Battlefield 5: Firestorm verzichtet auf das wichtigste Feature und macht trotzdem Spaß

Alexander Gehlsdorf

Ich war bei Criterion Games zu Gast und konnte ganze vier Stunden den Battle-Royale-Modus Firestorm von Battlefield 5 ausprobieren. Ausgerechnet auf das beste Features des Hauptspiels verzichtet der Modus jedoch.

Besser spät als nie, dachte sich wohl Electronic Arts. Nachdem PUBG seinen Zenit schon lang überschritten hat und selbst Fortnite inzwischen von Apex Legends verdrängt wurde, erscheint diese Woche nun auch ein Battle-Royale-Modus für Battlefield 5.

Battlefield 5 - Firestorm - Gameplay Trailer.

Das Beste fehlt

In Firestorm stehen sich 64 Spieler gegenüber, sowohl Solo als auch in Squads aus vier Personen. Praktisch, schließlich stehen in Battlefield 5 ja auch genau vier Klassen zu Auswahl. Allerdings setzt hier gleich zu Beginn die Ernüchterung ein, denn ausgerechnet auf das Zusammenspiel der Klassen – einem der besten Features des Hauptspiels – verzichtet Firestorm. Zwar ist es dir weiterhin freigestellt, eine Klasse zu wählen, allerdings hat dies nur kosmetische Auswirkungen.

Dabei hat gerade erst Apex Legends bewiesen, wie bereichernd eine Spezialisierung der Team-Mitglieder für den Verlauf einer Partie sein kann. Dass Firestorm also ausgerechnet an dieser Stelle Potential verschenkt, ist durchaus verwunderlich. Spaß macht Firestorm aber dennoch!

Battlefield wäre nicht Battlefield, wenn es nicht auch Fahrzeuge geben würde. Wer die Augen offenhält, kann also nicht nur mit Traktoren und Kübelwagen sondern auch mit Panzern und Hubschraubern die Karte unsicher machen. Besonders mächtige Fahrzeuge müssen jedoch zuerst aus speziellen Bunkern geborgen werden. Der Clou daran: Beginnt ein Team die Bunkertüren zu öffnen, was durchaus einige Minuten dauern kann, ertönt in der Umgebung ein Alarm, der gegnerische Teams anlockt. Schließlich ist der Reiz groß, sich ohne großen Aufwand das Fahrzeug selbst zu schnappen. Das Auffinden von besonders mächtigen Fahrzeugen ist also auch mit einem entsprechend hohen Risiko verbunden. Zum Glück geht das Öffnen der Bunkertüren schneller, wenn mehrere Mitspieler beteiligt sind. Teamplay lohnt sich also nach wie vor, auch ohne Klassenspezialisierungen.

Wo brennt’s denn?

Wenn es dir nicht gelingt, den Gegenspielern an Bord eines Panzers einzuheizen, dann keine Sorge: Das macht das Spiel nämlich von ganz allein. Ein besonderes Highlight von Firestorm ist schließlich der namensgebende Feuersturm. Zu Beginn einer jeden Partie ist dieser bereits in vollem Gange und hat einen Teil der Karte verschlungen. Das hat den Vorteil, dass du dir stets einen neuen Absprungpunkt suchen musst, statt dich jedes Mal auf die gleiche Taktik zu verlassen.

Kommst du dem Feuersturm einmal zu Nahe, lässt die Frostbite Engine ihre Muskeln spielen. Nicht umsonst ist die Battlefield-Reihe bereits seit Jahren für zerstörbare Gebäude bekannt, dementsprechend beeindruckend ist es, wenn sich der Feuersturm buchstäblich durch ganze Dörfer frisst und lediglich Geröll zurücklässt.

Die zerstörbaren Gebäude haben jedoch auch abseits des Feuersturms einen Vorteil. Anders als etwa in PUBG sind Häuser keine uneinnehmbaren Festungen, in denen du dich bis zum Match-Ende verschanzen kannst. Im Gegenteil. Versteckt sich ein gesamter Squad im zweiten Stock eines Hauses, reicht mit etwas Glück ein gut gezielter Raketenwerferschuss, um das Haus zum Einsturz zu bringen und den gegnerischen Squad zurück in die Lobby zu werfen.

Es ist kein Zufall, dass derzeit so viele Battle Royale-Spiele entstehen:

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Technisch und spielmechanisch hat Firestorm also durchaus ein paar Asse im Ärmel, mit denen sich der Modus gegenüber anderen Genre-Konkurrenten behaupten kann. Battlefield-Spielern steht ohne Frage ein spannender und abwechslungsreicher Battle-Royale-Modus bevor, der sein Potential zwar nicht vollends ausschöpft, aber sich dennoch vor der Konkurrenz nicht verstecken braucht.

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Dennoch bin ich skeptisch, ob Firestorm auch Spieler anlocken kann, die sich bisher nicht an Battlefield versucht haben. Wer das Spiel bereits besitzt, sollte sich den Modus definitiv einmal anschauen! Wer sich jedoch komplett kostenlos in Fortnite und Apex Legends austoben kann, wird es sich womöglich zweimal überlegen, ob der Firestorm-Modus den Vollpreis von Battlefield 5 wert ist.

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