-Alternative ist empfehlenswert?

Marco Kratzenberg 1

Google hat mal wieder gründlich aufgeräumt und viele seiner erfolgreichen Dienste eingestellt - teilweise entgegen dem heftigen Protest der Nutzer. Der Google-reader ist Geschichte. Und der 1. November 2013 bedeutet das Ende der personalisierten Startseite iGoogle. Höchste Zeit, nach der besten iGoogle-Alternative zu suchen.

Es ist so praktisch: Alle RSS-Feeds, die Lieblingsnachrichtenseiten, das Wetter und TV-Programm versammeln sich übersichtlich auf einer eigenen Startseite im Internet. Man weiß doch sofort, wo man seine Reise ins Web startet. Doch damit ist es nun vorbei. Neben vielen anderen Diensten, von denen man einige kaum vermissen wird, stellt Google nun sein Angebot iGoogle ein. Das wird viele Anwender treffen. Zum Glück gibt es schon seit einigen Jahren mehrere Anbieter, die ein ähnliches Konzept verfolgen. Alle bieten sich derzeit als iGoogle-Alternative an.

iGoogle-Alternative igHome

Weil die Konkurrenten teilweise schon seit Jahren erfolgreich abkupfern können, haben wir es auch nicht mit experimentellen Lösungen zu tun, sondern durchaus mit ausgereiften Angeboten. Eine verdammt gute Kopie ist igHome.

Auch igHome arbeitet mit sogenannten Gadgets. Das sind kleine, frei verschiebbare Fenster, die sich Inhalte aus dem Internet holen. Das können Wetterdaten sein, Nachrichtenfeeds bekannter Zeitungen oder der Tagesschau, Sonderangebote von Onlinehändlern oder sogar eigene Feeds. Wer sich dem Umstieg zur iGoogle-Alternative erleichtern will, kann sogar seine Einstellungen aus iGoogle importieren. Die Oberfläche ist gewohnt simpel, die Sprache der Webseite ist Englisch. Doch gibt es unter den Gadgets eine eigene Abteilung für europäische Angebote. Darunter natürlich Deutschland, Österreich und die Schweiz. Mit einem Klick übernehmen wir auch hier die Gadgets auf unsere Startseite, wo wir sie durch verschieben frei platzieren können.

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Überhaupt erinnert das ganze Procedere so stark an iGoogle, dass man sich als Umsteiger sofort zurechtfinden wird. Allerdings erfolgt das Login in die persönliche Startseite bei igHome nicht mit dem Googlekonto, sondern wir müssen uns ein eigenes Konto anlegen. Doch dazu werden lediglich die E-Mailadresse sowie ein Passwort benötigt. Hinsichtlich des Layouts ist igHome ziemlich frei zu gestalten. Die Art und Anordnung der Spalten und Gadgets steht uns frei. Ebenso die Auswahl aus einer Menge vorbereiteter Themes. Auch eigene Farben und eigene Hintergrundbilder sind möglich.

Netvibes - die schicke iGoogle-Alternative

Wo iGoogle eher simpel ist und igHome zumindest eher hausbacken, kommt Netvibes so richtig aufgemotzt daher. Die Oberfläche ist sehr ansprechend gestaltet, dafür ist die Bedienung doch deutlich anders. Netvibes versteht sich auch nicht, so wie igHome, selbst als iGoogle-Alternative, sondern eher als echte Konkurrenz.

Das Angebot ist komplett eingedeutscht worden und enthält unter den Gadgets so ziemlich jede deutschsprachige Nachrichtenquelle. Netvibes kann aber auch als Google Reader-Alternative genutzt werden. Insofern schlägt man mit einem Umstiegt zwei Fliegen mit einer Klappe. Das kostenlose Konto bietet alle Features, die wir auch bei iGoogle gewohnt sind. Zahlende Kunden erhalten zudem eine Menge von Analysefunktionen. Das werden die meisten nicht brauchen, aber es sorgt zumindest dafür, dass der Dienst weiter aufrecht erhalten wird und nicht irgendwann verschwindet.

Die eigene Protopage als iGoogle-Alternative

Auch schon länger auf dem Markt ist das Angebot Protopage. Auch wenn es grafisch vielleicht nicht so ansprechend wie Netvibes ist, hat es durchaus seinen Reiz. Das fängt schon damit an, dass jeder registrierte Nutzer seine eigene Protopage bekommt. Diese ist dann entweder privat (Standardeinstellung) oder öffentlich unter der Adresse www.protopage.com/benutzername erreichbar. So kann man sich auch eine individuelle Startseite für eine größere Benutzergruppe, wie z.B. einen Betrieb oder eine Schulklasse erstellen.

Eigene Inhalte hinzuzufügen ist kinderleicht. Dazu gibt man einfach die Webadresse der Zielseite ein und Protopage sucht sich den Feed schon selbst. Verschiedene Gadgets (hier Widgets genannt) sind bereits vorbereitet, jedoch alle - wie auch die Webseite selbst - englischsprachig. Das macht allerdings in den meisten Fällen gar nichts. Da man in den Einstellungen die Quellen, wie etwa von Wetter-Widgets, selbst einstellen kann.

Die Liste der vorbereiteten Widgets ist zwar umfangreich, aber leider auch unübersichtlich. Eine richtige Suchfunktion fehlt. Doch zumindest sind sie kategorisiert. Wenn man allerdings weniger darauf aus ist, vorbereitete Inhalte zu beziehen und stattdessen eigene Quellen angeben will, dann ist Protopage genau richtig.

Fazit

Google hat nicht das einzige Angebot dieser Art und die Konkurrenz ist durchaus ansehnlich gereift. Was man letztlich wählt, ist eine Sache der persönlichen Vorlieben. Netvibes hat immerhin den großen Vorteil, nicht nur komplett eingedeutscht zu sein, sondern zusätzlich über ein großes deutsches Angebot zu verfügen. Protopage und igHome wirken etwas „gemütlicher“ und sind nicht ganz so umfangreich, aber gerade das geradlinige Design von Protopage gefällt vielen, die sich nicht vom eigentlichen Inhalt ablenken lassen wollen.

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