Call of Duty ­- Black Ops 3 im Test: Das bisher beste Spiel der Reihe?

Michael Krüger 25

Blitzkanonen, Nanobots, Wallruns. Mit Call of Duty: Black Ops 3 möchte Entwicklerstudio Treyarch uns zeigen, dass ein in der Zukunft angesiedeltes Call of Duty mit cyborg­artigen Protagonisten durchaus funktionieren kann. Damit dieses Experiment glückt, ist allerdings viel Fingerspitzengefühl vonnöten. Wir erklären im Test zu „BlOps 3“, ob das gelungen ist.

Call of Duty Live Action Trailer.
Der Vorgänger Advanced Warfare hatte für einen Großteil der Fans noch zu viel Futurismus. Den einen von uns war das vertikale Gameplay zu unübersichtlich, andere wiederum bemängelten das Spielgefühl, das sich von der gewohnten Atmosphäre abhob. Treyarch will das besser machen. Da ihr in Call of Duty: Black Ops III im Grunde zwei unterschiedliche Spielerfahrungen geboten bekommt, haben wir den Test in zwei Teile gespalten. Auf dieser Seite erfahrt ihr alles über das Solo­- und Koop-­Erlebnis; die zweite Seite widmet sich den Mehrspieler­-Modi und den Zombies. Auf diese Weise habt ihr die Möglichkeit, den für euch wichtigsten Aspekt des Spiels separat zu betrachten.

Die wohl beste Kampagne der Serie

Treyarch hat sicherlich viel Mut bewiesen, einen ähnlichen Schritt wie die Jungs von Sledgehammer zu wagen. Dieser Mut zahlt sich nun aus, denn im Gegensatz zu Advanced Warfare bekommt ihr hier eine durchaus gelungene Mischung aus Neuem und Altem. Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass es sich bei Black Ops III um die bisher beste Kampagne in einem Call of Duty handelt. Sowohl die Geschichte als auch das Gameplay sind hierfür verantwortlich. Ja, es ist kein Kriegsshooter, wie ihn viele noch von Modern Warfare und Co. gewohnt sind. Doch lassen wir dies als Voraussetzung beiseite und betrachten rein den Unterhaltungsgehalt, bleibt kein Zweifel.

Die Geschichten in den bisherigen Spielen der Serie drehen sich fast ausschließlich um Verschwörungen, Terrorismus und darum, dass jemand Gutes die Seite wechselt. Es ist unglaublich erfrischend, dass Black Ops III eine ganz andere Handlung im Gepäck hat. Aus Spoiler-­Gründen soll an dieser Stelle nicht zu viel verraten werden. Sagen wir einfach, dass ihr einen Soldaten (oder eine Soldatin!) spielt, der dank modernster Technik und einer hervorragenden Ausbildung Teil eines Black-Ops-Teams wird. Dieses kämpft an Schauplätzen auf der ganzen Welt und entdeckt dabei verrückte Dinge. Das Besondere an dieser Kampagne ist die Stimmung. Ihr dürft euch freuen auf eine spannende Mischung aus Spec Ops The Line, Titanfall und Bioshock. Ja, ihr habt richtig gelesen!

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Call of Duty - Black Ops 3: Waffen-Liste - Alle Knarren im Überblick.

Gelungenes Gameplay dank richtiger Mixtur

So verrückt die Referenzen zu genannten Spielen klingen mag, so gut spielt sich Black Ops III. Nach jeder Mission habt ihr das dringende Bedürfnis, direkt noch eine zu spielen. Dies liegt unter anderem daran, dass ihr zwischen den Missionen euren Charakter ausrüsten könnt, wie ihr es eigentlich nur aus dem Mehrspieler­-Modus kennt. Doch damit nicht genug. Anstatt euch durch ein starres Menü zu manövrieren, haltet ihr euch in einem Unterschlupf auf, in dem ihr mit bis zu drei Freunden diverse Terminals bedient, um eure Konfiguration zu perfektionieren. Neben den Waffen und passenden Aufsätzen, stehen euch cyborg­artige Kampffähigkeiten zur Verfügung. Auch diese schaltet ihr nach und nach durch erreichen neuer Spielerstufen frei.

