Pünktlich zu Halloween erscheint mit Call of Chtulhu eine gelungene Umsetzung des beliebten Pen-and-Paper-Rollenspiels. Ich konnte bereits jetzt zwei Stunden mit dem schaurigen Detektivspiel verbringen.

 

Call of Cthulhu

Facts 
Call of Cthulhu
Call of Cthulhu: Gameplay Trailer - GAMESCOM 2018
Der Gestank von totem Fisch brennt Edward Pierce in der Nase. Seine Hände und Kleidung sind blutverschmiert. Die Höhlenwände offenbaren nur durch das flackernde Licht der Laterne ihre feuchten Konturen. Edward bahnt sich seinen Weg durch ein schweres Eisentor, nur um im dahinterliegenden Raum vergleichbare Trostlosigkeit zu finden. 

Neben Leere, Übelkeit und Kälte hallt nur eins durch die verwinkelten Gänge: Stimmen. Kapuzenverhüllte Kultisten murmeln dämonische Verse, scheinbar so in Trance versunken, dass sie von Edward keine Notiz nehmen. Plötzlich jedoch packt einer der Kultisten Edward an der Schulter. Anstatt einer Hand wächst aus der Schulter des Angreifers jedoch ein Tentakel, welche die gesichtslose Bedrohung noch unmenschlicher erscheinen lässt. Schreiend wacht Edward aus seinen Albtraum auf. Schon wieder ein Glas Whiskey zu viel für den erfolglosen Privatdetektiv.

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Eine kurze Entwarnung vorweg: Selbst wer H.P. Lovecrafts berühmte Novelle Call of Cthulhu bereits gelesen hat, kann bedenkenlos zum gleichnamigen Spiel greifen, denn dieses erzählt eine völlig neue Geschichte. Statt auf der literarischen Vorlage, basiert das Spiel auf dem Pen-and-Paper-Klassiker, der bereits seit den achtziger Jahren für spannende Wochenenden unter Rollenspielern sorgt.

Dementsprechend spielt Action in Call of Cthulhu auch nur eine untergeordnete Rolle, im Kern ist es ein waschechtes Detektivspiel. Statt also in Schlaftablettenwerte wie Stärke, Agilität oder Einhandwaffen zu investieren, erhöht Edward Pierce im Laufe seine Abenteuers Fähigkeiten wie Psychologie, Okkultismus oder Medizin — eben all das, was einem waschechten Detektiv beim Lösen übernatürlicher Phänomene nützlich sein kann.

Aufzuklären gilt es in diesem Fall das rätselhafte Ableben der Hawkins-Familie. Natürlich lebte diese nicht in einer dicht besiedelten und ausreichend beleuchteten Großstadt, sondern auf der abgelegensten und nebeligsten Insel überhaupt, fernab des Gesetzes und den Einschränkungen der Prohibition der zwanziger Jahre. Ideale Voraussetzungen also für den lichtscheuen und trinkfesten Pierce.

Bevor die Ermittlungen im abgebrannten Haus der Edwards beginnen können, stehen jedoch zuerst Konfrontationen mit den schrulligen Einwohnern der Insel an. Auch hier gilt: Muskelkraft und Waffengewalt sind keine Lösung, stattdessen wollen Diplomatie, Beobachtungsgabe und Überzeugung genutzt werden, um zum Ziel zu gelangen.

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Im Haus angekommen, steht klassisches Detektivhandwerk an. Es wollen Räume durchsucht und Hinweise gefunden werden. Hat Pierce ausreichend Indizien gesammelt, kann er die vergangenen Geschehnisse visuell rekonstruieren — ein Feature, das angenehm an das das sehr gelungene The Vanishing Of Ethan Carter erinnert.

Schließlich fand er ihn — den Schlüssel zum bislang verschlossenen Dachboden. Wenige Momente später weitere sich der Türspalt mit einem jähen Ächzen. Edward betrat den spärlich beleuchteten Raum und blickte auf verstaubte Koffer, verdeckte Möbelstücke und Spinnweben. Und ein Gemälde. Ein Gemälde in einem verschlossenen Dachboden eines abgebrannten Hauses das klar und deutlich ein unverkennbares Bild zeigte: Das Gesicht von Edward Pierce. Alle seine Sinne schienen Pierce in diesem Moment zu verlassen. Sein Blick wurde schwarz, ein dumpfes Pfeifen erfasste seine Ohren und nur seine Nase konnte einen eindeutigen Geruch wahrnehmen: Den Gestank von totem Fisch.

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