The Best Of Both Worlds

In den Online-Schlachten verfliegt die Enttäuschung der Einzelspieler-Erfahrung schnell wieder, denn die sind auf gewohnt hohem Niveau. Besonders gelungen ist der neue Spielmodus Operations. Dieser verbindet die Stärken der klassischen Spielmodi Eroberung und Rush und erstreckt sich über mehrere Karten. Wie in Rush gibt es ein angreifendes und ein verteidigendes Team. Statt jedoch Telegrafenmasten zu sprengen, streiten sich die beiden Parteien um bis zu drei Flaggenpunkte. Gelingt es den Angreifern, alle Punkte zu besetzen, werden die Verteidiger zurückgedrängt und müssen sich im nächsten Frontabschnitt erneut zu Wehr setzen. Scheitern die Angreifer, werden sie im nächsten ihrer drei Anläufe von einem besonders mächtigen Zeppelin oder Panzerzug unterstützt. Sollten die Angreifer die gesamte Karte unter ihren Besitz bringen, verlagert sich die Schlacht auf einen neuen Schauplatz. Die Operation Kaiserschlacht etwa spielt zuerst auf der Karte Narbe von St. Quentin und wird anschließend in der Stadt Amiens fortgesetzt, sollte die Offensive der deutschen Armee erfolgreich sein. Aufgrund der einheitlichen Front spielen sich die Operations besonders actionreich, profitieren aber dank kontinuierlicher Frontverschiebung und zahlreichen Fahr- und Flugzeugen dennoch von der Vielfalt und Abwechslung des Eroberungs-Modus.

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Eine weitere Neuerung ist der Spielmodus Kriegstauben. Darin versuchst Du eine Brieftaube, die zufällig auf der Karte erscheint, in deinen Besitz zu bringen. Hast du das Flattervieh eingesammelt, solltest Du dir einen sicheren Ort suchen, um eine Nachricht zu verfassen, was einige Momente dauern wird. Währenddessen ist das gegnerische Team damit beschäftigt, dir die Brieftaube wieder abzunehmen, weshalb du neben einem guten Versteck vor allem auf clevere Mitspieler angewiesen bist, die dir die Angreifer vom Leib halten. Der neue und kurzweilige Spielmodus passt gut in das Weltkriegs-Szenario und erinnert angenehm an das gute, alte Capture The Flag. Ansonsten stehen die bekannten Spielmodi Eroberung, Rush, Vorherrschaft und Team-Deathmatch zur Auswahl.

 

Battlefield 1

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Battlefield 1: Waffen-Liste plus beste Waffe und Kolibri freischalten

Klassen und Teamplay

In jedem Spielmodus stehen vier Klassen zur Auswahl, die Du vor jedem Spieleinstieg frei wählen kannst. Neben Sturmsoldaten und Spähern sind diesmal auch wieder Versorgungssoldaten und Sanitäter mit dabei. Wer als Pilot, Panzerfahrer oder Reiter ins Spiel einsteigt, wird hingegen einer der drei Fahrzeugspezifischen Klassen zugeordnet. Mit etwas Glück findest du außerdem eine der drei Elite-Klassen, die hin und wieder auf der Karte erscheinen. Flammenschützen und die schwer gepanzerten Wachsoldaten machen kurzen Prozess mit Infanteristen, während Panzerjäger das beste Mittel gegen Fahrzeuge sind. Ist einmal kein Panzerschütze vor Ort, stellen Fahrzeuge eine immense Bedrohung dar, die meist nur mit gutem Teamwork bezwungen werden können.

Battlefield 1: Schnell Ränger und Level steigern

Die Art und Weise wie Battlefield 1 Teamplay fördert, gehört zu den größten Stärken des Spiels. Einzelgänger, die versuchen, mit beeindruckenden Kill-Death-Ratios zu punkten, werden es selten in die obere Hälfte des Scoreboards schaffen. Wer sich auf die Missionsziele konzentriert, kassiert deutlich mehr Punkte. Wer darüber hinaus mit einem Squad unterwegs ist, kann sich über umso mehr Punkte freuen, denn belohnt wird alles, was dem Team hilft: Das Einnehmen von Flaggenpunkten, das Heilen von Teammitgliedern, Wiederbelebungen, Versorgung mit Munition, das Markieren von Gegnern und vieles mehr. Als Sanitäter ist es mir so gelungen, eine Operation auf dem ersten Platz des Scoreboards abzuschließen, ohne einen einzigen Gegner abgeschossen zu haben.

