Warum die Beta zu Battlefield 1 beweist, dass uns ein waschechtes Battlefield erwartet

Alexander Gehlsdorf 7

Insider durften schon am Dienstag loslegen, nun ist die offene Beta von Battlefield 1 endlich auch für alle spielbar. Wir haben uns für einige Stunden in die Wüste Sinai gestürzt und verraten Dir, ob DICE den Sprung in den Ersten Weltkrieg gemeistert hat.

Battlefield 1: Eindruck aus der Open Beta.

 

Wer an den Ersten Weltkrieg denkt, dem kommen verregnete Schützengräben in französischen Landschaften in den Sinn. Wirkliche Weltkriegsstimmung kommt in den ersten Minuten also nicht auf, denn in der Beta von Battlefield 1 ist lediglich die Karte „Sinai Desert“ spielbar. Auf diesem nordafrikanischen Nebenkriegsschauplatz standen sich von 1915 bis 1918 britische und osmanische Truppen gegenüber. Damals gelang den Briten der Sieg, nun liegt der Ausgang der Schlacht in unserer Hand.

Spielmodi und Klassen

Die Karte können wir sowohl im klassischen Eroberungsmodus als auch im Rush-Modus spielen. In Ersterem kämpfen wir mit insgesamt 64 Spielern um die Kontrolle von sieben Flaggenpunkten, während wir im Rush-Modus auf britischer Seite zwei Telefonmasten sprengen müssen, was die osmanischen Truppen versuchen zu verhindern. Gelingt die Sprengung, verschiebt sich die Front und es wird auf einem neuen Teil der Karte weitergekämpft. Aufgrund der kleineren Kartenabschnitte ziehen im Rush-Modus lediglich 24 Soldaten in die Schlacht.

Tipps für den Kampf in Battlefield 1

Bei der Auswahl der Klassen fallen die ersten Änderungen auf. Wir können zwischen Assault, Medic, Support und Scout wählen. Sanitätern steht somit erstmals seit Bad Company 2 wieder eine eigene Klasse zur Verfügung, die mit Spritzen, Medikits und Verbandszeug ihre Kameraden heilt und wiederbelebt. Spritzen beleben einen Verbündeten wieder, eignen sich alternativ aber auch als Nahkampfwaffe. Medikits positionieren wir wie im Vorgänger stationär um umstehende Mitspieler zu heilen. Neu ist das Verbandszeug, welches einen einzelnen Spieler in kurzer Zeit auf seine volle Lebensenergie heilt. Auf den Pionier müssen wir leider verzichten. Um mit Panzern und anderen Fahrzeugen fertig zu werden, verlassen wir uns daher nun stärker auf stationäre Geschütze oder die Anti-Fahrzeug-Granaten der Assault-Klasse.

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Waffen, Wetter, Warbonds

Statt heißem Wüstensand fliegt uns in Sinai vor allem Scharfschützenmunition um die Ohren. Im Eroberungsmodus bestehen zwei Drittel der Karte aus Wüste, neben einer mittelgroßen Siedlung und einem Gebirgspass gibt es wenig Deckungsmöglichkeiten. Auf dichte Vegetation müssen wir im trockenen Nordafrika ebenfalls verzichten, ein Fest also für Scharfschützen. Der Rush-Modus verzichtet auf die weitläufige Wüstenlandschaft, dennoch stellen Scharfschützen auch hier die Haupttodesurache dar.

Battlefield1_Wueste

Spätestens im Häuserkampf kommen aber auch Nahkämpfer auf ihre Kosten. Um flexibel auf jede Spielsituation reagieren zu können, dürfen wir nach jedem Tod unsere Klasse neu auswählen. Wer will, kann zudem an der Ausrüstung seines Kämpfers bis ins Detail feilen, um etwa verschiedene Granatentypen auszuwählen. Bei der Waffenauswahl fallen zudem die Anzeige für Damage-Drop und Bullet-Drop auf. Diese geben Auskunft über die Ballistik und die Effektivität der Waffen über unterschiedliche Distanzen. Um bessere Waffen und Ausrüstung freizuschalten, investieren wir Kriegsanleihen, sogenannte Warbonds, die wir mit jedem Stufenaufstieg verdienen. Viele Waffen setzen zudem einen Mindestrang voraus, der zuvor freigespielt werden möchte.

