Tipp: Wie schlagen sich die Virenscanner im Test?

Marco Kratzenberg

Was die meisten von uns interessiert ist sicher: „Wo gibt es kostenlose Virenscanner?“ Doch direkt danach folgt die Frage: „Welcher ist der beste Virenscanner im Test?“ Zum Glück hat sich in den letzten Jahren auf dem Gebiet des Gratis Virenschutzes eine Menge getan und wir finden kostenlose Virenkiller, die außerdem Sicherheit bieten. Doch wie schlagen sich die Gratis-Virenscanner im Vergleich?

So lange es Virenscanner gibt, werden sie miteinander verglichen. Dabei kam es anfangs hauptsächlich darauf an, dass der Virenscanner möglichst viele Viren eines Testpools erkannte, die den Testern zur Verfügung standen. Mittlerweile hat sich die gesamte Virenszene geändert und ein Virenscanner muss heute beim Test mehr können, als „alle versteckten Ostereier zu finden“.

Wie arbeitet so ein Virenscanner-Test?

Es reicht schon lange nicht mehr aus, alle Testviren auf einer Festplatte zu finden. Die Bedrohung besteht, im Gegensatz zu früher, auch nicht mehr darin, dass ein versehentlich eingeschmuggelter Virus die Festplatte formatiert. Viren kommen heute hauptsächlich über das Internet zu uns und greifen uns teilweise sogar aktiv an, etwa über versuchte E-Mails oder über Drive-by-Downloads. Ein Virenscanner muss also mittlerweile jeden Dateiaufruf überwachen, woher die Datei auch stammt. Klicke ich einen Emailanhang an, dann muss der Virenscanner vor der Ausführung erst untersuchen, ob es sich um einen Virus handelt.

Dabei darf man sich aber heutzutage nicht mehr nur darauf verlassen, dass ein kostenloser Virenscanner im Test alle bekannten Viren findet. Er muss auch „heuristisch“ arbeiten. Das bedeutet in diesem Fall, dass er sozusagen vorhersehen muss, ob eine Datei gefährlich ist, indem untersucht wird, ob sie ein verhalten aufweist, das normalerweise nur für Trojaner typisch ist.

Also muss ein Virenscanner-Test heute unter realistischen Bedingungen und über einen längeren Zeitraum stattfinden. Er reicht keinesfalls, nur einmal die gesamte Festplatte zu scannen. So ein Test kann auch nicht mehr von einem talentierten Computer-Redakteur durchgeführt werden, sondern muss in einem Testlabor unter klar definierten Bedingungen stattfinden. Nur dann kann man sicher testen, welches Schutz-Konzept der kostenlose Virenscanner im Test verwendet und wie ihn das von seiner Konkurrenz unterscheidet. Die Aufgabenstellung für alle Virenscanner im Vergleich muss also dieselbe sein.

Wichtig ist natürlich, dass alle kostenlosen Virenscanner die bekannten Trojaner erkennen und blockieren. Doch in den wirklich relevanten Tests werden Virenanhänge aus unzähligen Köderadressen und von freiwilligen Helfern analysiert, die bis jetzt noch keiner der getesteten Virenscanner kannte. Und dann zeigt sich, wie effektiv ein kostenloser Virenschutz der Virenscanner im Test wirklich ist.

Kostenlose Virenscanner im Vergleich

In einem Test der besten Virenscanner dürfen kostenlose Virenscanner nicht wirklich schlechter abschneiden, als ihre kommerziellen Brüder aus demselben Haus. Schließlich ist eine schlechte Trefferquote eine schlechte Werbung. Deshalb zeigt sich in den unabhängigen Test, wie sie z.B. von AV-Comparatives durchgeführt werden, dass nicht selten die kostenlosen Virenscanner ebenso treffsicher sind, wie die kommerziellen Produkte. Letztere bringen nur häufig ein paar Extrafeatures mit und richten sich auch nicht an Privatanwender.

Wie die obige Grafik zeigt, können Virenscanner sogar die Sicherheit des Systems herabsetzen! Die gestrichelte Linie zeigt an, wie gut ein System von Windows 7 selbst geschützt wird, ohne dass überhaupt ein Virenscanner installiert ist. Dort ist zu sehen, dass etwa der Virenscanner von AhnLab die Sicherheitsbestimmungen von Windows unterlaufen hat und Viren durchließ, die Windows allein abgewehrt hätte. Die Grafik zeigt aber auch, dass der verhältnismäßig beliebte Kostenlose Virenscanner AVG Free Antivirus ungefähr so nützlich ist, wie ein gar nicht existenter Zusatzvirenschutz.

Zwei andere kostenlosen Virenscanner im Test liegen in einem guten Mittelfeld und unterm Strich damit sogar besser als so manches kommerzielle Produkt. Die Rede ist zum einen von Avira Free Antivirus und zum anderen von avast! Free Antivirus. Beide liegen etwa gleichauf und auch bei anderen Tests hat mal der eine, dann der andere die Nase geringfügig vorn. Aber was alle bisherigen Test eindeutig zeigen: Man kann sich auf beide Programme verlassen, wenn man seinen Rechner vor Infektionen schützen will. Die Test zeigen aber auch noch einmal deutlich, dass eine 98 prozentige Blockierung der gefundenen Trojaner eben bedeutet, dass zwei von hundert Bedrohungen doch durchgekommen sind. Man sollte also von vornherein auch bei kostenlosen Virenscannern so hoch wie möglich greifen und da zeigen diese beiden Virenscanner im Test beeindruckende Ergebnisse. Welchen man wählt, hängt u.a. sicher davon ab, welches Sicherheitskonzept man bevorzugt. Aber darüber hinaus gehen die Werbeeinblendungen von Avira AntiVir auch vielen Anwendern gehörig auf die Nerven.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA SOFTWARE

  • Firefox: Startpage als Standardsuchmaschine hinzufügen – so geht's

    Firefox: Startpage als Standardsuchmaschine hinzufügen – so geht's

    Die Suchmaschine Startpage leitet eure Suchanfragen an Google weiter und anonymisiert dabei eure Daten. Wir zeigen, wie ihr Startpage.com in Deutsch als Standardsuchmaschine in eurem Firefox-Browser einrichtet und welche Einstellungen ihr danach genauer anschauen solltet.
    Robert Schanze
  • FurMark

    FurMark

    Mit dem FurMark Download treibt ihr eure Grafikkarte an die Belastungsgrenze. Daher stellt das Programm ein ideales Tool dar, um GPU- und Speicher-Übertaktung zu testen.
    Marvin Basse
* Werbung