Artifact: Valve entwickelt wieder Spiele

Alexander Gehlsdorf

Valve hat endlich konkrete Einblicke in das neue DOTA-Sammelkartenspiel Artifact gewährt, das für PCs, iOS und Android erscheinen wird. Außerdem sprach Valve-Chef Gabe Newell über weitere neue Spiele und erklärt, warum er schon lange auf Nintendo neidisch ist.

Artifact - Teaser.

Portal, CounterStrike, Half-Life, Left 4 Dead – Das Entwicklerstudio Valve ist für zahlreiche Klassiker der Spielehistorie bekannt. In den letzten Jahren sah es jedoch mager aus in Sachen Spiele-Output. Dass es Valve wirtschaftlich dennoch hervorragend geht, liegt in erster Linie an der Dominanz der firmeneigenen Steam-Plattform auf dem Markt für PC-Spiele. Im August 2018 kündigte Valve jedoch etwas durchaus Überraschendes an: Man arbeite an einem neuen Spiel. Im ersten Moment war die Ankündigung jedoch ernüchternd. Statt Portal 3 oder einem neuen Abenteuer mit Gordon Freeman entsteht bei Valve ein Sammelkartenspiel im DOTA-Universum: Artifact. Jetzt hat Gabe Newell ersten Journalisten das Spiel präsentiert — und erntet Begeisterung.

So wurde unter anderem bekannt gegeben, dass der Designer hinter dem Spiel kein Geringerer als Richard Garfield ist, der 1993 mit Magic: The Gathering die Mutter aller Sammelkartenspiele erfunden hat. Anders als etwa Gwent und Hearthstone soll Artifact zudem nicht auf einem Free-to-Play-Modell basieren und auch Pay-to-Win ausschließen. Stattdessen steht das Tauschen von Karten über den Steam-Marketplace im Mittelpunkt des Metagames.

Wie in der Vorlage DOTA 2 wird sich das Spiel auf drei Lanes beziehungsweise Tischen abspielen. Zwischen diesen wird im Laufe des Spiels jede Runde rotiert. Es gilt, pro Tisch den gegnerischen Turm zu zerstören. Anschließend muss der feindliche Ancient angegriffen werden, um das Spiel zu gewinnen.

Obwohl es sich bei Artifact um kein neues Half-Life oder Portal handelt, gab Gabe Newell bekannt, dass trotzdem derzeit weitere Spiele bei Valve entstehen. So seien drei VR-Spiele sowie ein Singleplayer-Spiel in Arbeit. Außerdem betonte Newell, dass er in den vergangenen Jahren stets neidisch auf Nintendo geblickt hat (Übersetzung von uns).

Wir waren immer ein bisschen neidisch auf Firmen wie Nintendo. Wenn sich Miyamoto ein neues Mario oder Zelda ausdenkt, dann denkt er auch darüber nach, wie der Controller aussehen muss, wie die Grafik wird und welche Ressourcen man braucht. Er kann neue Elemente wie Bewegungssteuerung einführen, da er beide Bereiche kontrolliert. Er kann tolle Hardware entwerfen und Spiele entwickeln, die diese Hardware perfekt ausnutzen. Darauf waren wir immer ziemlich neidisch und das ist etwas, was wir in Zukunft auch mehr und mehr nutzen wollen.

Valve hilft bereits seit mehreren Jahren dem taiwanischen Konzern HTC, die VR-Brille Vive zu entwickeln und verbessern. Offenbar ist man daran interessiert, die vielversprechende Hardware mit entsprechenden Spielen endlich im Mainstream ankommen zu lassen. In der Vergangenheit scheiterte das Unternehmen hingegen mit den Steam Machines, die eine Brücke zwischen Heimcomputer und Konsolen bilden sollten. Auch der konzeptionell interessante Steam Controller (Test), der die Grenzen zwischen Maus und Joypad verwischen lassen sollte, konnte sich nicht durchsetzen.

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Valves Steam Machines: Revolution oder Rohrkrepierer?

Artifact soll noch 2018 auf Steam erscheinen – neben einer Windows-Version dürfte das unserer Einschätzung nach auch eine für Mac OS und dem Linux-basierten Steam OS einschließen. Zudem gab Valve bekannt, dass das Kartenspiel 2019 auch für iOS und Android verfügbar sein soll. Grundlage dafür ist die Source 2 Engine. Mit Portal und Half-Life 2 sind bereits Spiele auf Basis der Engine für Android verfügbar – laufen allerdings nur auf Nvidias-Shield-Plattform.

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