Batman Arkham Origins Test: Das Beste kommt zum Schluss!

David Hain 1

Prequel. Es hat sicherlich seinen Grund, warum die Endung dieser neumodischen Erscheinung im Spielervokabular dem Wort Qual so ähnlich ist. Wann immer dieser Tage ein Spieleentwickler in Presseterminen das „Prequel“ beschwört, wissen wir mittlerweile: alles klar, da sind jetzt jemandem die Argumente für eine echte Fortsetzung ausgegangen. Oder im Falle von „Batman Arkham City“: die Bösewichte.

Nun will ich Prequels nicht per se als schlecht abtun. Anfang des Jahres hab ich mich noch in das neue „Tomb Raider“ verknallt oder in „DMC“ – aber in beiden Fällen war klar, dass auch spielerisch ein Wandel eintritt. „Batman Arkham Origins“ hat diesen Wandel nicht. Spielmechanisch bleibt hier alles wie gehabt, warum auch sollte man eine so junge Formel bereits jetzt überwerfen. Aber melken, das geht natürlich allemal – von daher also ein dritter Teil.

 

Batman Arkham Origins Test.
Die ersten drei Stunden gestalten sich allerdings entsprechend schleppend. Nicht weil das Spiel sich qualitativ die Blöße geben würde, sondern weil so Vieles schon so bekannt ist. Das Umherflattern durch düster-dreckige Gassen, die Neon durchfluteten Fassaden der Stadt, das geniale Free-Flow-Kampfsystem, die Gadgets, Batmans grimmige Entschlossenheit und eine bunte Gegner-Garde, die herrlich übertriebene Boshaftigkeiten ausheckt.

Batman Arkham Origins Test: Schleppender Anfang

Hätte ich hier eine Wertung zücken müssen, wäre es schwierig geworden. Wie bewertet man einen Titel, der zwar immer noch großartig ist, aber nun schon zum dritten Mal für denselben Zaubertrick um Lob bettelt? Es gibt zwar hier und da ein paar Änderungen, aber die werden selbst alte Hasen nicht alle sofort bemerken. Die eine ist eher unmerklich: Da Gotham nochmal ein gutes Stück gewachsen ist, darf Batman nun ein Schnellreisesystem nutzen.

Nein, obwohl – darf er nicht. Zumindest nicht, bis er sich nicht um ein paar Funktürme gekümmert hat, die wie in „Tomb Raider“ oder „Far Cry 3“ erklommen und außer Kraft gesetzt werden wollen. Scheint ein neuer Trend zu sein. Zumindest ist die kurze Klettereinlage mit ein paar cleveren Rätseln verbunden – wie übrigens fast alle Missionen. Immer noch stehen knackige Schlägereien im Vordergrund, aber Batmans andere Seite, als gewiefter Schnüffler, kommt immer mehr zum Tragen.

Wie auch die zweite Neuerungen herausarbeitet: im Detektiv-Modus sind wir jetzt erstmals auch wirklich ein Detektiv, suchen also nach Hinweisen und können sogar ein Spulfunktion nutzen, um den Tathergang abzubilden. Das hat viel Potenzial und macht kurz auch durchaus Laune, lässt dann aber letztlich doch die Interaktivität vermissen. Wirklich selbstständig darf ich doch nicht knobeln. Stattdessen klickt sich Batman an vorgegebenen Schlüsselpunkten entlang zur Lösung.

Wie gesagt: für neuerliche Jubelschreie reicht das nicht. Ab der Hälfte des Spiels gibt es dafür aber einen anderen Grund. Einen mit dem ich gar nicht gerechnet hatte. Plötzlich zieht nämlich die Geschichte an, schlägt eins, zwei kleine Haken und wird dann auch noch ungewohnt emotional. Und es kommt eine Ebene ins Spiel, die selbst die Kinofilme nur angeschnitten haben. Das ewige Duell zwischen Joker und Batman findet hier seinen Anfang und der Moment ist denkwürdig.

Zu erwähnen sind noch die Bosskämpfe, die dieses Mal besonders einfallsreich und spektakulär sind. Der Schwierigkeitsgrad wirkt etwas höher, als in den Vorgängern, schon auf normal geht es stellenweise wirklich rund. Nebenaufgaben gibt es zuhauf, ein Großteil ist aber weiterhin nerviges Gesuche nach versteckten Riddler-Symbolen. Die Challengemodi habe ich für diesen Test übrigens bewusst ausgelassen – mehr als Beschäftigungstherapie ist die sinnfreie Verkettung von Fleißarbeiten eh nie gewesen.

Fazit

Ja, heiliges Kanonenrohr, wer kann das denn ahnen. Nach einem eher von Deja-vus geprägten Auftakt nagt zunächst die Erkenntnis: ja, Gotham City ist immer noch ein herrlich düsterer Spielplatz für Couchhelden, aber die Luft, die ist trotzdem langsam raus. Doch dann holt „Batman Arkham Origins“ plötzlich aus und setzt das in den Fokus, was der Vorgänger so sträflich vernachlässigt hat. Die Geschichte. Endlich gibt es hier ein wenig Drama, endlich wieder roten Faden. Auch wenn letzterer immer noch im Gestrüpp aus Bat-Gegnern untergeht.

Die Inszenierung der Zwischensequenzen ist gefühlt etwas filmischer, die Dialoge sind hervorragend geschrieben, die Charaktere gut ausgearbeitet. Dinge, die man sonst nur von Filmdrehbüchern kennt, überraschen in einem Spiel, dass man eigentlich schon als Content-Update abtun wollte. Auch wenn mir der Joker beim dritten Mal als Bösewicht einfach zwei Mal zu viel aufgetreten ist – sollte dies der Schlusspunkt gewesen sein, so war es ein großartiger.

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