Tipp: Wie schützt man sich effektiv vor Computerviren?

Marco Kratzenberg

Eins gleich vorab: Es gibt keinen absoluten Schutz vor Viren und Trojanern! Aber mit ein paar guten Hilfsprogrammen, einer vernünftigeren Einstellung der Windows-Konfiguration und gesundem Menschenverstand macht man es den Virenprogrammierern richtig schwer.

Man muss eines begreifen: in den allermeisten Fällen ist es nötig, dass der Anwender selbst den Virus startet und ihn so ins Betriebssystem bringt. Um ihn dazu zu bringen, genau das zu tun, muss man ihn überlisten. Man muss ihm vorgaukeln, dass das Programm mit dem Virus entweder etwas ganz anderes ist oder ihn dazu bringen, ein Programm unbedingt starten zu wollen – entgegen jeglicher Vernunft. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Virenprogrammierer den häufig gewählten Weg beschreiten, den Virus in einer gecrackten, kommerziellen Software zu verstecken. Da lädt man sich das eigentlich teure Spiel scheinbar kostenlos auf den PC und dieser trägt einen Trojaner im Gepäck. Wer da keinen kostenlosen Virenscanner im Hintergrund laufen hat, setzt sich unnötigen Gefahren aus.

So kann man sich kostenlos vor Computerviren schützen

Die oben erwähnten Methoden der vernünftigen Windows-Konfiguration und des vernünftigen Menschenverstandes als Schutz gegen Computerviren sind sowieso kostenlos. Aber auch unter den erwähnten Hilfsprogrammen bekommt man schon exzellente Vertreter umsonst. Ein gratis Virenprogramm ist nicht unbedingt schlechter als seine kommerziellen Brüder. Teilweise handelt es sich bei den kostenlosen Virenscannern und ihre kommerziellen Versionen um dieselben Programme und der Hersteller unterscheidet nur, ob man das Programm in einer privaten oder gewerblichen Umgebung einsetzt – und verlangt Geld von den Firmen.

Verschiedene gratis Antivirenprogramme buhlen um die Gunst der Anwender. Aus Deutschland stammt das Programm mit dem langen Namen: Avira AntiVir Personal Free Antivirus. Meist wird es aber nur Avira AntiVir genannt. Was die Erkennungsrate bei Viren und Trojanern angeht, gehört es immer zu den Spitzenreitern. Regelmäßige, kostenlose Updates mit Virenkennungen sorgen dafür, dass so schnell kein Virus durchrutscht. Ein solcher Virenscanner ist unerlässlich zum Schutz vor Computerviren.

Eine ebenfalls sehr beliebte und sichere Alternative zu Avira ist das aus Tschechien stammende (deutschsprachige) Programm avast! Free Antivirus. Hier gibt es sogar eine Art Echtzeitschutz, bei dem über Cloudserver Updates sofort an alle Virenscanner gespiegelt werden.

Wichtig ist in allen Fällen, dass ein Virenschutz immer nur so gut ist, wie seine Virenkennungen. Ständige Aktualisierung ist absolute Pflicht. Am besten mehrmals täglich im Hintergrund. Denn zwischen den Virenprogrammierern und den Herstellern der besten Antivirensoftware findet ein ständiges Wettrennen statt. Haben die Virenmacher einen Vorsprung, weil der Virenscanner veraltet ist, dann kommt es zu Infektionen des PC.

Mit einer Firewall schützt man sich auch vor Computerviren

Das größte Risiko für einen Computer sitzt an der Tastatur! Um sich einen Virus bzw. Trojaner einzufangen, muss man mit mangelhaftem Schutz gegen jede Vernunft Programme starten oder dubiose Internetseiten besuchen. Der Großteil aller derartiger Computerinfektionen ließe sich vermeiden, wenn der Anwender selbst vernünftig wäre.

Doch dazu gehört auch, zu wissen, wie notwendig ein bestimmter Schutzaufwand ist. Wenn man nicht ständig neue Webseiten ausprobiert, Programme herunterlädt und testet, und wenn man nicht alles anklickt, was per Email ankommt, dann reicht – neben diesem vernünftigen Verhalten – ein aktueller Virenschutz aus. Das kann ein gratis Virenscanner sein, wenn er nur immer aktuell ist.

Hat man aber wichtige, sensible Daten auf seinem PC und startet zudem immer wieder unbekannte Programme, um sie zu testen, dann braucht man mehr als nur einen kostenlosen Virenscanner. Denn die können einen Virus nur erkennen und aufhalten, wenn sie ihn bereits kennen. Ist er aber neu und rutscht durch die Kontrolle, dann hindert  ihn nur noch eine finale Grenze daran, private Daten ins Internet zu schicken und sich weiteren Schadcode nachzuladen. Diese letzte Mauer vor dem Netzwerk nennt man Firewall.

Die Aufgabe dieser Programme ist, jede Anwendung erst einmal aufzuhalten, die ins Internet will. Dieser Zugang wird erst einmal gesperrt und dann wird der User alarmiert. Jetzt kann er selbst entscheiden, ob das Programm Kontakt ins WWW aufnehmen darf oder nicht – und in welchem Ausmaß. Browser dürfen, Mailprogramme auch. Aber wofür soll zum Beispiel mein PDF-Viewer oder meine Tabellenkalkulation ins Internet gehen? Hat man erst einmal so eine Firewall installiert und muss seine Programme gezielt freigeben, wird man mit Überraschen feststellen, dass heutzutage die meisten ganz banalen Anwendungen ins Netz wollen. Selbst wenn also der kostenlose Virenscanner nicht Alarm schlägt, die Firewall fängt den Trojaner ab.

Es ist aber heutzutage eine hervorstechende Eigenschaft von Trojanern, dass sie ins Internet wollen. Sonst würden sie ihrem Programmierer ja keine Daten senden können. Aus diesem Grund werden selbst nagelneue Trojaner von einer Firewall erwischt, die das kostenlose Antivirenprogramm noch gar nicht kennt. Und genau deshalb ist es eben auf besonders gefährdeten Systemen so wichtig, einen gratis Virenscanner mit einer kostenlosen Firewall wie ZoneAlarm zu kombinieren. Für Privatanwender sind die meisten Firewalls kostenlos. Man kann also sein System effektiv schützen, ohne einen Cent dafür ausgeben zu müssen.

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