Assassin's Creed Chronicles - China Test: Altes Spielgefühl in neuem Gewand

Annika Schumann 1

Mit der AC Chronicles-Trilogie verspricht Ubisoft weiteren Nachschub für die große Assassin’s Creed-Fangemeinde. Allerdings kommt die Reihe mit einem veränderten Spielprinzip daher, denn ihr erlebt die Abenteuer in 2,5D. Ob sich der erste Ableger namens Assassin’s Creed Chronicles: China trotzdem anfühlt wie ein Assassin’s Creed-Spiel, erfahrt ihr in diesem Test. 

Assassin's Creed Chronicles - China Test: Altes Spielgefühl in neuem Gewand

Assassin's Creed Chronicles China Teaser

Assassin’s Creed Chronicles: China - Frisch und trotzdem wie gewohnt

Assassin’s Creed Chronicles: China ist der erste Teil der AC Chronicles-Trilogie und entführt den Spieler in die Zeit des Zerfalls der Ming-Dynastie. Mit Shao Jun gibt es zur Abwechslung wieder eine weibliche Protagonistin in der AC-Reihe und ihr Ziel ist es, die Templer in China zu vernichten. Diese hören dort auf den Namen „Tiger“ und haben die chinesische Bruderschaft bis auf Shao Jun ausgelöscht, sodass sie – nach ihrer Ausbildung bei Ezio Auditore – auf Rache sinnt.

Auch wenn die Geschichte zunächst wie eine typische Assassin’s Creed-Story klingt, ist AC Chronicles: China dennoch ganz anders. Ihr verfolgt Shao Juns Rachefeldzug nämlich nicht aus der gewohnten Third-Person-Persepektive, sondern erlebt das altertümliche China in 2,5D. Ebenso ist der Grafikstil anders und vielleicht für manche gewöhnungsbedürftig – er erinnert stark an den Aquarell-Stil, den Ubisoft bereits in Child of Light zum Einsatz gebracht hat. So werdet ihr auch keine vollends animierten Zwischensequenzen erleben, sondern bekommt lediglich Artworks zu sehen. Darin liegt auch der größte Negativpunkt von „ACC:C“. Die Geschichte weist keine große Tiefe auf und durch fehlende Gespräche kann auch keine richtige Beziehung zu Shao Jun aufgebaut werden, weshalb sie nicht sonderlich mitreißen kann oder gar besonders heraussticht.

In diesem Ableger von Assassin’s Creed Unity könnt ihr wieder jede Menge Dinge wie Truhen öffnen oder Animus-Scherben einsammeln und euch wie gewohnt fortbewegen - die Tastenkombination ist fast gleich zu denen der großen Titel der Reihe und wird oft intuitiv angewendet, sodass es in der Hinsicht keine Eingewöhnungszeit bei Fans der Spiele geben wird. Auch stehen euch Nebenaufgaben während der Hauptmissionen zur Verfügung, die ihr erfüllen könnt, wenn ihr wollt.

Assassin's Creed Chronicles Ankündigungs Trailer.

Geduld ist eine Tugend

Dem negativen Punkt steht allerdings das spannende und erfrischende Gameplay entgegen. Wie bereits in anderen Teilen der Assassin’s Creed-Reihe müsst ihr euch am besten unbemerkt an Gegnern vorbeischleichen, um euer Ziel zu erreichen, doch durch die 2,5D-Ansicht fühlen sich diese Bewegungen neu und anders an. Die Wachen haben für euch erkennbare Sichtfelder, sodass ihr genau einplanen könnt, wann ihr einen Angriff oder eine Schleicheinlage nutzen solltet. Solange das Sichtfeld weiß ist, hat euch die Wache nicht bemerkt, färbt sie sich gelb, ist die Wache misstrauisch und sobald sie rot leuchtet, ist sie alarmiert – dann solltet ihr schnellstmöglich das Weite suchen und den Countdown abwarten, der herunterzählt. Ab diesem Zeitpunkt ist die Luft wieder rein und ihr könnt einen erneuten Versuch starten. Euch stehen dabei unterschiedliche Funktionen zur Bewältigung oder Ablenkung zur Verfügung, zum Beispiel das Pfeifen oder Wurfmesser.

Wenn ihr in bisherigen Assassin’s Creed-Spielen eher die rabiate Spielart gewählt und euch durch die Mengen gemeuchelt habt, anstatt mit Ruhe und Bedacht vorzugehen, wird euch AC Chronicles: China ziemlich schnell frustrieren. Besonders in den ersten Leveln ist eure Lebensanzeige sehr gering, sodass bereits ein einziger Treffer euren Tod bedeuten kann. Da ihr Upgrades wie eine höhere Lebensanzeige und weiteren Stauraum für Items nur dann bekommt, wenn ihr in den einzelnen Abschnitten der Sequenz gut oder sehr gut abschneidet – am besten komplett unbemerkt oder ohne Schaden zu nehmen – verlangt AC Chronicles: China von euch wirklich Geduld und Taktik. Wenn ihr durchrushen wollt, wird der Frustfaktor bei euch sehr schnell sehr hoch sein. Das mag - je nach Spielweise des Einzelnen - ein positiver oder ein negativer Punkt sein.

Bilderstrecke starten
18 Bilder
Assassin's Creed: Die Geschichte aller Assassinen und Spiele.

Fazit:

Assassin’s Creed Chronicles: China ist ein unterhaltsamer Ableger der berühmten Reihe und wirkt durch die neue Ansicht frisch und unverbraucht - bleibt seinen Wurzeln aber dennoch treu. Durch die wenigen Zwischensequenzen und mageren Storyinformationen entsteht aber leider keine tiefe Beziehung zur Protagonistin oder gar zur Geschichte selbst. Der Fokus liegt definitiv auf dem Gameplay - wer eine tiefe, packende Story braucht, wird schnell recht enttäuscht sein und sollte nicht zu viel von Assassin’s Creed Chronicles: China erwarten.

Zur Wertungsphilosophie von GIGA GAMES

Assassin’s Creed Chronicles: China erscheint mit englischer Synchronisation und deutschen Untertiteln. Das Spiel wird am 22. April 2015 für PlayStation 4, Xbox One und PC auf rein digitalem Weg veröffentlicht. Getestet wurde die PlayStation 4-Variante. 

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Weitere Themen

Neue Artikel von GIGA GAMES

* Werbung