Assassin's Creed 3 Vorschau - Für eine Handvoll Feuerwasser

Olaf Bleich 11

Wie doch die Zeit vergeht. Noch vor wenigen Monaten sprangen und kämpften wir uns mit einem alternden Ezio Auditore durch Rom. Und schon haut Ubisoft die offizielle Ankündigung zu Assassin’s Creed 3 raus. Bereits über zwei Jahre – seit der Fertigstellung des zweiten Teils – arbeitet Ubisoft Montreal bereits an der Fortsetzung ihrer Erfolgsserie. Für das im November erscheinende Spiel hat man sich viel vorgenommen. Was das genau ist, konnten wir uns bei einer ausführlichen Präsentation in Düsseldorf selbst anschauen!

Assassin's Creed 3 Vorschau - Für eine Handvoll Feuerwasser
Assassin's Creed 3 Reveal Trailer.

Bislang gab es zwei Helden in Assassin’s Creed: Mit Altair reisten wir in das Heilige Land. Mit Ezio Auditore machten wir einen längeren Italienurlaub. Für den dritten Teil musste also ein neuer Protagonist her. Und da Assassin’s Creed 3 zu Zeiten der Amerikanischen Revolution zwischen 1753 und 1783 spielt, fiel die Wahl passenderweise auf Ratohnhaké:ton (englisch: Lifescratcher, zu deutsch: der, der am Leben kratzt). Damit wir uns aber keinen Knoten in die Finger tippen, nennt sich der Gute kurzerhand Connor. Er ist das Kind einer Mohawk-Indianerin und eines britischen Soldaten. Viel mehr ist über ihn bislang nicht bekannt, außer dass er einen Sinn für Gerechtigkeit haben soll und natürlich, dass er Teil des Assassinenkults ist.

Denn obwohl Assassin’s Creed 3 während der Amerikanischen Revolution spielt, so steht weiterhin der Konflikt zwischen Templern und Assassinen im Vordergrund. Connor selbst bezieht innerhalb des großen Krieges keine Stellung und kümmert sich ausschließlich um die Belange der Assassinen. Wenn dabei mal Briten, mal Amerikaner oder gar Indianer zu seinen Opfern gehören, ist ihm herzlich egal.


Ein Blick in die Geschichtsbücher

„Ihr müsstet meinen Schreibtisch sehen. Dort hängen Tabellen aller Schlachten der Amerikanischen Revolution mit Spalten für die Generäle, den Ort und sogar das Wetter“, schmunzelt Scriptwriter Matthew Turner bei der Präsentation in Düsseldorf. Wie schon die Vorgänger setzt auch das im November 2012 erscheinende Action-Adventure auf reale, historische Hintergründe, um den Kampf zwischen Assassinen und Templer zu erzählen.

Daher trifft Connor im Spielverlauf bekannte Persönlichkeiten wie George Washington oder Benjamin Franklin. Welche Rolle diese Figuren einnehmen, wurde noch nicht verraten. Allerdings versucht Ubisoft auch nicht krampfig, sie irgendwie in die Geschichte einzubauen. „Wir haben Aufzeichnungen gefunden, die belegen, dass etwa Benjamin Franklin lange Zeit gar nicht in Amerika war – sondern in England. Diesen Vorgaben bleiben wir treu“, führt Turner weiter aus. „Außerdem wollen wir keine Personenkonstellationen aus den Vorgängern kopieren – wie etwa zuletzt einen Technik-Spezialisten wie Leonardo da Vinci.“

Wie historische Figuren in den Zusammenhang eingebunden werden könnten, wird bei der Präsentation deutlich: Bei der Schlacht von Bunker Hill 1775 trifft Connor auf General Israel Putnam. Der Kommandeur der amerikanischen Truppen motiviert zunächst seine Männer und widmet sich danach dem Assassinen. Die Darstellung der Zwischensequenzen ist dank neuen Motion-Capturing- und Voice-Over-Techniken absolut beeindruckend. Jede Falte, jede Narbe, jede Pore ist in den Gesichtern der Protagonisten erkennbar. Als die Kamera herumschwenkt, blicken wir  auf das Schlachtfeld: Hunderte von Soldaten wuseln über den Schirm. Nebel wabert über die Wiesen. Aus den Musketen der Bataillone schießen Feuer- und Rauchfontänen. „Mit der überarbeiteten Anvil Next-Engine sind wir in der Lage, auch solche Szenen in Spielgrafik umzusetzen“, bestätigte uns Matt Turner im Gespräch.

Ein ähnliches Bild bietet sich uns in einer anderen Gameplay-Passage: Hier trifft Connor in Boston ein. Der Hafenmeister begrüßt ihn freudig. Als wir den Blick schweifen lassen, sehen wir, wie lebendig und detailgetreu die Docks nachgebaut wurden. Unzählige Menschen gehen ihrer Arbeit nach. Ein Zeitungsjunge will uns seine Blätter verkaufen. Ein alter Mann schleppt einen schweren Eimer durch die Gegend. Eine junge Apfelverkäuferin wird von einem Dieb bestohlen. Die Szenerie wirkt in sich ungeheuer stimmig und lebensecht.

