Meinungen sind wie Arschlöcher: Eine neue Gaming-Seite bietet die objektivsten Spiele-Tests im Netz

Tobias Heidemann 36
Meinungen sind wie Arschlöcher: Eine neue Gaming-Seite bietet die objektivsten Spiele-Tests im Netz

Persönliche Meinungen, individuelle Spielerfahrungen, sinnloses Schwadronieren über die eigenen Gefühle und überflüssige Exkurse in den gesellschaftlichen Kontext eines Spiels – das sind die furchtbaren Fratzen der Subjektivität. Statt sachlich, unpersönlich und technokratisch über Games zu berichten, schworen in den letzten Jahren immer mehr Magazine, Internet-Portale und Blogs der Objektivität ab und gaben sich lüstern persönlichen Erlebnisberichten hin. Eine fatale Fehlentwicklung, die uns Spiele nicht mehr als Produkte, sondern als digitale Kunst oder kulturelle Praxis darstellen. Doch nicht alle haben der einst grell lodernden Fackel der objektiven Bewertung den Rücken gekehrt. Die neue Seite Objective Game Reviews will allen Spielern, die sich mehr Objektivität in Tests wünschen ein letzter Fels in der Brandung sein.

Als ich kürzlich auf Critical Distance einen Rückblick mit den wichtigsten und interessantesten Blog-Beitragen des Jahres 2013 las, wurde mir schlagartig klar, dass der objektive, technokratische Spielejournalismus aktuell seine letzte Schlacht schlägt. Kaum jemand will noch im Stil der Stiftung Warentest über Spiele berichten. Nur wenige verlassen sich bei der Berichterstattung noch auf allgemeingültige Wertungssysteme. Stattdessen lässt man allerorts dem persönlichen Geschmack, der Ich-Perspektive, der eigenen Sicht auf die Dinge, vollkommen schamlos freien Lauf. Auch GIGA hat sich mit seiner Wertungsphilosophie dieser um sich greifenden Seuche des eigenständigen Denkens und Fühlens hingegeben.

Objective-Game-Reviews
Dabei fordern uns unter fast jedem Test immer noch einige Leser auf, wir mögen uns doch bitte nicht so sehr an unseren eigenen Meinungen orientieren und uns nicht von unseren persönlichen Vorstellungen von einem guten oder schlechten Spiel leiten lassen. Und so geht es fast allen Games-Journalisten, die ihre subjektive Erfahrung mit der spielenden Öffentlichkeit teilen. Objective Game Reviews hat diesen Missstand erkannt und bietet all jenen, die sich endlich wieder mehr unumstößliche Objektivität in den Tests wünschen ein neues Zuhause. Hier treffen sich Spieler, die eben noch wissen, dass es faktisch feste Regeln für eine angemessene Bewertung eines Spiels gibt. Eine gute Grafik zum Beispiel.

Die Mission von Objective Game Reviews ist dabei denkbar einfach: »Wir wollen die objektivsten Tests im Internet bringen. Warum? Weil ihr danach gefragt habt» heißt es auf der Seite. Das Problem eines kontroversen Testurteils mit dem nicht jeder einverstanden ist, lösen die Macher mit einem genialen Kniff, der so gut ist, dass man sich sofort fragt, warum noch niemand zuvor darauf gekommen ist: »Wir lösen das Problem indem wir Spiele testen, ohne dass unsere persönliche Meinung uns dabei im Weg steht. Alle unsere Tests sind deshalb auch 100% objektiv, garantiert.«

Dem ist wirklich nichts mehr hinzuzufügen. Außer vielleicht, dass es sich bei Objective Game Reviews objektiv gesehen um ein satirisches Spaßprojekt handelt. Meine neue Lieblingsseite!

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