Assassin's Creed: Brotherhood Test - Wie gut ist Assassin's Creed: Brotherhood wirklich?

commander@giga

Was 2007 als gewagtes Experiment seitens Ubisoft begann, ist heute eine etablierte Spielereihe, ohne die wir uns die aktuelle Gaming-Landschaft gar nicht mehr vorstellen könnten. Wir reden selbstverständlich von  Assassin’s Creed, dem ambitionierten Action-Adventure der kanadischen Entwickler aus dem fernen Montréal. Vor drei Jahren hüpften wir noch mit Altair über die Dächer von Jerusalem und Damaskus, letztes Jahr schlüpften wir in die Rolle des italienischen Meuchelmörders Ezio Auditore da Firenze.

Mit Assassin’s Creed 2 bekamen wir die konsequente Weiterentwicklung des ursprünglich faszinierenden, aber nicht makellosen Spielprinzips aus Teil 1. Für Assassin’s Creed: Brotherhood hat sich Ubisoft zwar viel vor- aber nur wenig Zeit genommen. Nur ein Jahr war die Fortsetzung des Action-Adventures in der Entwicklung – reicht das für einen würdigen Nachfolger? Wir verraten es euch in unserem Assassin’s Creed: Brotherhood  Test!

Assassins Creed Brotherhood Screenshot

Worum geht es?

In der nahen Zukunft des Jahres 2012 hat die millionenschwere Firma Abstergo den jungen Barkeeper Desmond Miles entführt und ihn an  ein Gerät namens Animus angeschlossen. Mit diesem futuristischen Apparat haben die zwielichtigen Gestalten des Megakonzerns Zugriff auf Desmonds DNA und somit auch auf die Erinnerungen seiner Ahnen, die in seinem Erbgut gespeichert sind. Eben diese Erinnerungen spielen wir in Assassin’s Creed. Unser unfreiwilliger Held ist nämlich Nachfahre einer ganzen Blutlinie aus Assassinen, die seit jeher gegen die Unterdrückung der Templer ankämpfen.

Assassin’s Creed: Brotherhood beginnt, wo Teil 2 aufhört: Ezio hat gegen den Papst im Vatikan gekämpft und konnte den Edenapfel an sich nehmen, ein mysteriöses Artefakt, das große Macht verleiht. Der darauf folgende Friede war nur von kurzer Dauer, denn Ezios Heimat, das Städtchen Monteriggioni,  wird von den Borgia belagert, einer verfeindeten Adelsfamilie. Der Edenapfel geht verloren, Ezios Heimat liegt in Schutt und Asche. Daraufhin folgen wir unseren rachelüsternen Helden nach Rom. Dort will er den Orden der Assassinen stärken, den Einfluss der Borgia eindämmen und selbstverständlich den Edenapfel aus den schmierigen Griffeln der Hochwohlgeborenen befreien. Die Story von Brotherhood wird auf gewohnt hohem Niveau erzählt und fesselt mit ihren Intrigen und dem Mysterium rund um das Artefakt bis zum Schluss, nicht zuletzt, weil Protagonist Ezio ein sehr sympathischer und dreidimensionaler Charakter ist.

Wie sieht es aus?

Assassin’s Creed: Brotherhood basiert auf dem gleichen technischen Grundgerüst, wie seine beiden Vorgänger. Demnach sieht auch der nunmehr dritte Teil des Schleich- und Kletterspiels größtenteils fantastisch aus. Das virtuelle Rom des späten 15. Jahrhunderts fasziniert mit eindrucksvoller Architektur, enormer Weitsicht und lebendigen Straßen. Obwohl Rom in Brotherhood die einzige Stadt ist, die wir mit Ezio besuchen dürfen, mangelt es nicht an optischer Abwechslung. Von den grünen Feldern der Provinz bis zum umwerfenden Grandeur des Kolosseums gibt es überall etwas zu bestaunen. Bei der Musik verlässt sich Ubisoft auf den großartigen Soundtrack des Vorgängers, der durch den einen oder anderen Titel ergänzt wurde.

