Gotham City Impostors Test - Bats gegen Jokerz

Nezdad Hurabasic 2

Besonders gut gefallen aber nicht die Standard-Schießeisen, sondern die speziellen Tools, mit denen „Impostors“ das „gewisse Etwas“ erhält. Ein Flair der Verrücktheit, wenn ich mich etwa mit dem Enterhaken über die halbe Map schieße, mit Rollschuhen herumpese und Rampen als Absprungschanzen verwende, auf Sprungfedern herumturne oder Gleitflügel und Heißluft einsetze, um den Tod aus der Luft zu liefern. Einfach köstlich, was hier an Möglichkeiten offen steht und wie gut die Vertikalität der Karten mit diesen Fertigkeiten ausgenutzt werden kann. Hier muss man mit Attacken aus allen Richtungen rechnen und ist umgekehrt nur erfolgreich, wenn gleichfalls von den vielen Optionen Gebrauch gemacht wird.

Wenig Spieltiefe bietet allerdings das Klassensystem, das derzeit nur rudimentär als solches bezeichnet werden kann. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Figuren sind trotz diverser Ausbau-Fertigkeiten und Waffen-Upgrades und damit zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten leider nur gering. Ein Team Fortress 2 treibt die Spezialisierungen um ein Vielfaches weiter und bietet daher im direkten Vergleich das spannendere Ambiente. Kritik muss sich Gotham City Impostors auch wegen des Item-Shops gefallen lassen. Zwar kann man mit Geduld die meisten Gegenstände auch im Spiel freischalten, wenn man aber Bonus-Erfahrungspunkte einkaufen kann, verzerrt das doch die ohnehin schwammige Balance des Games zusehends und sorgt für Frust unter den zahlungsunwilligen Einsteigern.

Ich hätte mir zudem gewünscht, dass Monolith hinsichtlich der Spielmodi ein wenig mehr Kreativität an den Tag legt. Neben dem obligatorischen Teamdeathmatch bietet man mit „Ausräuchern“ und „Psychologischer Kriegsführung“ lediglich noch zwei leicht abgewandelte Derivate bekannter Modi. Ähnliches gilt für die mit fünf Maps sehr dünne Grundausstattung an Spielfeldern. Es steht zu erwarten, dass hier via kostenpflichtigem DLC noch einiges nachgeliefert werden soll, wobei der erste Zusatzinhalt bereits angekündigt ist (aber aufgrund der beschriebenen Probleme kostenlos sein soll).

Fazit:

Unterm Strich habe ich von Gotham City Impostors ein wenig mehr erwartet, auch wenn ich nicht grundsätzlich enttäuscht bin. Dazu gefällt mir der Download-Mehrspielershooter mit seiner durchgehend amüsanten und urigen Gestaltung und seinen teils ziemlich abgefahrenen Spielideen zu gut. Die verrückten „Bats“ und „Jokerz“ haben einfach das „gewisse Etwas“, wenn sie auf Rollschuhen dahinpesen oder per Gleitschirm auf der Suche nach Opfern sind. Leider macht die malade Technik dem Vergnügen ein Strich durch die Rechnung, immer wieder kommt es vor allem bei der PC-Fassung zu Verbindungsabbrüchen - wenn überhaupt eine Spielsession gefunden wird. Auch der Gesamtumfang kann trotz des Preises von 15 Euro nicht ganz überzeugen, aber hier soll ja bald kostenlos ein wenig nachgebessert werden. Wer auf irrwitzige Ballereien im Comiclook steht, sollte also trotzdem mal einen Blick riskieren.

70%

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