Free-To-Play kann Anthem noch retten

Marina Hänsel 18

Was wäre, wenn wir in einer Welt leben würden, die Anthem free-to-play anbietet? In einer anderen, zuweilen bizarren Dimension, in der EA sich nach einigem Hickhack mit enttäuschten Fans dazu entschieden hat, das Spiel kostenlos feilzubieten. Würde es etwas ändern? Und was wäre, wenn ich dir sage, dass ein Leak jetzt genau das prophezeit?

Free-To-Play kann Anthem noch retten
Hinweis: Dieser Artikel ist ein Meinungsartikel, der den Standpunkt unserer Redakteurin widerspiegelt und nicht zwingend der Meinung der gesamten Redaktion entsprechen muss. Er erhebt keinen Anspruch auf eine universell gültige Wahrheit und deckt sich vielleicht nicht mit deinen eigenen Vorstellungen.

Free-to-play für Anthem sei nicht nur nicht vom Tisch, sondern eine valide Option, die EA gerade bedenkt. Das wenigstens munkelt ein kleiner Beitrag im MMO-Blog MMOfails, der seine Informationen von einer anonymen Quelle innerhalb von EA bezieht. Mit anderen Worten: Wir wissen, dass wir nichts wissen. Was ich jedoch weiß, oder zumindest glaube, vermute, in Betracht ziehen würde – wäre eine Frage: Warum nicht free-to-play? Oder wie wir Javelin-Piloten sagen würde, „free-to-fly!“. Wäre doch ein cooler Name, nicht?

Es kann kaum davon die Rede sein, dass EA im Moment viel an einem kostenlosen Anthem verlieren würde. Der initiale Verkauf von Anthem verlief keineswegs schlecht, nicht einmal für EA-Standards: Anthem sackte über 100 Millionen Dollar zum Launch ein, und das allein waren die digitalen Verkäufe. Es war das erfolgreichste Spiel im Februar, und ja – im Februar kamen keine Blockbuster zur Welt, aber doch Spiele wie Far Cry: New Dawn und das wundervolle Metro Exodus.

Metro Exodus ist fantastisch. Ich sage dir, warum.

Es war kein Misserfolg. Jetzt aber ist es ein Misserfolg: Den Bewertungen, der schlechten Presse aber ganz besonders auch der über alle Maßen enttäuschten Community zufolge flüstert Anthems finanzielle Zukunft nicht unbedingt von konstanten Verkäufen. Oder gar von konstanter Liebe der Fans, die Fast-Misserfolge wie Fallout 76 auffangen konnte. Es ist Zeit für eine Veränderung. Aber anstatt Anthem wie Mass Effect: Andromeda mit Stillschweigen zu torpedieren, könnte es einfach free-to-fly werden.

Schau, wie schön das Fliegen in Anthem aussieht:

Anthem Launch-Trailer.

Lass sie fliegen, EA

Fliegen war schon immer die größte Stärke von Anthem. Niemand hat sich je darüber beschwert, warum auch? Mit dem Javelin-Anzug durch die Welt zu sausen, Monster in Flug-Manövern zu erledigen und auszutesten, wie weit ich nach oben kann, huh? – das hat schon immer in Anthem Spaß gemacht. Und ganz egal, ob an dem Leak von MMOfails etwas dran ist, oder nicht  – ich denke, EA sollte alle Spieler so schnell wie möglich in Anthem fliegen lassen. Ohne, dass sie einen 60-Euro-Brocken im Vorfeld schlucken zu müssen.

Denk an Team Fortress 2. Oder CSGO. Erfolgreiche Spiele, die sich ein f2p-Modell übergestülpt haben, um noch erfolgreicher zu sein.

Oder denk an Star Wars: The Old RepublicHerr der Ringe Online und Star Trek Online. Spiele, die womöglich im Sumpf der verlorenen MMOs versunken wären, hätten sie ihr Geschäftsmodell nicht geändert. Es gibt kaum noch Spiele auf dieser Welt, die monatlich einen festen Betrag verlangen können, wie es EVE Online und WoW dürfen. Aber auch im Bereich der Online-MMOs oder -RPGs gibt es immer weniger Spiele, die überhaupt einen festen Preis auf das Spiel erheben. Warum Anthem kaufen, wenn Destiny vielversprechender ist? Warum Anthem kaufen, wenn die Spielerzahl womöglich bald sinkt oder schon rapide gesunken ist?

Und warum in Anthem nicht einen Testflug starten, wenn es kostenlos wäre? Natürlich müsste EA sich an einem anderen Geschäftsmodell festbeißen und den Cash-Shop im Spiel überarbeiten. Aber hier wäre es den Spielern zumindest selbst überlassen, für was sie Geld ausgeben – und für was nicht.

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Ein versöhnliches free-to-fly-Motto könnte der enttäuschten Community die Friedenpfeife anbieten: Natürlich würde der ein oder andere darüber murren, er hätte viel Geld bezahlen müssen, während jetzt alle ohne Eintrittskarte ins Spiel spazieren. Aber ganz abgesehen davon könnte es eine neue Chance – ein frischer Start – für Anthem bedeuten. Etwas, dass das Spiel im Moment weder mit Updates, Interviews oder Diskussionen mit den Fans so einfach aus dem Hut zaubern kann.

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