Batman – Arkham Origins: Prügelspiel mit dem dunklen Ritter im Test

Oliver Janko 2

Der dunkle Ritter ist zurück! – Nicht aber etwa in einer neuen Kino-Verfilmung, nein: Batman steht ab sofort für Android-Smartphones und -Tablets für jede Menge Prügel-Action bereit. Im Gegensatz zum ersten Batman-Game für Android setzen die Entwickler bei Batman: Arkham Origins auf ein anderes Spielsystem: Es gilt, nacheinander sämtlichen Schurken das Handwerk zu legen, das Spiel besteht also ausschließlich aus Kampfsequenzen. Wir sind in den Batsuit geschlüpft und haben einige Missionen lang unsere Fäuste sprechen lassen – nachfolgend verraten wir, ob sich ein Download des kostenlosen Superhelden-Games lohnt.

Batman – Arkham Origins: Prügelspiel mit dem dunklen Ritter im Test

Keine Story

Wir beginnen mit einer kurzen Retrospektive: Vor über einem Jahr brachte Gameloft das erste Batman-Spiel in den Play Store, damals war das Spiel eng an den Kinofilm mit Christian Bale als muskelbepackte Fledermaus angelehnt. Die Trilogie hat mit „The Dark Knight Rises“ aber ihr grandioses Finale gefunden, weshalb nun eine andere Geschichte gefragt ist – oder besser, gar keine Geschichte mehr. Mit einer tiefgründigen Story kann dieser Titel nämlich nicht aufwarten, „Batman: Arkham Origins“ ist als reines Haudrauf-Spiel zu verstehen, ähnlich wie die Mortal Kombat-Reihe, die Superhelden-Schlacht „Injustice“ oder „Real Boxing“. Auch an das Kampfsystem der Arkham-Spiele auf Konsolen und PC lehnt sich der Titel an. Wer sich mit stupiden Prügel-Orgien so gar nicht anfreunden kann, muss also eigentlich nicht mehr weiterlesen, wenngleich das Spiel doch ein wenig mehr zu bieten hat, als nur blutiges Gemetzel.

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Intuitive Steuerung

Aber der Reihe nach: Bevor der Spieler mit Batman auf die Verbrecher-Jagd gehen kann, steht erst einmal die Installation des rund 1,6 GB großen Titels an. Wer mit einer langsamen Internetverbindung kämpft, muss sich hier in Geduld üben. Ist der Installationsvorgang dann geschafft, geht der Spaß aber recht rasch los, ein einführendes Tutorial steht an.

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Das ist auf zwei Teile gesplittet: Zuerst wird auf das Erlernen der Angriffe Wert gelegt, danach geht es um das Erlernen der Verteidigungs-Aktionen. Die Steuerung ist dabei relativ simpel: Batman wird über virtuelle Buttons und verschiedene Wischgesten bewegt. Die Kampfszenen laufen dabei immer recht ähnlich ab: Batman schlägt einfach mal wild drauf los, das passiert durch mehrere Taps auf eine freie Fläche des Displays. Ist die Kombo sehenswert, wird eine Art Spezialangriff freigeschaltet: Dabei gilt es, vorgegebene Wischgesten so schnell wie möglich nachzufahren. Das Resultat: Der Fledermausmann startet eine Serie von Schlägen, die beim feindlichen Gegenüber jede Menge Schaden verursachen.

Das wiederum hat allerdings auch zur Folge, dass sich der Schläger auf der anderen Seite des Smartphone-Displays dazu entscheidet, selbst die Waffe oder die Fäuste zu schwingen. Für unseren finsteren Superhelden stellt aber auch das zumeist kein Problem dar: Angriffe werden über die Verteidigungs-Taste am linken unteren Bildschirmrand abgeblockt. Alternativ bringt auch ein Tap mit zwei Fingern Batman in die Verteidigungsposition.

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Ein lernfähiger Superheld

Wer nun Angst hat, nur immer auf besagte Tasten einzuhämmern, sei beruhigt: Der Held ist lernfähig, mit späteren Levels kommen einige Spezialangriffe hinzu, außerdem kann Batmans Ausdauer und Gesundheit laufend verbessert werden. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Schläge, die der finstere Rächer einstecken kann, auch die Spezialangriffe stehen dadurch schneller und häufiger zu Verfügung. Insgesamt ist das alles Genre-Standard, der jedoch tadellos auf das Android-System portiert wurde.