Ein perfektes audiovisuelles Erlebnis ist Assassin’s Creed: Brotherhood aber nicht. Framerateeinbrüche und teils starkes Tearing stören den sonst so runden Gesamteindruck. Teilweise kommt es sogar zu Standbildern, wenn das Spiel Teile der Stadt nachladen muss – das nervt. Ebenfalls fallen die häufigen Pop-Ups von Texturen oder NPCs stark auf. Versteht uns nicht falsch: Brotherhood ist ein wunderschönes Spiel, wir haben aber das Gefühl, dass die aktuellen Konsolen von der Größe Roms etwas überfordert werden.

Assassins Creed Brotherhood Bilder

Was uns gefällt:

Das größte Problem des ersten Assassin’s Creed war die geringe Missionsvielfalt – jeder Mord lief nach dem gleichen Muster ab. In Teil 2 wurde die spielerische Freiheit enorm erweitert. Wir durften Ausrüstung und Waffen kaufen, unsere eigene Villa ausbauen, die Gerätschaften von Leonardo Da Vinci einem Praxistest unterziehen und in gut versteckten Katakomben Teile einer legendären Rüstung sammeln. All dies können wir nun auch in Assassin’s Creed: Brotherhood mit Ausnahme des Villa-Ausbaus. Stattdessen dürfen wir nun einzelne Läden in Rom renovieren, die fortan in regelmäßigen Abständen unsere Taschen mit Kleingeld füllen. Um aber überhaupt Zugriff zu einen der Shops zu erhalten, müssen wir das entsprechende Gebiet zunächst vom Einfluss der Borgia befreien. Überall in Rom stehen die Wachtürme der Adelsfamilie – wenn wir diese in Flammen aufgehen lassen, haben wir die Borgia vertrieben.

Die größte Neuerung der Kampagne steckt allerdings im Namen des Spiels: Brotherhood. Ezio hat jetzt nämlich die Möglichkeit, Bürger der Stadt für die Bruderschaft der Assassinen zu rekrutieren. Jeder Rekrut ist einzigartig und lässt sich auf Missionen schicken, die ihm wiederum Erfahrungspunkte geben. Die dürft ihr anschließend auf die verschiedenen Fähigkeiten des jeweiligen Auftragsmörders verteilen und euch so eine schlagkräftige Gemeinschaft aus blitzschnellen und brandgefährlichen Untergrundkämpfern erschaffen. Das hat auch im aktiven Kampf mit Ezio so seine Vorteile: Wenn ihr einen Feind anvisiert, könnt ihr per Knopfdruck eure Verbündeten zu Hilfe rufen, die sich anschließend mit gespitzten Klingen auf die nichtsahnenden Gegner stürzen – super!

Gefreut hat uns zudem die Rückkehr der versteckten Rätsel und Katakomben in Assassin’s Creed: Brotherhood. Erstere fordern wie gewohnt das Köpfchen und dürften nicht nur Dan Brown-Fans gefallen. Zweitere erinnern mit ihren vertrackten Gängen, Fallen und Schalterrätseln angenehm an die Prince of Persia-Reihe, die ebenfalls von Ubisoft entwickelt wurde.

Für die Story von Assassin’s Creed: Brotherhood werdet ihr etwa 18 Stunden benötigen. Normalerweise würde das Spiel an dieser Stelle enden, wenn es da nicht den neuen Mehrspieler-Modus gäbe. Die Jungs und Mädels von Ubisoft Montréal schicken bis zu acht Spieler online aufeinander los. Aber funktioniert das auf Tarnung, Schlechen und Klettern basierte Gameplay überhaupt im Multiplayer? Die Antwort: Jein.