Die Karten

Etwas ernüchternd ist hingegen die Auswahl der Karten. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung stehen neun Karten zur Auswahl, eine zehnte folgt kostenlos im Dezember. Spielmodi wie Team-Deathmatch oder Vorherschaft benutzen lediglich kleine Versionen der bekannten Karten, bereits nach kurzer Zeit wiederholt sich also das meiste. Darüber hinaus stellt keine der Karten das Kriegsgeschehen aus russischer oder französischer Sicht da, diese zwei eigentlich essentiellen Kriegsparteien folgen offenbar erst per kostenpflichtem DLC. Dafür sind die Karten aber erstmals seit Bad Company 2 wieder voll zerstörbar. Anders als die gescripteten Levolution-Elemente aus Battlefield 4 verändern sich die Schlachtfelder angenehm organisch. Gebäude, in denen sich zuvor Scharfschützen verschanzt haben, können auf ihre Grundmauern reduziert werden und ein abgestürzter Zeppelin dient nicht nur als Deckung, sondern blockiert potentiell auch taktisch wichtige Angriffspfade.

Ansonsten stören im Multiplayer lediglich Kleinigkeiten, die Ausrüstung meiner Soldaten etwa kann ich nur im laufenden Spiel modifizieren. Hin und wieder stieß ich auf den einen oder anderen Bug, im Großen und Ganzen läuft das Spiel aber sehr stabil. Motivierend sind auch die Rangaufstiefe und die auf diese Weise freischaltbare Ausrüstung. Mit etwas Glück erhalte ich nach einer Partie außerdem ein Battlepack, in dem Skins für meine Waffen oder Erfahrungspunkte stecken. Besonders viele Erfahrungspunkte versprechen auch die wöchentlich freischaltbaren Medaillen, die Du erhältst, indem Du etwas bestimmte Spielmodi absolvierst oder eine klassenspezifische Fähigkeit häufig genug einsetzt. Das motiviert vor allem zum Spielen von Klassen und Spielmodi, denen sonst weniger Beachtung geschenkt wird. Auch technisch weiß Battlefield 1 zu überzeugen. Dank Photogrammetrie-Technik, also real abfotografierter Texturen, erreicht die Grafik teilweise fotorealistische Qualität und der perfekte Sound gehört schon seit langem zur Serientradition.

Mein Test-Fazit zu Battlefield 1

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Der Einzelspieler hat mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt, was jedoch auch an der kurzen Spielzeit liegt. Geübte Spieler dürften nicht länger als eine Stunde pro War Story beschäftigt sein. Dennoch fühlt sich kein Einsatz wirklich frisch oder originell an. Die Missionen sind technisch beeindruckend inszeniert, lassen aber den Tiefgang und die Originalität vermissen, für die das Szenario so viel Potenzial gehabt hätte. Die Kampagne bietet solides Shooter-Gameplay von der Stange, das zwar an keiner Stelle wirklich scheitert, dafür aber auch keine nennenswerten Herausstellungsmerkmale bietet.

Das Herz von Battlefield 1 schlägt nach wie vor im Multiplayer. Dort kann das Spiel so richtig punkten und beweist, warum die Serie zu den wichtigsten Vertretern der Multiplayer-Shooter gehört. Battlefield 1 erfindet das Rad nicht neu, konzentriert sich dafür aber auf genau die Stärken, die die Reihe von der Genre-Konkurrenz unterscheiden. Das Spiel belohnt Teamplay, beeindruckt mit großartiger Grafik und spektakulärer Zerstörung, die Balance der Klassen funktioniert und die Operations schaffen es, die beiden besten Battlefield-Spielmodi zu einem fesselnden Gesamtpaket zu vereinen. Ein paar mehr Karten hätten es dennoch gerne sein dürfen, anstatt uns diese als kostenpflichtige Inhalte vorzuenthalten. Ob der Premium-Pass in dieser Hinsicht sein Geld wert ist, erfährst Du ab März 2017, wenn die erste Erweiterung They Shall Not Pass erscheint.

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Battlefield 1: Wie gut kennst Du Battlefield?

Wertung

8.5/10
“Im Multiplayer lässt Battlefield 1 alle Stärken spielen, die die Reihe in der Vergangenheit so erfolgreich gemacht haben. Leider bleibt der Einzelspieler jedoch weit hinter seinem Potenzial zurück.”