Doch auch der bestausgestattete Scharfschütze ist nutzlos, wenn die neuen Wettereffekte ins Spiel kommen. Irgendwann in der Partie sucht ein mächtiger Sandsturm die Karte heim, der die Sichtweite deutlich einschränkt. Umso wichtiger wird jetzt auch das Spotting. Per Q-Taste markieren wir erspähte Gegner, damit diese trotz schlechter Sichtbedingungen von unseren Teamkollegen erkannt werden können.

Mit Hufen und Propeller

Battlefield wäre nicht Battlefield, wenn nicht auch die unterschiedlichsten Fahrzeuge zur Verfügung stehen würden. Jeeps und Panzer gehören dabei bereits zur Standardaustattung, erstmals sind aber auch Pferde auf dem Schlachtfeld unterwegs.

Pferde überrennen mühelos gegnerische Truppen und sind aufgrund ihres enormen Tempos kein leichtes Ziel. Geschossen werden kann vom Sattel aus ebenso. Anders als in den Vorgängern warten die Fahrzeuge jeodch nicht an der eigenen Basis auf ihre Besatzung, sondern müssen bereits zum Spieleinstieg ausgewählt werden.

Battlefield1_Wueste2

Auch hoch in den Lüften tobt erneut die Schlacht. Statt Senkrechtstartern, Lenkraketen und Störsignalen ist nun wieder echtes Pilotentalent gefragt. Bomber und Kampfflugzeuge kümmern sich um Fahrzeuge und Infanteristen, während Jäger versuchen, den Himmel von feindlichen Piloten zu säubern. Erneut ist fleißiges Spotting unverzichtbar. Aus der Luft sind Bodentruppen und sogar Fahrzeuge vereinzelt schwer zu erkennen, gute Soldaten lassen ihre Kollegen in der Luft also wissen, wo sich lohnende Ziele aufhalten.

Die spannenden Luftkämpfe ganz ohne High-Tech machen tatsächlich großen Spaß, erfordern aber ein wenig Einarbeitung. Wichtig ist vor allem die korrekte Mausinvertierung. Außerdem kann es nicht schaden, die Mausempfindlichkeit für Fahrzeuge anzuheben. Blöd nur, dass es keine individuelle Empfindlichkeit für Flugzeuge und Landfahrzeuge gibt. In der Luft sind die schnellen Mausmanöver überlebenswichig, auf dem Boden hingegen ist die ruhige Hand am Fadenkreuz entscheidender. Ambitionierte Piloten setzen bestenfalls auf einen Flight-Stick für maximale Kontrolle.

Mein Fazit zur offenen Beta von Battlefield 1

Schon nach wenigen Spielminuten steht fest: Das ist ein echtes Battlefield. Die bewährte Formel aus Infanterieklassen, Fahrzeugen und Flaggenpunkten funktioniert noch immer und hat auch die Zeitreise in den ersten Weltkrieg gut überstanden. Die noch simple Kriegstechnik fühlt sich gut an, auch wenn Veteranen sich mitunter auf ein wenig Umgewöhnungszeit einstellen müssen. Ich sage nur: Scharfschützengewehr nachladen nicht vergessen! Technisch auf dem neusten Stand ist hingegen die Grafik. Die aktuelle Frostbite-Engine sieht noch immer fantastisch aus und lief auf meinem Testrechner zudem butterweich.

Im Rush-Modus scheint Sinai Desert noch ein paar Balancing-Probleme zu haben. Gelingt den Briten der Angriff auf die ersten beiden Telefonmasten, ist es meinem Team auf osmanischer Seite bisher nie gelungen, den Vorstoß noch aufzuhalten. Das ist zwar historisch korrekt, fair jedoch nicht. Ähnliche Probleme hatte bereits Star Wars Battlefront in der Beta, in der Verkaufsversion war davon aber nichts mehr zu spüren.

Im Eroberungsmodus steht dem unterlegenen Team im späteren Spielverlauf ein sogenannter Behemoth, in diesem Fall ein gepanzerter Zug zur Verfügung, um den Schlachtausgang möglicherweise noch einmal zu drehen. Aufgrund des festen Schienenverlaufs stellte der Zug bisher jedoch keine spielentscheidende Bedrohung dar. Mal sehen, wie sich die Zeppeline im fertigen Spiel auswirken.

Battlefield 1 erscheint am 21. Oktober 2016 für PC, Xbox One und PlayStation 4.

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