Auf dem Schlachtfeld bekommt ihr die gewohnte Action geboten, die aus Schießen, Sprinten, Ducken und Granaten werfen besteht. Durch die neuen Fähigkeiten, sendet ihr mit einer einfachen Geste einen Schwarm tödlicher Nanobots aus oder legt gegnerische Roboter in Brand. Das sieht nicht nur verdammt cool aus, das spielt sich auch so. Alle Gameplay­-Elemente greifen ineinander, so dass ihr einen ständigen Rhythmus aus Aktionen durchlauft, die zusammen eine Komposition der Vernichtung ergeben. Doppelsprünge oder Wallruns sind hier Nebensache und zu jeder Zeit optional, was in einer bodenständigen Spielerfahrung resultiert.

Ach, so sehen 60 FPS aus?

Ich habe bereits viele Spiele auf der PS4 gespielt, die in 60 FPS gelaufen sind, doch bei keinem Spiel ist mir das bisher so deutlich aufgefallen wie in Black Ops III. Die schnellen Bilder sind fast durchgehend scharf und die Bewegungen irre flüssig. In Sachen Grafik­-Qualität gibt es definitiv nichts zu beanstanden.

Was noch deutlicher hervorsticht, ist die Präsentation. Der Soundtrack setzt zu jeder Zeit passende Akzente – und was euch in Bildern geboten wird, lässt hin und wieder die Kinnlade klatschen. Hinzu kommen tolle und kreative Übergänge und ein Leveldesign, das ihr in dieser Form bisher in keinem Call-of-Duty gesehen habt. Anstatt linearer Schauplätze, die einem Baukasten ähneln, findet ihr euch in organischen Szenarien wieder. Die Möglichkeit, tauchen und unter Wasser kämpfen zu können, sorgt ebenfalls für frischen Wind. Hieran sieht und hört man, dass die Entwickler viel Mühe in die Produktion des Spiels gesteckt haben.

Ein Umfang, der sich sehen lassen kann

Auch in Sachen Länge und Umfang lässt die Kampagne keine Wünsche offen. Nach gut zehn bis zwölf Stunden seht ihr den Abspann. Damit ist Black Ops III ca. doppelt so lang wie die meisten anderen Spiele der Serie. Dank der abwechslungsreichen Settings und dem ständigen Spielerfortschritt, der neben bereits erwähnter Ausrüstung auch neue Helme und Kampfanzüge beschert, kommt zu keiner Zeit Langeweile auf. Optionale Herausforderungen, sammelbare Fundstücke und das Verlangen nach bessserer Ausrüstung, sorgen für einen hohen Wiederspielwert. Hinzu kommen sogenannte Kampf­-Immersionen, die ihr mit bis zu drei Freunden aus eurem Unterschlupf starten könnt. Dabei handelt es sich um simulierte Kampfsituationen, in denen ihr im Horde­-Prinzip Wellen von Gegnern vernichtet. Auch hierbei levelt ihr die Erfahrungsstufe eures Charakters, was euch wiederum zu besserer Ausrüstung verhilft. Sollte euch das noch nicht genug Herausforderung sein, könnt ihr den Schwierigkeitsgrad erhöhen. Hier stehen euch vier Stufen zur Verfügung. Entscheidet ihr euch für Realistisch, also die höchste Stufe, kann ein einzelner Treffer bereits tödlich enden.

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Sollte euch stattdessen der Sinn nach einem friedlichen Erlebnis stehen, könnt ihr euch ähnlich wie in Mirrors Edge auf Parcours einen Wettkampf gegen die Zeit liefern. Hier kommen die fortschrittlichen Bewegungs­muster – wie Doppelsprünge – zum Einsatz. Selbst, wenn ihr Call of Duty: Black Ops III für euch allein kauft und keine Lust auf kooperative oder kompetetive Spiel­modi habt, bekommt ihr reichlich geboten. Die Spielzeit und der Wiederspielwert der Kampagne waren nie größer in dieser Serie und dank der Abwechslung in Bezug auf Setting und Aktivitäten, gibt es ne ganze Menge zu erleben.

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Auf der kommenden Seite erzählen wir euch, wie gut der Multiplayer funktioniert. Außerdem gibt’s noch die finale Wertung oben drauf.

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