Jonas Wekenborg 11


Interessieren muss euch das Ganze allerdings nicht zwingend, AoE-Kenner werden wohl auch die – übrigens äußert gut gelungenen – Tutorials recht schnell beenden. Von da an nimmt alles seinen gewohnten Lauf. Etliche durchzockte Nächte, Rage Quits aufgrund von anspruchsvoller KI, spannende PvP Matches – eben alles, was man aus den vorherigen Spielen kennt. Lediglich eine spannende Story ist nicht vorhanden. Eine zwar lustig erzählte, aber leider nicht besonders fesselnde Geschichte wird mit prall gefüllten Textboxen rübergebracht. Schön ist wiederum eine Mission der griechischen Kampagne, in welcher das Trojanische Pferd zum Einsatz kommt.

Spätestens ab Level 25 werden die Missionen für ungeduldige Menschen dann auch recht schwer und vor allem zeitaufwendig. Und Letzteres nervt nicht nur wegen der fehlenden Speichermöglichkeit während eines Matches. Nach Bugs muss man bei „Age of Empires Online“ zwar recht lange suchen, hat man einen gefunden, droht aber schon der nächste Rage-Quit. Da müht man sich schon einmal 45 Minuten mit einer Quest ab, nur um Folgendes festzustellen: Anscheinend werden bestimmte, eigentlich korrekt abgeschlossene Missionsziele vom Spiel nicht erkannt, die Quest kann nicht beendet werden und man muss ganz von vorne anfangen. Nicht gerade motivationsfördernd.


Eine nette Abwechslung ist da das „Die Verteidigung Kretas“ genannte Add-On. Letztendlich verbirgt sich dahinter ein Survival-Modus, bei dem bis zu 40 Gegnerwellen überstanden werden müssen. Bei erfolgreicher Beendigung einer Mission warten natürlich fette Belohnungen. Drei Schwierigkeitsstufen und der auch hier vorhandene Koop-Modus runden das durchweg gelungene Vergnügen ab. Der Haken: Wollt ihr den Modus spielen, müsst ihr erst einmal zehn Euro berappen.

Denn abseits der Kampagne gibt es in „Age of Empires Online“ nicht wirklich viel kostenlos zu spielen. Wobei das auch nicht ganz richtig ausgedrückt ist, schließlich bietet der free-to-play Content allein bereits eine Spieldauer von rund 30 Stunden. Allerdings werden bestimmte Gebäude, Features, seltene Ausrüstungsgegenstände oder auch das Ranglisten-PvP erst nach dem Kauf einer sogenannten Premium Zivilisation freigeschaltet. Wollt ihr also wirklich alle Features der beiden Launch-Zivilisationen nutzen, müsst ihr insgesamt 50 Euro bezahlen – die kosmetischen Verbesserungen nicht mitgezählt.

Fazit:
Hey, Age of Empires macht ja auch als (fast) free-to-play Spiel Spaß! Veteranen der Reihe werden sich sofort wie zu Hause fühlen. Der Nachteil daran: Wer bisher überhaupt nichts mit Echtzeitstrategiespielen anfangen konnte, der wird wohl auch mit diesem Spiel nicht besonders glücklich werden. Alle anderen sollten es zumindest mal anspielen, schließlich sind die Grundzüge des Spiels kostenlos. Entwickler Gas Powered Games wird zudem ständig für neuen Content sorgen, unter anderem wurden mit den Persern und den Kelten schon zwei neue Zivilisationen angekündigt.

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