Jedes Jahr gibt es die ewig gleichen Anime-Umsetzungen von Dragonball Z und Co. Auch der japanische Entwickler CyberConnect2 macht sich dieser Verfahrensweise mit der Naruto: Ultimate Ninja-Reihe schuldig, indem das Team dort alljährlich die Ninjas aufeinander hetzen. Mit Asura's Wrath zeigen sie nun, dass sie es auch besser können. Das göttliche Spektakel fackelt ein Feuerwerk ab, das  jeden Michael Bay-Film wie einen beruhigende Stummfilm wirken lässt. 

 

Asura's Wrath

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Asura's Wrath

„Asura's Wrath“ schafft etwas, was heute nur noch sehr wenige Spiele von sich behaupten können: Es bietet euch eine einmalige Erfahrung. Wie in einer TV-Serie erzählt CyberConnect2 in 20 bis 30 Minuten langen Episoden eine der abgefahrensten, kompromisslosesten und verrücktesten Geschichten, die ihr je in einem Videospiel zu sehen bekommen habt.

Asura ist einer der acht Generäle, die Himmel und Erde vor den zerstörerischen Gohma beschützen. Nach einem erfolgreichen Kampf findet Asura jedoch den Herrscher des Himmelsreiches ermordet in seinem Thronsaal wieder und prompt wird ihm der Mord angelastet. Er wird auf die Erde verbannt, während die sieben verbleibenden Generäle die Macht an sich reißen und Asuras Tochter entführen, die ihnen als Priesterin dienen soll. 12.000 Jahre später erwacht Asura und schwört Rache gegen seine ehemaligen Kameraden.

Wenn man so von Gottheiten und dem Himmelsreich spricht, dann bildet sich vermutlich ein bestimmtes, religiös gezeichnetes Bild in eurem Kopf. Unser Rat: vergesst dieses Bild gleich wieder. Die Gottheiten sind hier Cyborgs mit Raumschiffen, ihre Wächter dutzende Meter große, goldene Buddhas mit ebenso großen Maschinengewehren und die Ghoma nehmen von Gorillas über riesige Elefanten bis hin zu Tentakeln, die größer als ein Planet sind, so ziemlich jede erdenkliche Form an. Das Spiel ist selbst für Anime-Verhältnisse extrem abgefahren und kümmert sich keine Sekunde lang um irgendwelche Konventionen. „Asura's Wrath“ soll episch sein, gut aussehen und Kämpfe zeigen, die jeden Dragonball-Fight so öde wie eine politische Diskussion im Altersheim wirken lassen.

So kommt es dann auch, dass ihr in jeder Episode lediglich um die 5 Minuten tatsächliche Spielzeit habt. Der Rest wird durch Quick-Time-Events und Zwischensequenzen erzählt. Wenn ihr dann aber tatsächlich mal selbst Hand anlegt, bietet euch CyberConnect2 jedes Mal wieder eine individuelle Erfahrung. In der einen Episode kämpft ihr in einem Flashback gegen dutzende Gohma-Gorillas, dann tretet ihr plötzlich mit einem an Star Wars erinnernden Speed-Bike im Weltraum gegen hunderte Raumschiffe an, um schließlich auf dem Mond gegen einen der ehemaligen Generäle zu kämpfen. Noch Fragen?

Um derartig unterschiedliche Erfahrungen überhaupt spielbar machen zu können, wurden mehrere Spielmechaniken aus den unterschiedlichsten Genres implementiert. Die Kämpfe zu Fuß gegen mehrere Gegner spielen sich noch am traditionellsten. Mit schwachen und starken Nahkampfangriffen beharkt ihr eure Gegner so lange, bis sich eure Wut-Anzeige weit genug aufgebaut hat. Dann löst ihr auf Knopfdruck das nächste Quick-Time-Event aus, in dem Asura mit einem völlig verrückten Finishing-Move den Bildschirm von anwesenden Feinden befreit. Diese Kämpfe sehen zwar aufgrund ihrer wahnsinnig hohen Geschwindigkeit absolut unübersichtlich aus, lassen sich aber dank der präzisen Steuerung und der optionalen Lock-On-Funktion der Kamera sehr gut steuern.

Seid ihr zur Abwechslung nicht mit Nahkämpfen beschäftigt, fliegt ihr auch mal quer durchs Weltall oder beschießt tausende Raumschiffe mit Lasern, die aus euren Armen kommen. Dann spielt sich „Asura's Wrath“ wie „Sin & Punishment 2“ oder „Child of Eden“, wo ihr mit einem Fadenkreuz so viele Gegner wie möglich gleichzeitig anvisiert und sie dann mit einem gewaltigen Schuss zerstört. Der größte Fokus liegt jedoch auf den zahlreichen Bosskämpfen, von denen fast jede Episode mindestens einen zu bieten hat. Während es am Anfang noch reicht, so lange auf den Gegner drauf zu kloppen, bis eure Wut-Anzeige voll ist (eure Feinde haben keine Lebensbalken), müsst ihr später im Spiel auch regelmäßig ausweichen und zwischen Fern- und Nahkampfangriffen wechseln, um das S-Ranking am Ende der Episode zu bekommen.