BlazBlue: Continuum Shift Test - Wie gut ist BlazBlue: Continuum Shift wirklich?

David Hain

Neulich in der geheimen Höhle der Super-Spieleredakteure: Es ist Montag, das Böse schläft noch, also muss man sich die Zeit vertreiben. „Was ist wohl das aktuell beste Prügelspiel auf dem Markt?“, fragt irgendjemand in die Runde.

„Ist doch ganz klar: Street Fighter 4“, will da jemand ganz genau wissen. „Nie im Leben. Tekken 7 ist unschlagbar“, pöbelt der unscheinbare Hansi aus dem Hintergrund. Ulle weiß es wieder einmal am Besten: „Soul Calibur 2 – ohne Frage!“ Es wird lauter, die Stimmung ist leicht gereizt. Plötzlich wirft der Funload-Redakteur mit dem leuchtend roten Cape ein: „Leute, es gibt doch eigentlich nur eine Antwort: BlazBlue!“ Und alle so: „Yeah!“

Wer sich gerade verwundert am Hinterkopf kratzt, sei kurz aufgeklärt: Im Frühjahr 2010 erschien „BlazBlue: Calamity Trigger“ hierzulande und mauserte sich binnen kürzester Zeit zum  Geheimtipp. Das ultra-komplexe Kampfsystem, die launige 2D-Spriteoptik, der flippige Japanosoundtrack und eine exzellent aufeinander abgestimmte Kämpferriege, sorgten vor allem bei Profis für wundgeprügelte Gamepad-Daumen.

Start frei für Runde zwei: Gerade einmal acht Monate später steht nun die Fortsetzung in den Läden, hört auf den Namen „BlazBlue: Continnum Shift“ und macht natürlich alles irgendwie ein bisschen besser. Zumindest in der Theorie. Denn um ehrlich zu sein, wäre uns im Vorfeld nicht wirklich viel eingefallen, was man an der nahezu perfekten Spielmechanik des Vorgängers überhaupt hätte verbessern können. Entwickler Arc System Works hat trotzdem etwas gefunden, auch wenn sich die Änderungen auf Details beschränken: Leichte Modifikationen am Blocksystem und den Astral-Heat-Spezialattacken sind da schon das höchste der Gefühle, auch ein paar Muttern im Balancinggerüst sitzen nun etwas enger.

Völlig neu sind dafür die zwei frischen Kämpfer, deren Anzahl auf den ersten Blick allerdings erschreckend gering erscheint. „Street Fighter 4“ erhöhte mit dem „Super“-Update beispielsweise auf zehn neue Recken, bot in Punkto Umfang generell deutlich mehr. Erst auf den zweiten Blick ergibt die Reduktion Sinn: Hazama, ein blitzschneller Offensivkünstler und die Allrounderin Tsubaki passen perfekt ins Charaktergefüge, heben sich dabei aber wohltuend vom übrigen Kader ab.

Wer sich als blutiger Anfänger einmal mit dem Vorgänger in eine Onlineschlacht begeben hat, erlitt dort wahrscheinlich dasselbe Schicksal, wie jeder „BlazBlue“-Anfänger: Er wurde gnadenlos überrollt. Tatsächlich gibt es Spiele, in denen man keinen einzigen Schlag landen kann, wenn man es mit richtigen Könnern zu tun hat. Damit derartige Peinlichkeiten in Zukunft ausbleiben, gibt es nun einen wirklich guten Tutorial Modus. Jede Aktion, jede Taktik, einfach alles, was ihr wissen müsst, um richtig loszulegen – es wird hier haarklein erklärt. Obendrein kann man im Anfänger Modus über wahlloses Knöpfchengedrücke jede beliebige Kombo auslösen. Hat zwar keinen Lerneffekt, bringt aber durchaus Spaß. Den Legion Modus kennen Besitzer der PSP-Version bereits, hier zählen taktischen Vorgehen und Charakterbeherrschung. Den Herausforderungs Modus kennt jeder, der schon mal irgendeinen Beat’em Up-Titel gespielt hat.

Etwas Grafikpolitur obendrauf, zwei, drei neue Hintergründe und etwas mehr Tiefe im trotzdem extrem langweiligen Storymodus – das war’s dann auch schon von der Neuigkeitenfront. Sicherlich nicht umwerfend viel, aber mehr braucht es dann auch einfach nicht, um erneut die Klasse von „BlazBlue“ zu unterstreichen.

Fazit:BlazBlue: Continuum Shift“ ist als Fortsetzung eher unbefriedigend. Als großartiger 2D-Prügler mit herausragender Balance und tollem Gameplay jedoch eine absolute Empfehlung.

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