Anno 1800 in der Vorschau: Zurück zu den Wurzeln

Thomas Stuchlik

Anno 1800 will Spieler mit alten Stärken von Städtebau über Handel bis Erkundung fesseln. Das neue Zeitalter Anfang des 19. Jahrhunderts verknüpft dabei Mittelalter mit Industrialisierung. Das erste Probespiel lässt uns nicht so schnell los.

So manche Anno-Kenner steckten zuletzt in einer Sinnkrise: Denn die Aufbau-Reihe wollte mit den futuristischen Teilen Anno 2070 und Anno 2205 ganz neue Horizonte eröffnen. Doch das Mainzer Studio Blue Byte hat (wie viele andere auch) genug von der Zukunft und besinnt sich auf die Anfänge. Denn Anno 1800 steht ganz in der Tradition des Fan-Lieblings Anno 1404. Wiederum stehen Städtebau, Wirtschaft und Erkundung im Fokus.

Der siebte Serienteil wurde bereits vor einem Jahr angekündigt, lässt aber noch bis 26. Februar 2019 auf sich warten. Dennoch überrascht der scheinbar fertige Zustand des Spiels bei unserem Studiobesuch. Nichts hakt oder wirkt fehlerbehaftet. Stattdessen ist klassische Aufbau-Arbeit angesagt, die dich ungemein schnell in den Bann ziehen wird. Wie gewohnt beginnst du auf einer Insel mitsamt Bootssteg und wenigen Rohstoffen.

Der Trailer verschafft einen Eindruck vom Spiel:

Anno 1800 - Anküdigungstrailer.

Fesselnder Einstieg

Schnell erschließt du die Inselumgebung und baust deren Ressourcen ab. Doch dazu sind nicht nur Wegverbindungen nötig, sondern auch genug Arbeitskräfte. Deshalb errichtest du Wohnhäuser, in denen die fleißigen Bewohner unterkommen. Nach und nach schließt du erbaute Bauernhöfe, Mühlen, Holzfällerlager oder Fischereien ans Straßennetz an. Ebenso entscheidend sind taktisch klug platzierte Warenlager, damit der Gütertransport reibungslos klappt.

Bald entstehen Wirtschaftskreisläufe, bei denen du Holz zu Brettern in der Sägerei verarbeitet. Zur Bierherstellung braucht es dagegen Gerste und Malz. Anno 1800 bietet vielfältige Produktionsketten mit bis zu fünf Arbeitsschritten, um z. B. Wurst, Schokolade, Pelzmäntel oder Konservendosen herzustellen. Einige Güter sind dabei Grundvoraussetzung zur Errichtung von Spezialgebäuden wie z. B. Kirchen. Doch nicht alle Rohstoffe sind überall verfügbar.

Import und Export

Einige Rohstoffe müssen mit Minen aus der Erde geschürft, andere dagegen von anderen Inseln beschafft werden. Spätestens dann kommt deine Schiffsflotte ins Spiel. Auf den Kuttern transportierst du beispielsweise Arbeiter und Rohstoffe auf ein benachbartes Archipel, wo du gesuchte Waren abbaust und abtransportierst. Ebenso kannst du selbstgemachte Luxusgüter an andere Nationen exportieren.

Schnell entsteht ein reger Austausch an Waren zwischen den Inseln. Pass jedoch bei den Handelsrouten auf, wenn sich Piraten auf den Meeren tummeln. Statte deine Dreimaster besser mit genug Kanonen aus, um dich zu wehren. Auch Häfen lassen sich mit schweren Geschützen ausstatten. Wie genau Seekämpfe in Anno 1800 aussehen, wurde jedoch noch nicht verraten.

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Auf hoher See

Schiffe können auch eigenständig auf Expeditionen außerhalb des Spielgebiets geschickt werden, um neue Dinge zu entdecken und seltene Objekte zu ergattern. Beispielsweise könntest du auf alte Relikte oder eine neue Tierart stoßen. Diese würde sich doch prächtig im Zoo machen?

Denn um die Attraktivität eurer Ansiedlung zu steigern, errichtest du Kulturgebäude und Freizeitmöglichkeiten. Museen können genauso wie Zoos modular aufgebaut und mit entsprechenden Funden und Gattungen bestückt werden.

Ebenso lassen sich Schiffe zum Nebenschauplatz Südamerika entsenden, um dort neuartige Ressourcen wie Öl oder Kakaobohnen zu horten. So wird aus deinem kleinen Dörfchen bald schon ein mächtiges Kolonial-Imperium.

Industrielle Revolution

Bei all der Expansion solltest du jedoch immer eine gute Stadtplanung im Kopf haben. Sonst wird es chaotisch und die Handelswege immer länger. In Anno 1800 dienen auch Eisenbahnen als Transportmittel. Gleichzeitig entstehen Fabriken, die die Massenproduktion ermöglichen, aber auch für Umweltverschmutzung sorgen.

Serientypisch solltest du immer für genug passende Arbeitskräfte sorgen, sonst ist deine Wirtschaft schnell am Boden. Einwohner teilen sich in Klassen vom Landsknecht bis zum Adligen ein und können entsprechend ihrer Stufe bestimmte Tätigkeiten auf dem Feld oder in Fabriken erfüllen.

Planen, Bauen, Produzieren bis der Arzt kommt

Anno 1800 ist auf bestem Wege, ein würdiger Serien-Hit zu werden. Die Macher besinnen sich auf alte Stärken und bringen behutsam Neuerungen und interessante Produktionsketten ins Spiel. Und um diese zu meistern, müssen sich selbst Aufbau-Profis ranhalten. Dank simpler Benutzeroberfläche kommen auch Neulinge schnell zurecht. Gleichermaßen motiviert die wunderschöne Grafikkulisse zum Verweilen und Weitermachen.

Schade nur, dass Wege und Bauten weiterhin nur rechtwinklig und nicht frei Schnauze errichtet werden dürfen. Das dürfte gerade beim Verlegen von Schienengleisen für Missmut sorgen. Offen bleibt auch die Frage, wie spaßig die bisher nicht gezeigten Schiffsschlachten werden. So oder so sollten sich Aufbau-Freunde schonmal den Februar 2019 freihalten.

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