Schöne neue Spielwelt: 11 unverbrauchte Schauplätze, die wir gerne häufiger sehen würden

Tobias Heidemann 48

Vielleicht mal kein europäisches Mittelalter

Mogul

Die Spielwelt von BioWares Jade Empire hat bis heute einen singulären Status. Woran hat’s gelegen? Ganz einfach: Anstatt des bekannten europäischen Mittelalter-Ritter-Burg-Langschwert-Looks bekamen wir hier endlich mal ein farbenfroheres Setting, das sich mit seinen unverbrauchten Fabelwelten und chinesischen Kultureinflüssen gekonnt von ausgelatschten Standards des Genres verabschiedete. Warum diese Ausnahme nicht nur Regel wurde? Schwer zu verstehen.

Es gibt dutzende, interessante Rollenspiel-Settings, deren Umsetzung sich förmlich aufdrängt. Nehmen wir zum Beispiel mal das indische Mogulreich. Bisher kennen wir die riesige Fürsten-Dynastie höchstens als die spielbare Elefanten-Fraktion aus der Total War-Reihe. Das sollte sich unbedingt ändern, denn der indische Subkontinent bietet nicht nur atemberaubend schöne Schauplätze, sondern auch eine überaus reichhaltige Kulturgeschichte und jede Menge faszinierende Legenden. Und wenn wir schon mal dabei sind: Was ist mit dem Inkareich, dem Russischen Zarenreich oder dem alten Ägypten? Na?

 

Atlantis

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Atlantis ist irgendwie total out. Nachdem die gesunkene Legenden-Stadt in den 90er Jahren noch die Pixel von Spielen wie Indiana Jones & The Fate Of Atlantis, Atlantis: The Lost Tales oder Ecco: The Dolphin inspirierte, verschwand dieser mystische Schauplatz so gut wie komplett von der Bildfläche. Lara Croft soll zwar zwischenzeitlich einmal in Atlantis gesehen worden sein, doch das war es dann auch schon. Selbst ein Nathan Drake gab sich mit dem deutlich lahmeren „Atlantis der Wüste“ zufrieden. Dabei hat die Frage nach dem Untergang einer ganzen Zivilisation nichts von ihrem Reiz verloren. Atlantis ist zudem einer der wenigen Schauplätze, bei welchem die Story gleich mitgeliefert wird. Eine vergessene, antike Kultur oder gar Außerirdische – mit Atlantis kann man gut spielen.

 

Die dunkle Seite des Mars

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Doom und Red Faction haben durchaus eindrucksvoll belegt, dass der rote Planet ein ungemein atmosphärischer Schauplatz sein kann. Doch auch hier wurde bisher nur an der eiskalten Oberfläche gekratzt. Während das Kino immer wieder seinem lebensfeindlichen und rätselhaften Charme erliegt, trauten sich in den letzten Jahren erstaunlich wenige Spiele an dieses interessante Szenario. So bietet sich der Mars vor dem Hintergrund der aktuellen Welle von Survival-Horror-Spielen auch mehr als deutlich an. Im Raumanzug mit begrenztem Luftvorrat, schwer atmend durch eine dunkle Höhle mit mysteriösen Artefakten stapfen, stolpern und dann in einen bodenlosen Schlund fallen, der uns ins Innere des Mars führt – das wäre doch verdammt spannend! Doch stattdessen bekommen wir einen langweiligen Kurzurlaub in Mass Effect und Biker Mice From Mars.

 Die Stadt mit dem dunklen Geheimnis

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Wenn wir als Fremder eine scheinbar idyllische Kleinstadt betreten und wir ganz langsam ahnen, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht, dann ist das ein unverwechselbares, intensives Gefühl. Merkwürdige Blicke der Bewohner, seltsame Ungereimtheiten und eine panisch vorgetragene Warnung, die Stadt so schnell wie möglich wieder zu verlassen – das ist der Stoff, aus dem gute Schauplätze gemacht werden. Mit Spielen wie Silent Hill, Resident Evil oder Alan Wake hat es diese Idee bereits zu ein paar tollen Spielwelten gebracht. Und auch Call of Cthulhu: Dark Corners of the Earth, ein alles andere als perfektes Spiel aus dem Jahr 2005, hatte seinerzeit den richtigen Riecher. Die ersten Schritte durch das abgelegene Fischerdorf namens Innsmouth habe ich acht Jahre später immer noch nicht vergessen. Städte mit einem dunklen Geheimnis sind eben einfach gute Schauplätze. Also bitte mehr davon!

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