Erinnert ihr euch noch an den Juli 2014, als Battleborn angekündigt wurde und alle glaubten, es wird ein Free-2-Play-MOBA? Was, wenn ich euch jetzt im Video sage, dass Battleborn ein sogenannter Hero-Shooter inklusive Koop-Kampagne wird, sich ein wenig nach Borderlands anfühlt… und euer Desinteresse ein Fehler war?

 

Battleborn

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Mehrere Spielstunden auf der letzten E3, dem Vorschau-Event und mit der Early-Access-Version lassen mich bislang überwiegend begeistert zurück. Ich wünsche mir von euch allen, dass ihr dem Spiel eine Chance gebt. Hier kommen die Gründe:

1. Battleborn ist ja gar kein MOBA

Hört bloß nicht auf diejenigen, die beim Blick auf Battleborn ganz laut MOBA schreien. Obwohl sich das Spiel stellenweise von dem verschrienen Genre beeinflussen lässt, ist das nicht wirklich der Kern der Sache. Battleborn ist eher was für diejenigen unter euch, die Borderlands mochten – was auch nicht ganz verwunderlich ist, wenn man weiß, dass das Spiel von dem Studio kommt, das Borderlands gemacht hat.

Ich bezeichne Battleborn deswegen gern als Borderlands Light. Denn im Grunde fühlt sich ein großer Teil des shooterlastigen Gameplays sehr ähnlich an. Nur, dass ich hier einen weniger starken Fokus auf Humor und Story habe – obwohl beides trotzdem da ist -, sondern eher eine immense Bandbreite an spielbaren Charakteren und einen riesigen Wiederspielwert.

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2. Jeder Charakter fühlt sich anders an

Das ist es auch, was Battleborn so besonders macht – und wo sich Gearbox ausnahmsweise doch von MOBAs hat inspirieren lassen. Es gibt insgesamt 25 Charaktere, die sich in 5 unterschiedliche Fraktionen einteilen lassen. Die Fraktionen dienen vor allem als Orientierung für neue Spieler, durchaus aber auch als Identifikation – seien es die militärischen Peacekeeper oder die naturverbundenen Eldrid.

Jede dieser Fraktionen verfügt über Helden, die sich klassischen Rollen zuordnen lassen – ihr könnt also aussuchen, ob ihr lieber ganz viel Schaden machen wollt, den gegnerischen Schaden tankt, als Heiler brilliert, usw.

Wen auch immer ihr wählt: Ihr habt zusätzlich zum Standard-Angriff stets eine passive, zwei normale und eine ultimative Fähigkeit, die ihr strategisch einsetzt.

Die Helden von Battleborn im Detail

Ich habe inzwischen 11 der 25 Helden ausprobiert – und jeder von ihnen fühlte sich eigen und anders an. Whiskey Foxtrots knatterndes Waffe hinterlässt bei mir allein durch das Sound-Design und die Controller-Vibration ein komplett anderes Gefühl als beispielsweise Galileas Schwert.

Da jeder Charakter einzeln aufgelevelt werden kann und über ganz eigene Herausforderungen verfügt, habt ihr bei Battleborn haufenweise zu tun, bevor es langweilig wird. Und es gibt auch was dafür: z.B. Kostüm-Variationen, neue Spott-Animationen, und Profil-Tags wie „Assassine“ oder „Supporter“.

Und selbst beim Leveln bleibt es abwechslungsreich genug: Spielt ihr einen Charakter z.B. im Mehrspieler-Modus immer wieder, könnt ihr in jeder Runde einen anderen Aufbau seines Helix-Builds wählen. So bauen die Fähigkeiten des Helden dauernd ganz anders aufeinander auf – eine schöne spielerische Variation.

3. Endlich wieder eine Koop-Kampagne

Das bereits genannte Borderlands-Feeling kommt vor allem in der Kampagne des Spiels auf. Und da wären wir auch schon bei einer weiteren guten Nachricht: Ja, es gibt eine komplette Singleplayer- bzw. Koop-Kampagne – optional sogar mit Splitscreen.