Doch die Anvil-Next-Technik kann noch deutlich mehr, als bloß eine schöne Umgebung darstellen. Gerade die Animationen und der Einfluss des Untergrunds auf Connors Bewegungen haben einen deutlichen Schritt nach Vorne gemacht. Kurz nachdem das Halbblut in Boston eintrifft, gerät er mit den Rotröcken der britischen Besatzer aneinander und muss flüchten. Im Freerun-Modus hüpft er behände über abgestellte Karren hinweg und taucht sogar unter Hindernissen hindurch. Erstmals werden auch „zivile“ Gebäude begehbar sein, sodass ihr etwa über Bäume durch Fenster springen und von dort aus weiter rennen könnt.

Bäume sind nun nicht mehr pure Level-Deko, sondern Hilfsmittel zur Flucht und für Attentate. Connor erklimmt die Äste behände wie ein Eichhörnchen. Schwingt an ihnen entlang, federt hoch und kann sich so schnell fortbewegen. Dieser Aspekt ist gerade in den Waldregionen des Grenzgebiets wichtig. Denn in Assassin’s Creed 3 bereist ihr nicht nur Städte wie Boston und New York, sondern treibt euch in dicht bewachsenen Wäldern bei unterschiedlichen Jahreszeiten herum.

Im Winter etwa stapft Connor durch Tiefschnee und versinkt geradezu in den weißen Massen. Dies beeinträchtigt natürlich seine Geschwindigkeit und kann bei so mancher Flucht zum Problem werden. Auf der anderen Seite beeinflussen Steigungen das Tempo des Assassinen. Matthew Turner führt aus: „Der Spieler muss sich gerade im Grenzgebiet entscheiden, ob er sich am Boden oder auf den Bäumen fortbewegt. Beides hat Vor- und Nachteile. Wir wollten hier mehr Taktik mit ins Spiel bringen.“

 

Ausflug in die Wildnis

Connors Agilität macht sich auch im Kampf bemerkbar. Von Bäumen aus greift der Halb-Indianer nun etwa zum Rope-Dart. Diese eigentlich aus China stammende Waffe ist ein Seil mit einem Haken an der Spitze. Mit ihr zieht Connor seine Gegner an sich heran oder hängt sie gar bei Attacken aus den Wipfeln an Ästen auf.

Außerdem ist der Held in der Lage, seine Widersacher aus dem Sprint heraus – ohne Abbremsen – zu attackieren. In einer Szene spurtet er auf einen General der Rotröcke zu, schlägt eine Wache mit der rechten Hand die versteckte Klinge in den Hals und greift sich zwei Schritte später mit links ein bereit stehendes Gewehr samt Bajonette. Mit diesem erlegt er den nächsten Widersacher aus vollem Lauf und springt von einem Felsen auf die Zielperson.

Connor agiert in Assassin’s Creed gerne beidhändig. So führt er zwei Pistolen und Tomahawk-Äxte mit sich und kann diese jeweils simultan einsetzen. Im Kampf mit den Tomahawks etwa entwaffnet er einen Rotrock zunächst und schlägt diesem anschließend die Beine unter den Füßen weg. Über das Kampfsystem verriet Matthew Turner noch nicht allzu viel: „Wir wollen dem Spieler die Kontrolle über die Kämpfe geben. Sie sollen nicht mehr allein auf eine Möglichkeit zum Kontern warten, sondern die Fähigkeiten haben, offensiv zu kämpfen.“

In Assassin’s Creed 3 nehmt ihr es nicht allein mit Rotröcken und anderen Menschen auf. Denn im Action-Adventure schlägt die Natur zurück. Ähnlich wie die Städte ist auch das Grenzland ein lebendiges Szenario. Hier sagen sich Fuchs und Hase nicht nur gute Nacht, sondern kämpfen auch ums Überleben. Als Connor etwa im Schnee einen toten Engländer findet, greift ihn ein riesiger Grizzly an. Dieser hat nämlich die Blutspur des verletzten Soldaten gewittert.

Ähnlich wie in Red Dead Redemption könnt ihr in Assassin’s Creed 3 auf die Jagd gehen und eure Beute – Felle und Fleisch – anschließend in Städten verkaufen. Allerdings solltet ihr beim Erlegen von Tieren vorsichtig vorgehen. Allzu schlimm verunstaltete Häute stehen auch während der Amerikanischen Revolution nicht allzu hoch im Kurs und werden deutlich schlechter bezahlt.

 

Ausblick:

Mit Assassin’s Creed 3 zeigt Ubisoft endlich wieder Mut zu Innovationen und neuen Ideen. Das Spiel sieht in seiner aktuellen Form absolut fantastisch aus und die Mischung aus urbanen Großstädten, Schlachtfeldern und wäldlichen Grenzgebieten übt einen ganz besonderen Charme auf uns aus. Aber trotz aller Begeisterung bleiben aktuell natürlich auch weiterhin viele Fragen offen. Schließlich war Assassin’s Creed immer viel mehr als nur Kampf und Flucht. Wir sind gespannt, welche Open-World-Spielereien übernommen und wie sie an das neue Szenario angepasst wurden.

 

Ersteindruck: sehr gut

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