Assassin's Creed Chronicles India - Test: Fehlt dem Spiel die Würze?

Mike Koch 1

Am 12.01 erscheint der zweite Ableger der Assassin’s Creed Chronicles-Reihe und diesmal geht es ins entfernte Indien und Afghanistan. Wir kämpfen uns hier als indischer Assassine durch die britischen Besatzungstruppen – ob das Spiel wirklich rockt, erfahrt ihr in diesem Test.

Trailer zu Assassin’s Creed Chronicles: India:

Assassins Creed India.

Die Gerüchteküche brodelt wie verrückt – kommt dieses Jahr wirklich kein neues Assassin’s Creed raus? Das wäre ja das erste Mal seit gefühlt 100 Jahren… Aber neben der Hauptreihe gibt es noch diese kleine Assassin’s Creed Chronicles Reihe: Im ersten Teil durften wir uns in China beweisen. Jetzt kommt schon morgen der zweite Ableger dieser Reihe raus – so bekommen Fans der Reihe schon einen kleinen Trost, falls kein Hauptspiel erscheinen sollte. Wir schlüpfen in die Rolle des Assassinen Arbaaz Mir, der sich mitten im Kampf der Sikh gegen die Templer befindet. Die „Bösen“ tarnen sich diesmal als britische East-Indian Company. Wie immer müssen wir die Menschheit vor den Templern bewahren und den Edensplitter in unsere Finger bekommen, um größeres Unheil zu verhindern (das Gleiche wie immer also).

Und täglich grüßt das Murmeltier

Hier kommen wir auch schon zum großen Knackpunkt des Spiels: Es ist immer das Gleiche… Der erste Chronicles Ableger wirkte noch innovativ und überzeugte durch seinen charmanten Zeichenstil und die ungewohnte 2,5-D-Einstellung, die wir von der Open-World-Reihe nicht gewohnt waren – das neue Spiel entwickelt sich aber nicht weiter. Okay, es gibt Rauchbomben und ein cooles neues Gadget, das die Wurfmesser ersetzt – es kann an Wänden abprallen und bietet euch so die Chance Gegner und Dinge zu treffen, die durch eine Barriere versperrt sind. Doch irgendwie fühlt es sich nicht wie ein neues Spiel an. Vor allem wenn man die beiden Spiele nebeneinander stellt, sieht man keine grafischen Unterschiede, beziehungsweise Innovationen – da waren wir doch etwas enttäuscht.

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Aber es hat auch Vorteile: Die Steuerung überzeugt perfekt. Wie schon im ersten Teil ähnelt die Steuerung der Hauptreihe extrem, so dass wir uns blind in das Abenteuer stürzen können ohne lange mit der Steuerung zu hadern. Wer also nicht lange Nachdenken möchte und sich seine Finger dabei verknotet, ist hier genau richtig – aber nicht nur die Steuerung ist seicht:

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Assassin's Creed: Die Geschichte aller Assassinen und Spiele.

Die Geschichte ist eher so meh

Aus Indien sind wir eine deftige Küche mit viel Curry gewohnt, aber das neue Assassin’s Creed ist eher seichte Kost: In den 2,5D-Ablegern wird komplett auf Video-Zwischensequenzen verzichtet und dafür werden nette Artworks eingesetzt, um die Dialoge zu untermalen. Auch wenn man sagen muss, dass die echt cool aussehen und den indischen Flair gut getroffen haben, ist das der Story nicht grad behilflich: Das Spiel baut einfach keine Tiefe auf. Mache dies, finde jenes – das sind wir schon aus genug anderen Assassin’s Creed-Ablegern gewohnt und wenn wir dann nicht einmal interessante, charmante Charaktere á la Ezio Auditore bekommen, zeigt es uns die Schwäche der Story nur deutlicher.

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Immerhin bekommen wir nach der Rettung unseres Meisters Hamid ein paar coole Helix-Moves – sozusagen Super-Fähigkeiten. Die helfen uns in einigen schwierigen Situationen.

Das Kampf- und Stealth-System ist besser als in 3D

Der größte Unterschied zur Hauptreihe ist das Kampfsystem: Ihr könnt in der Chronicles-Reihe nicht einfach ein paar Button drücken, nebenbei Popcorn machen, die Pizza aus dem Offen holen und dabei schwupdibub 10 Gegner platt machen. Jeder Gegner kann zur Qual werden und sobald Weitere dazu gerufen werden, könnt ihr es gleich bleiben lassen – ihr habt keine Chance (das fehlt der Hauptreihe!). Ihr könnt halt auch nicht einfach um die Gegner herumlaufen, wie in den 3D-Ablegern (2D-Welten können so hart sein…).

Ihr bekommt die Sichtfelder der verschiedenen Soldaten-Typen (von Scharfschütze, Seargent und schwerer Infanterie – in Form von Schottenrockträgern) und solltet euch so arrangieren, dass die Gegner euch nicht sehen: Bis auf wenige Ausnahmen könnt ihr auch komplett ohne Kills auskommen.

Ihr müsst also um einiges geschickter an die Missionen herangehen, als in Assassin’s Creed Syndicate. Je nachdem wie gut ihr das Level abgeschlossen habt, bekommt ihr mehr Punkte und könnt neue Fähigkeiten freischalten.

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Fazit:

Leider bietet Assassin’s Creed Chronicles: India nicht so viele Innovationen gegenüber dem ersten Ableger, wie erhofft: Weder geht die Story mehr in die Tiefe, noch bekommt das Gameplay eine hübsche Auffrischung. Wir bekommen aber ein solides 2,5D-Videospiel, dass mit gewohnten Steuerungen und einem interessanten Grafik-Design altbekannte Elemente übernimmt. Wer den Gegnern komplett aus dem Weg gehen will, muss zwar einiges Geschick an den Tag legen, nichtsdestotrotz ist es aber eher ein seichtes Spiel, das keine große Spieldauer hat (etwa 5 Stunden) – Ein gutes Spiel für zwischendurch. Um aber wirklich zu Überzeugen fehlt es dem Spiel doch etwas an Würze (vielleicht haben wir auch zu viel indisches Curry erwartet).

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