EA: Mehr Open World-Spiele, weil sie mehr Geld bringen

Sandro Kreitlow 1

Wie ein ehemaliger Entwickler in einem Podcast verrät, will Electronic Arts mehr Shared-World-Spiele anbieten, um mehr Umsatz zu generieren.

Das ist EAs kommendes Shared-World-Spiel:

Anthem – E3 2017 – Gameplay-Trailer.

Kürzlich sprach der EA Executive Vice President Patrick Söderlund über die Schließung von Visceral Games. Das Entwicklerstudio arbeitete an einem linearen Star Wars-Singleplayer-Spiel. Seine Äußerung ließ bereits vermuten, dass EA zukünftig besonderen Fokus auf Open-World-Spiele legt.

Nun behauptet der ehemalige BioWare-Entwickler Manveer Heir (u.a. Mass Effect 3) im Interview bei Waypoint, dass EA zukünftig tatsächlich mehr Open-World- und Shared-World-Spiele plane, da diese zu höheren finanziellen Einnahmen führen. Im 90-minütigen Podcast der Vice-Plattform betont Heir:

„Es ist definitiv eine Sache innerhalb von EA. Sie drängen allgemein auf mehr Open-World-Spiele. Und der Grund dazu ist, dass sie besser zu monetarisieren sind. Die Worte, die verwendet wurden waren ’sie sollen wieder und wieder zurückkehren‘. Warum kümmert EA das? Der Grund, warum dich das kümmert, sind Mikrotransaktionen: Kartenpakete in Mass Effect-Spielen kaufen, der Multiplayer. Das ist auch der Grund, warum wir Karten-Pakete in Mass Effect 3 eingebaut haben: Wie schafft man es, dass Leute immer wieder kommen, statt ’nur‘ 60 bis 100 Stunden zu spielen?“

Warum die Schließung von Visceral Games das Ende von AAA-Singleplayer-Spielen bedeuten könnte

Außerdem verrät er, dass Spieler teilweise zwar nur kleine Summen ausgeben, manche aber auch tiefer in die Tasche greifen. So hat er gesehen, wie Spieler 15.000 Dollar in Multiplayer-Karten für Mass Effect investiert haben. Durch diese Erfahrungen wird auch der kommende EA-Titel Anthem ein Open-World- bzw. Shared-World-Spiel. Dies ist kein „traditioneller BioWare-Titel“. In Kombination mit der Schließung von Visceral Games schließt er auf das momentane Ende von linearen, Singleplayer-AAA-Titeln unter Electronic Arts.

10 Beweise, dass das Konzept der Open World nicht immer funktioniert:

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10 Spiele, die keine Open-World gebraucht hätten.

Im späteren Verlauf des Podcasts schießt Heir noch direkter Richtung EA und kritisiert die wirtschaftliche Ausrichtung der Videospiel-Konzerns:

EA und diese anderen großen Publisher kümmern sich im Allgemeinen nur um die höhste Rentabilität. Sie interessiert nicht, was die Spieler wollen. Sie interessiert nur, wofür die Spieler bezahlen werden.“

Der Trend zum Bezahlen zeigte sich zuletzt in Spielen wie Mittelerde: Schatten des Krieges oder im kommenden Star Wars: Battlefront 2. Inwiefern Manveer Heir Recht behalten wird, bleibt abzuwarten.

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