Jeder der acht Mitspieler wählt vor Spielbeginn ein Charakter-Modell – im Spiel selbst tauchen nur die von Spielern gewählten Modelle auf, allerdings werden die meisten von ihnen vom Computer gesteuert. Ihr bekommt einen Spieler als Ziel zugewiesen und müsst ihn nun in der Menge ausfindig machen. Ein kleiner Radar am unteren Bildschirmrand stößt euch in die ungefähre Richtung, die finale Entscheidung müsst ihr aber selbst fällen – richtet ihr versehentlich einen Zivilisten, gibt’s Minuspunkte. Euer Feind wird die Flucht ergreifen, sollte er euch entdecken. Dann müsst ihr die Verfolgung aufnehmen, bevor er wieder in der Menge untertauchen kann. Dabei enttarnt ihr euch aber selbst – eine gefährliche Situation, denn auch euer Kopf steht auf der Liste diverser Spieler. Dieses Prinzip sorgt für ein hochspannendes und bisher einzigartiges Spielgefühl, das aber auch seine Schwächen hat, denn…

Assassin's Creed Brotherhood Screenshots

Was uns nicht gefällt:

Der Mehrspieler-Modus von Assassin’s Creed: Brotherhood ist zuweilen sehr frustrierend. Oft treffen wir auf Spieler, die so gar nichts vom Schleichen halten und wild durch die Gegend rennen. Diese offensive Vorgehensweise wird durch viele Treffer und somit auch eine hohen Punktezahl am Ende einer Partie belohnt, zerstört aber die Atmosphäre und den ursprünglichen Sinn des Online-Modus. Hier hätten wir uns Maßnahmen gewünscht, die das konstante Brechen der Tarnung härter bestrafen. Momentan hängt es sehr stark von euren Mitspielern ab, ob ihr euch im Multiplayer geschickt von einem Spieler zum nächsten mordet, oder ob ihr vor Frust am liebsten euren Controller gegen die Wand pfeffert.

Fazit:

Insgesamt finden wir in Brotherhood  all das, was bereits den Vorgänger zu einem großartigen Erlebnis gemacht hat. Dennoch trägt das neue Assassin’s Creed zu Recht keine 3 hinter dem Titel, denn trotz der sinnvollen Neuerungen und dem unterhaltsamen Mehrspieler-Modus serviert uns Ubisoft hier ‚nur‘ mehr vom Gleichen. Noch geben wir uns damit zufrieden, hat das Rumgeturne des flinken Assassinen doch noch nichts von seinem Reiz verloren. Wer sich schon immer mal in einem wundervoll realisierten, virtuellen Rom austoben wollte, darf bedenkenlos zugreifen!

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Weitere Themen

Neue Artikel von GIGA GAMES

  • Borderlands 3: Schädel-Rätsel in Jakobs Anwesen - Lösung

    Borderlands 3: Schädel-Rätsel in Jakobs Anwesen - Lösung

    Mitten in der Story von Borderlands 3 verschlägt es euch auf den Planeten Eden-6 zu Jacobs Anwesen. In den weitläufigen Räumen des großen Anwesens warten nicht nur jede Menge Gegner, sondern es gibt auch ein verstecktes Rätsel zu lösen, das mit einem Schädel zusammenhängt. Wir zeigen euch, wie ihr es löst.
    Christopher Bahner
  • Dual Universe ist komplexer als Minecraft, obwohl es noch in den Kinderschuhen steckt

    Dual Universe ist komplexer als Minecraft, obwohl es noch in den Kinderschuhen steckt

    Industrieller, Minenarbeiter, Pilot, Innenarchitekt – was wollt ihr sein? In Dual Universe könnt ihr das fast so frei entscheiden, wie im echten Leben. Die womöglich vielversprechendste Antwort auf Eve Online hat mich auf einen Trip durch ihr seltsam leeres Sonnensystem eingeladen, und ich bin mit einem neugierigen „Ay, Captain!“ an Board gegangen.
    Marina Hänsel
* Werbung