Die Steuerung klappte im Test durchwegs einwandfrei, die Tasten sind durchdacht positioniert, eine integrierte Hilfe unterstützt zudem beim Erlernen gewisser Techniken. Nur wenn es hektisch wurde, hatten wir ab und an Probleme, vor allem die Verteidigungsaktionen richtig zu timen – wer das Game eine Zeit lang spielt, wird hier aber keine allzu großen Schwierigkeiten mehr haben. In den Einstellungen können außerdem einige kleine Änderungen bei der Tastenbelegung vorgenommen werden.

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Zahlreiche In App-Angebote

So viel also zur Steuerung und den Kampfsequenzen, wenden wir uns dem Hauptquartier zu: Nach jedem Kampf kehrt die Fledermaus in die Bathöhle zurück, wo es erst einmal ausruhen heißt. Alfred erklärt einleitend, warum: Ist Batman zu müde, kann er nicht in den Kampf geschickt werden – die Gefahr wäre zu groß. Also heißt es zwischendurch immer mal wieder rasten, was allerdings einige Zeit in Anspruch nimmt. Wer die nicht hat, oder sie sich nicht nehmen will, kann jederzeit die Kreditkarte zücken, und virtuelle Währung – die eben zum Aufladen der Energie gebraucht wird – zukaufen. Das klappt auch bei diversen Ausrüstungsgegenständen. Batman wäre immerhin nicht Batman, hätte er nicht seinen Batsuit – und der lässt sich bekanntermaßen umfangreich aufrüsten.

Das klappt entweder durch im Kampf verdiente Points, oder eben wieder durch den Einsatz von monetären Mitteln. Wer sich nun Gedanken ob anfallender Mehrkosten macht, sei an dieser Stelle beruhigt: Das Spiel ist sicherlich auch ohne In App-Purchases durchspielbar, das In App-Angebot ob des kostenlosen Spiels aber aus Entwicklersicht durchaus verständlich. Im Test funktionierte der Zugang zum Play Store übrigens nicht, wir können daher noch keine Infos zu den Preisen bieten - wir liefern gegebenenfalls nach.

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Wer will gerettet werden?

Ist der Flattermann wieder fit, kann auf einer Art Landkarte die nächste Mission angenommen werden: Von einfachen Diebstählen bis hin zu Gangsterversammlungen sind da einige interessante Aufgaben dabei, der Ablauf ist aber immer gleich: Auswählen, draufhauen, heimfliegen – und natürlich regenerieren. Sind alle Missionen eines Stadtteils erledigt, wartet ein grimmiger Endboss, der ein wenig Abwechslung in die ansonsten recht einheitlichen Gangster-Visagen bringt.

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Zu guter Letzt nehmen wir noch die technische Umsetzung in Augenschein: Die Steuerung ist, wie bereits erwähnt, sauber implementiert. Grafisch kann sich der Titel ebenso sehen lassen, die Herrschaften von Warner Bros. haben sich nicht lumpen lassen. Die Kampfszenen machen auf jeden Fall was her, auch das Hauptmenü ist übersichtlich und recht intuitiv gestaltet. In jeder Situation läuft im Hintergrund Musik, die aber keinesfalls stört, ebenso wenig wie die Geräusche während der Kämpfe. Keine Punkte zu beanstanden also, wir zeigen uns rundum zufrieden.

Fazit

Auch wenn Grafik und Sound überzeugen konnten, so ganz warm wurden wir mit dem Titel insgesamt nicht. Klar, die Kämpfe machen eine Zeit lang Spaß, das Gameplay ist tadellos umgesetzt, neue Fähigkeiten und Items sollen außerdem die Motivation hochhalten. Genau das gelingt aber nicht wirklich: Egal welche Mission angespielt wird, die Kämpfe sind im Endeffekt immer gleich – da hilft es auch nicht, das unser Superheld sich laufend weiterentwickelt, es mit immer mehr Gegnern und noch finsteren Gestalten aufnimmt. Ein wenig Abwechslung bringen nur die Endgegner, das alleine reicht aber nicht für eine uneingeschränkte Empfehlung. Es gilt also: Fans von Mortal Kombat, Injustice und natürlich der menschlichen Fledermaus kommen mit dem Titel sicherlich auf ihre Kosten – wer sich hier aber nicht angesprochen fühlt, spart sich den Speicherplatz besser für andere Spiele.

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden.

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