Winnenden verklagt die Eltern des Amokläufers auf Schadensersatz

Peer Göbel

Der Gemeinderat von Winnenden hat beschlossen, die Eltern des Amokläufers Tim K. auf Schadenersatz zu verklagen. Dabei geht es vor allem um die Forderung an die Allianz-Versicherung, die gerichtlich geklärt werden soll. Der tragische Amoklauf mit 16 Toten hatte 2009 die Debatte um einen vermeintlichen Zusammenhang mit „Killerspielen“ angestoßen.

Winnenden verklagt die Eltern des Amokläufers auf Schadensersatz

Nachdem eine außergerichtliche Entscheidung mit der Allianz-Versicherung gescheitert war, hat die Stadt Winnenden nun Schadensersatz-Klage eingereicht, um der Verjährung der Ansprüche Ende diesen Jahres zuvorzukommen. Wie die Pressemitteilung und u.a. die dpa bei Tagesspiegel, Zeit  und Spiegel online dokumentieren, geht es vor allem um die Frage, ob die kommunalen Kosten unter Sach- oder Personenschäden zu führen sind. Am 11. März 2009 hatte der 17-jährige Tim K. in Winnenden 15 Menschen und sich selbst mit der Waffe seines Vaters erschossen.

Der Vater war in einem Strafverfahren zu einer Bewährungsstrafe von 18 Monaten verurteilt worden, weil er die Tatwaffe unverschlossen aufbewahrt hatte. Mindestens sechs Privatklagen wurden wegen Schadenersatz eingereicht, nun will die Stadt ihre Ansprüche prüfen lassen. Die Schäden für das Schulgebäude und dessen Umgestaltung möchte Winnenden als Sachschäden geltend machen, die mit der Haftpflicht des Vaters mit bis zu einer Million Euro gedeckt sind, während die Versicherung diese Kosten als „Personenfolgeschäden“ definiert und aus demselben Topf zahlen will wie an die Privatkläger (insgesamt 2 Millionen Euro). Die Folgekosten belaufen sich offenbar auf 9,4 Millionen Euro insgesamt. Der Gemeinderat verkündete mit der Einreichung der Klage außerdem, dass die Stadt hinter den privaten Klagen zurückstehen wolle – erst sollen die Angehörigen der Opfer das Versicherungsgeld erhalten, dann die Stadt.

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