A Way Out: Wie mich ein Spiel total fertig machte [Kolumne]

Kamila Zych

Was zunächst als einzigartige Coop-Erfahrung begann, endete für mich in mit einem wahren Horror-Trip der Gefühle. Ein Wendepunkt in A Way Out hatte es nämlich wirklich in sich.

Spoiler-Warnung: Dieser Artikel enthält große Spoiler zum Verlauf und Ende des Spiels. Falls du A Way Out also noch nicht gespielt hast, solltest du diesen Text erst dann lesen, wenn du das Ende des Games bereits kennst.
Wie sicherlich viele andere Spieler auch, freute ich mich sehr auf den Release von A Way Out. Hazelight Studios haben damit das schon fast totgeglaubte Couch-Coop-Genre wieder ins Leben gerufen. Endlich konnte ich wieder mit meinen Liebsten zusammen vor dem Fernseher sitzen und gemeinsam das Spiel genießen. Um genau zu sein konnte ich nicht, ich musste sogar einen Mitspieler für das Game finden, denn ansonsten lässt es sich nicht starten. Also musste mein Freund als Player Two herhalten, auch wenn er zu Beginn mäßig begeistert war: „Ach, das ist dieses komische Prison Break-Spiel! Meine Kollegen nerven mich auch schon die ganze Zeit damit.“ Und so übernahm er die Rolle von Vincent und ich den Part von Leo.
Egal ob auf der Couch oder online: Wie du mit einem Freund A Way Out spielen kannst, erfährst u. a. hier.
Dafür, dass er anfangs so kritisch war, hat sich mein Freund relativ schnell eingegroovt und aus uns wurde ein eingespieltes Team: Während er am Teich die Fische in meine Richtung trieb, damit ich auch endlich mal einen fange, habe ich ihm inmitten des Feuergefechts mit dem Snipergewehr den Rücken freigehalten. „Ja man, was für eine geile Szene!“, rief mein Freund, als unser Erzfeind Harvey nach mehreren eiskalten Kopfschüssen durch die Absperrung in den Pool fiel und sich das Wasser langsam rot färbte.

Es hätte so ein legendäres Ende werden können

… doch das Spiel hatte ganze andere Pläne mit uns. Als wir nämlich nach unserer Reise zurück aus Mexiko wieder festen Boden auf den Füßen hatten, wurden wir beide von zahlreichen Streifenwagen umzingelt. Vincent und Leo hoben die Hände, während Emily – unsere Pilotin, die uns auf dem Weg nach Südamerika begleitet hat – uns kalt und emotionslos anstarrte. „Ich wette drauf, sie ist die Snitch“, meinte ich meinem Freund. „Ja ich glaub auch, sie kam mir von Anfang an so …“, seinen Satz konnte er nicht mehr beenden, denn in diesem Moment kam uns schon ein Schnösel von Polizeichef entgegen und händigte Vincent eine Waffe aus, mit den Worten „Gute Arbeit.“

 

„WTF?!“ war unsere Reaktion, während wir unsere Hände auf den Kopf legten. Die ganze Zeit hat uns das Spiel in dem Glauben gelassen, dass Leo und Vincent im selben Boot sitzen würden, dass sie beide denselben Feind haben, der sie auf Übelste hintergangen hat, nur um am Ende herauszufinden, dass der eigentliche Verräter einer von uns war. Vincent, ein Cop, hat sich bewusst einkerkern lassen, um durch Leo Harvey auf die Spur zu kommen und sich so an dem Mord seines Bruders zu rächen.
Wenn ich so zurückdenke, gab uns das Spiel vorher schon stellenweise Hinweise darauf. Als Leo und Vincent z. B. bei Jasmine waren, um sich Guns zu besorgen und sie mit einer Pistole auf Vincent zielte, hat dieser ihr die Waffe gekonnt aus der Hand genommen und das Magazin geleert. Ziemlich beeindruckend für einen simplen Bankangestellten, wie Vincent vorgab einer zu sein.
Wir hatten nicht einmal Zeit, um uns von dem Schock zu erholen, da ging das Drama weiter: Leo schnappte sich die Knarre aus Vincents Hand und zog ihn in einen leerstehenden Streifenwagen, während die übrigen Polizisten tatenlos zusahen. Er fuhr in ein altes Industriegebäude, in dem sich die beiden schlussendlich gegenüberstanden. Spätestens, als die Gesundheitsbalken beider Charaktere erschienen, wussten wir, was als nächstes auf uns zukam.

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