Dazu wählt ihr euch jeweils einen der verfügbaren Helden aus, mit denen ihr loszieht, den letzten Stern des Universums vor einem mysteriösen Bösen zu beschützen.

Eure Reise führt euch durch Landschaften, die Pandora gar nicht so unähnlich sehen. Und auch sonst fühlt man sich gleich Zuhause: Sowohl die Mini-Map als auch der Rest des HUDs passen stilistisch in das Borderlands-Universum.

Während der Kampagne folgt ihr einer geradlinigen Mission und kämpft euch mit euren Fähigkeiten durch viele unterschiedliche Gegner-Horden. Die Geschichte wird dabei charmant-witzig über wunderschöne Comic-Cutscenes und zugeschaltete Voice-Chats erzählt.

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4. Der Mehrspieler-Modus rockt

Auf dieses Paket haut Gearbox einen einsteigerfreundlichen Mehrspieler-Modus namens Incursion drauf, der echt Laune macht.

Dieser fühlt sich nach einer Mischung aus Tower Defense und Shooter an. Das liegt am Aufbau der Karte: Es gibt nicht die drei MOBA-typischen Lanes, sondern nur eine, über die ihr von der eigenen in die gegnerische Basis gelangt. Ihr könnt natürlich auch kleinere Umwege durch Jungle-ähnliche Bereiche gehen, um dort Monster zu erledigen, die für euch pushen, wichtige Shards zu sammeln oder eure Gegner auf der Lane zu flankieren.

Die Shards – die in jedem Modus von Battleborn eine Rolle spielen – sind dazu da, um kleine Türme und Bots freizuschalten bzw. aufzuleveln – eine leicht strategische Komponente, um euch weitere Power zum Pushen oder Verteidigen zu geben.

Anders als in MOBAs verfügt Battleborn im Incursion-Modus nicht über klassische Türme, die es zu zerstören gilt. Stattdessen erwarten euch riesige Roboter, die nicht starr auf der Stelle stehen, sondern sich im Kampf bewegen – was das Gameplay definitiv auflockert und weniger statisch macht, als wenn ihr hinter euren Minions auf einen Turm schießt, der sich nicht wehren kann.

Eine Runde des Mehrspieler-Modus ist auf maximal 30 Minuten begrenzt. Danach gewinnt das Team, das den zwei Roboter, welche die Lane begrenzen, am meisten Schaden zugefügt hat.

Noch zwei weitere Modi sollen kommen – einer davon beinhaltet das Eskortieren von Minions in eine Müllverbrennungsanlage. Die Idee ist seltsam und kreativ – und das mag ich an Battleborn.

5. Die Spielwelt ist kunterbunt

Apropos Roboter: Das einzigartige Design und die kunterbunte Welt sind weitere Alleinstellungsmerkmale von Battleborn. Wer Borderlands liebte, wird auch hier gern hinschauen: Das Design und die Effekte sind total gelungen – allen voran die stilisierten Explosionen, die handgezeichnet ins Spiel eingefügt wurden.

Der Look könnte Battleborn allerdings stellenweise im Weg stehen: Im Incursion-Modus wird’s zumindest für Neulinge auf der einen Lane gern mal unübersichtlich, wenn überall bunte Explosionen herumspratzen, Granaten durch die Gegend fliegen und Fähigkeiten-Effekte sichtbar sind.

Mein Vorschau-Fazit zu Battleborn

Ich kann mich vor neuen Spielen derzeit gar nicht retten. Und dennoch führt mein Weg immer wieder zurück zu Battleborn. Weil mir das Aufleveln der so unterschiedlichen Charaktere tierisch viel Spaß macht. Weil das Design eine Augenweide ist. Weil ich gute Koop-Kampagnen vermisse. Und weil der Mehrspieler-Modus für Genre-Einsteiger zu verstehen ist, ohne die Herausforderung in den Hintergrund zu rücken.

Battleborn kann ab und zu etwas unübersichtlich werden und braucht definitiv NOCH mehr Karten und Modi für den Multiplayer-Modus – zwei sind gut, reichen aber nur für eine Weile. Aber auch jetzt schon hat Battleborn viel Potential, ein vollgepacktes Action-Spektakel zu werden.

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